Starker Schneefall hat auf der A5 an der Anschlussstelle Reiskirchen bei Gießen seit Montagnachmittag für chaotische Zustände gesorgt. Wie die Polizei auf Nachfrage berichtet, stellten sich gegen 15 Uhr zahlreiche Lastwagen wegen starken Schneefalls quer und blockierten die Autobahn. Nach Polizeiangaben konnte die Autobahn deswegen nicht geräumt werden, die Lastwagen mussten zuerst zur Seite gezogen werden. 30 bis 40 Lastwagen hätten auf der Autobahn quer gestanden. Pannenfahrzeuge seien zunächst auch nicht richtig vorangekommen. Außer auf der A5 sei auch die Lage auf der A480 nördlich von Gießen, die auf die A5 führe, am Nachmittag bis in die Nacht zunehmend angespannt gewesen, sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei in Butzbach. Dort und auf der A5 sei in recht kurzer Zeit viel Schnee dazugekommen. In solchen Fällen reiche es nicht aus zu streuen, der Schnee müsse geräumt werden, im Zweifel mit der Schaufel. Nur könnten die Räumdienste nicht überall sein. „Die geben schon alles“, sagte der Sprecher. Wie die Polizei weiter berichtet, hat sich die Räumung bis Dienstagmorgen hingezogen. Um 7.25 Uhr sei gemeldet worden, dass der linke Fahrstreifen frei ist. Es kam vorher zu kilometerlangen Staus, über deren Ausmaße die Polizei keine Angaben machen konnte. Der Stau habe auch Auswirkungen auf die A480 und die B49 gehabt. Hunderte Autofahrer standen seit Montagnachmittag bis Dienstagmorgen im Stau. Feuerwehr und THW hätten die Eingeschlossenen mit Essen und Heißgetränken versorgt. Betroffene berichten, dass diese Versorgung aber nicht überall ankam, da der Stau sich kilometerlang gezogen habe. Ein Polizeisprecher wies darauf hin, dass der Wintereinbruch absehbar und die Verkehrslage „planbar“ gewesen sei. Dass die Warnungen vor Schneefall und Eisglätte weitgehend ignoriert worden seien, liege in der Verantwortung der Spediteure und Fahrer. Die Autobahn GmbH habe für die A5 vorausschauend ein absolutes Überholverbot für schwere Lastwagen angeordnet, das aber von vielen Lkw-Fahrern ignoriert worden sei. Von der Polizei auf ihr Fehlverhalten angesprochen, hätten die Fahrer - sofern sie überhaupt der deutschen Sprache mächtig gewesen seien - argumentiert, dass sie die im Radio verbreitete Anordnung nicht mitbekommen hätten. „Das habe ich nicht gehört“, heiße es dann in der Regel - und das Gegenteil lasse sich nicht beweisen. Dennoch, so der Sprecher weiter, habe die Polizei gegen mehrere Lastwagenfahrer Bußgelder verhängt, etwa gegen solche, die sich mit Sommerreifen auf schneeglatter Straße festgefahren und den Verkehr so zum Erliegen gebracht hätten. Diese Fahrer müssten mit einer „satten Strafe“ rechnen. In Deutschland müsse Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen bei winterlichen Bedingungen, also bei Glatteis oder Schneeglätte, Winterreifen auf Antriebs- und Lenkachsen haben. Eisplatten auf dem Dach müssen vor der Fahrt entfernt werden, weil sie für nachfolgende Autos zu gefährlichen Geschossen werden könnten. Schneeketten müssen Lkw-Fahrer in Deutschland nicht mitführen.
