Für Venezuela gilt aktuell eine Teilreisewarnung. Auch vor Reisen in die unmittelbaren Grenzgebiete zu Kolumbien und Brasilien wird gewarnt. Dazu hat sich das Auswärtige Amt (AA) wegen der angespannten Sicherheitslage entschieden. Die Lage könne sich auch kurzzeitig weiter verschlechtern. Wer trotz Warnung nach Venezuela reist, muss mit verschärften und langwierigen Personenkontrollen und Befragungen rechnen. Wem die Einreise verweigert wird oder wer verhaftet wird, kann nicht mit konsularischer Betreuung rechnen. Im Detail rät das Auswärtige Amt Meiden Sie Demonstrationen und Menschenansammlungen weiträumig.Wenden Sie sich bei Fragen zu Flugverbindungen an Ihren Reiseveranstalter oder Ihre Fluggesellschaft.Fotografieren Sie keine Menschenansammlungen, Sicherheitskräfte oder öffentliche Gebäude bzw. militärische Einrichtungen.Folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte. Das ist die aktuelle Lage in Venezuela Die USA haben zahlreiche angebliche Drogenboote aus der Luft zerstört und dabei nach eigenen Angaben mehr als 80 Menschen getötet. Außerdem warnt die US-Luftfahrtbehörde vor möglichen Risiken im Luftraum über Venezuela. Weil daraufhin mehrere Fluggesellschaften Flüge von und nach Venezuela aussetzten, hat das lateinamerikanische Land einigen internationalen Airlines die Flugerlaubnis entzogen.Staatspräsident Nicolás Maduro regiert das Land autoritär. Das AA weist darauf hin, dass sowohl Straßensperren und Polizeikontrollen als auch Einschränkungen der Mobilfunknetze und des Internets möglich seien. In Venezuela werden immer wieder deutsche und andere EU-Bürger festgenommen. Der Vorwurf: Unterstützung des Terrorismus. Die USA haben ein angebliches Kartell als Terrororganisation eingestuft. Das „Cartel de los Soles“ („Kartell der Sonnen“) soll aus Sicht der USA in Drogengeschäfte verwickelt sein. Das Kartell soll demnach ein kriminelles Netzwerk sein, das aus Offizieren der venezolanischen Streitkräfte bestehe und von Maduro angeführt werde. Unter Sicherheitsexperten besteht keine Einigkeit darüber, ob das Kartell überhaupt existiert. Caracas bezeichnete die Einstufung der Gruppe als Terrororganisation als „lächerliche Farce“ und „infame und abscheuliche Lüge“, mit der Washington einen Einsatz gegen Venezuela zu rechtfertigen versuche und letztlich einen Regimewechsel in dem ölreichen Land anstrebe. Die US-Regierung nennt als Grund für ihr Eingreifen den Kampf gegen Drogenkartelle. In Venezuela herrscht bereits seit 2016 der landesweite Ausnahmezustand; der wirtschaftliche und medizinische Versorgungsnotstand bestehe fort, wie das AA in seiner offiziellen Mitteilung schreibt. Gewaltkriminalität und weitere Risiken werden in weiten Teilen des Landes durch die aktuelle Krise und eine zunehmende Verarmung verstärkt. Vorsicht in den Grenzgebieten zu Kolumbien und Brasilien In den Gebieten entlang der kolumbianischen Grenze insbesondere in den venezolanischen Bundesstaaten Amazonas, Apure, Barinas, Táchira und Zulia, aber auch im Grenzgebiet zu Brasilien besteht eine hohe Gefahr durch organisierte Kriminalität mit Entführungen und anderen Gewaltverbrechen, warnt das AA. In Apure komme es regelmäßig zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Truppen der Regierung und Drogenbanden beziehungsweise Mitgliedern ehemaliger Guerillagruppen (FARC).Auch mit vorübergehenden Schließungen der Grenzen zu Kolumbien und Brasilien muss jederzeit – auch kurzfristig – gerechnet werden.
