FAZ 28.01.2026
08:31 Uhr

Programm für Sachsen-Anhalt: Die AfD-Pläne nicht auf die leichte Schulter nehmen


Die AfD in Sachsen-Anhalt träumt von einem anderen Land – und könnte im Herbst an die Macht kommen. Dass Landesregierungen Grenzen gesetzt sind, ist da nur ein schwacher Trost.

Programm für Sachsen-Anhalt: Die AfD-Pläne nicht auf die leichte Schulter nehmen

Überraschend ist es nicht, dass sich der Programmentwurf der AfD in Sachsen-Anhalt vor allem durch Radikalität auszeichnet. Wenn die AfD von einer „Taskforce Abschiebungen“ träumt, drängt sich der Gedanke an die amerikanische Einwanderungsbehörde ICE und die Ereignisse in Minneapolis geradezu auf. Sachsen-Anhalt ist nicht Amerika, aber man darf die Ankündigungen der AfD, die auf ein anderes Deutschland hinauslaufen würden, dennoch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Partei ist derzeit in Umfragen die mit Abstand stärkste Kraft, und es ist durchaus vorstellbar, dass es nach der Landtagswahl im September für eine AfD-Alleinregierung reicht. Schulze als Bändiger? So kann man nur hoffen, dass der vorzeitige Wechsel von Haseloff zu Schulze Letzterem wirklich dazu verhilft, die AfD derart zu bändigen, wie sein Vorgänger es vermochte. Doch es fehlt der Glaube daran. Auch AfD-Wähler werden sich durch das Programm der Partei wohl kaum von ihrer Wahl abbringen lassen. Sie wissen schließlich längst, wen sie wählen. So bleibt am Ende womöglich nur der schwache Trost, dass die AfD, wenn sie in Sachsen-Anhalt an die Macht kommen sollte, nicht einfach alles umsetzen kann, was sie möchte. Auch einer Landesregierung sind Grenzen gesetzt. Und Regierungsprogramme, die am Ende nur leere Versprechen waren, kennt man zur Genüge – in dem Fall zum Glück.