Mit Kranzniederlegungen ist am Donnerstag an die Opfer des rassistischen Attentats von Hanau erinnert worden. Am 19. Februar 2020 hatte ein damals 43 Jahre alter Deutscher erst neun Menschen mit Migrationshintergrund, dann seine Mutter und sich erschossen. Wie nach Angaben der Stadt mit Angehörigen der Opfer vereinbart, blieb es an den beiden Tatorten in der Hanauer Innenstadt und dem Stadtteil Kesselstadt bei einem stillen Gedenken. Zu den Teilnehmern zählten neben Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Angehörigen der Opfer auch Natalie Pawlik (SPD), Staatsministerin beim Bundesarbeitsministerium, Reem Alabali Radovan (SPD), Bundesentwicklungsministerin, der Bundesopferbeauftragte Roland Weber, Landesopferbeauftragte Daniela Birkenfeld (CDU) und die türkische Generalkonsulin Nagihan İlknur Akdevelioğlu. Zentrale Gedenkfeier wieder zum zehnten Jahrestag Auch an der Gedenktafel auf dem Hanauer Hauptfriedhof, dort gab es zudem ein muslimisches Gedenken, und an Gräbern der Opfer in Offenbach, Dietzenbach, in der Türkei, in Rumänien und in Bulgarien wurde an die rassistischen Morde erinnert. Für den Abend waren in Hanau Lichtkorridore an Heumarkt und Kurt-Schumacher-Platz geplant, an denen der Mörder seine Opfer erschossen hatte. Eine Kundgebung ist zudem für Samstag geplant, sie soll um 16 Uhr auf dem Marktplatz beginnen. Der Verzicht auf eine zentrale Gedenkveranstaltung in Hanau, wie sie zum fünften Jahrestag ausgerichtet worden war, war nach Angaben der Stadt Hanau mit den Opferangehörigen so vereinbart worden. Sie werde es wieder zum zehnten Jahrestag der rassistischen Morde geben, hatte Kaminsky angekündigt, dann in einer Folge von fünf Jahren. Das stille Gedenken in der Zwischenzeit sei keine Reaktion auf eine Rede der Mutter eines Opfers mit falschen Vorwürfen gegen die Stadt Hanau, sondern schon zuvor mit anderen Angehörigen so verabredet worden. In Hanau entsteht derzeit das „Haus für Demokratie und Vielfalt“ in der Nähe des ersten Tatorts. Vor dem Gebäude soll auch das Mahnmal Platz finden, mit dem an die Morde erinnert werden soll. Über dessen Standort war lange diskutiert worden, einige Angehörige hatten sich für den zentralen Marktplatz ausgesprochen. Schließlich einigte man sich auf den künftigen „Platz des 19. Februar“, auf dem das von Heiko Hünnerkopf entworfene Mahnmal aufgebaut wird.
