Die Liste der Vorwürfe im Prozess gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit wächst. Nachdem Marius Borg Høiby kurz vor dem Start der Verhandlung gegen ihn Anfang Februar abermals festgenommen worden war, ist er nun zusätzlich in mehreren Punkten angeklagt. Die Vorwürfe: rücksichtsloses Verhalten, darunter fällt Körperverletzung, und der Verstoß gegen ein Kontaktverbot nach einem Vorfall in seiner eigenen Wohnung. Das berichtete die Nachrichtenagentur NTB am Dienstag. Der Vorwurf der Drohung mit einem Messer wurde zurückgezogen, berichteten norwegische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Die neue Anklage wird demnach als Unterpunkt behandelt – die Zahl der 38 Anklagepunkte gegen Høiby bleibt unverändert. Sein Mandant gestehe die Taten ein, sagte Høibys Anwalt Petar Sekulic demnach. „Er ist auch einverstanden damit, dass die zusätzliche Anklage im Hauptverfahren behandelt wird.“ In dem Prozess ist der 29-Jährige bereits in 38 Punkten angeklagt, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht. Høiby sitzt während der Verhandlung in Untersuchungshaft – und bleibt es auch vorerst, wie die Osloer Polizei in der vergangenen Woche mitteilte „Wenn ein Angeklagter während einer Gerichtsverhandlung verhaftet wird, bleibt er in der Regel bis zu mehrere Wochen nach Ende der Verhandlung in Untersuchungshaft“, sagte der Leiter der Ermittlungen, Andreas Kruszewski, zu NTB. Der letzte Verhandlungstag ist derzeit für den 19. März geplant. Gleichzeitig wurde das bestehende Verbot Høibys, eine seiner Ex-Freundinnen zu kontaktieren, laut NTB bis September verlängert. Gegenüber Freundin gewalttätig geworden Der 29-Jährige ist neben den Vergewaltigungen unter anderem wegen Misshandlung in engen Beziehungen, Körperverletzung, Sachbeschädigung sowie Drogen- und Verkehrsdelikten angeklagt. Insbesondere die Vorwürfe der Sexualdelikte weist Høiby zurück. Zugegeben hatte er im Sommer 2024, unter Alkohol- und Kokain-Einfluss gegenüber seiner damaligen Freundin gewalttätig geworden zu sein und Dinge in ihrer Wohnung zerstört zu haben. Das verlängerte Kontaktverbot bezieht sich auf diese Frau. In der vergangenen vierten Verhandlungswoche ging es um den Vorwurf der Misshandlung in engen Beziehungen – genauer gesagt in der Beziehung von Høiby zu einer norwegischen Influencerin. Die beiden waren ein gutes Jahr lang, von 2022 bis 2023, ein Paar. Die Staatsanwaltschaft meint, der Prinzessinnensohn habe die Frau einem Angstregime ausgesetzt, das Gewalt, Drohungen und Manipulation beinhaltete. Der 29-Jährige bestreitet diese Vorwürfe. „Seht Ihr nicht, dass er Hilfe braucht?“ Vor Gericht erzählte die Ex-Freundin übereinstimmenden Medienberichten zufolge unter anderem, dass Høiby sie angeblich mit der Faust geschlagen habe, sodass sie zu Boden fiel. Das bestritt Høiby demnach, gab aber zu, ein „Wutproblem“ zu haben. Die Influencerin sagte laut den Medienberichten auch, sie habe das norwegische Kronprinzenpaar nach Ende der Beziehung um Hilfe für ihren Ex-Freund angefleht. „Seht Ihr nicht, dass er Hilfe braucht?“, habe die Frau demnach zu Høibys Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit, und Stiefvater Kronprinz Haakon gesagt und meinte damit die Drogenprobleme des heute 29-Jährigen. Høiby nannte die Aussagen seiner Ex-Freundin laut NTB „absurd“. „Mama und Haakon waren immer die liebsten Menschen der Welt“, sagte Høiby demnach unter Tränen. Sie hätten ihm auf jegliche Art und Weise geholfen.
