FAZ 28.11.2025
12:20 Uhr

Regen und Wirbelstürme: Hunderte Tote bei Flutkatastrophen in mehreren Ländern Asiens


In Teilen Asiens ist die Regensaison in diesem Jahr besonders heftig. Es kommt zu Überschwemmungen und Erdrutschen. In Thailand, Indonesien, Malaysia, Vietnam und Sri Lanka sind zahlreiche Tote zu beklagen.

Regen und Wirbelstürme: Hunderte Tote bei Flutkatastrophen in mehreren Ländern Asiens

Infolge einer besonders heftigen Regensaison und tropischer Wirbelstürme sind in mehreren Ländern Süd- und Südostasiens Hunderte Menschen ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen kamen den Berichten der lokalen Behörden zufolge in Überschwemmungen und durch Erdrutsche zu Tode. Die Zahlen dürften weiter steigen, vorläufig war aber von mindestens 145 Toten im Süden Thailands, 111 auf der indonesischen Insel Sumatra und 56 auf Sri Lanka die Rede. In Vietnam waren in den Tagen zuvor mindestens 90 Menschen ums Leben gekommen. In der gesamten Region sind Millionen Menschen von den Unwettern betroffen, viele mussten ihre Häuser verlassen. Fotos und Videos aus den verschiedenen Katastrophengebieten zeigten Felder und Stadtteile, die bis zum Horizont unter Wasser standen. Rettungskräfte holten in dramatischen Aktionen Menschen von ihren Dächern, die vor den steigenden Wasserständen geflüchtet waren. In zahlreichen Fällen kamen sie zu spät, sodass einige Opfer in Leichensäcken aus den Flutgebieten getragen wurden. Autos wurden in den Wassermassen weggespült oder steckten in tiefem Schlamm fest. Häuser, Straßen und Ernten wurden zerstört. Anwohner bahnten sich in Plastikregenjacken und mit einigen Habseligkeiten im Arm oder auf dem Kopf an den Wassermassen vorbei. Besonders schlimm war die Lage im Gebiet der südthailändischen Stadt Hat Yai in der Provinz Songkhla unweit der Grenze zu Malaysia. Da viele Leichen dort noch nicht geborgen werden konnten, wird mit einem weiteren Anstieg der Opferzahlen gerechnet. In Thailand wird nun darüber diskutiert, ob die Behörden ausreichend auf die Katastrophe vorbereitet waren. Fachleute führen das Extremwetter unter anderem auf einen in diesem Jahr wegen des Wetterphänomens La Niña besonders starken Monsun zurück. Außergewöhnlich sei auch, dass sich in der Straße von Malakka, einem schmalen Seegebiet zwischen dem malaysischen Festland und Sumatra, ein tropischer Wirbelsturm gebildet habe. Auf Sri Lanka wütete der Zyklon Ditwah. Er dürfte am Wochenende von der Insel in Richtung des indischen Festlands weiterziehen.