FAZ 26.02.2026
11:39 Uhr

Presse zur Champions League: „Ein Meisterwerk“ von Bergamo gegen „überhebliche Dortmunder“


Völlig überraschend schafft Atalanta Bergamo gegen den BVB die Wende und wirft die Dortmunder in der Nachspielzeit noch aus der Champions League. Die italienischen Medien sind begeistert.

Presse zur Champions League: „Ein Meisterwerk“ von Bergamo gegen „überhebliche Dortmunder“

Die italienischen Medien sind begeistert vom Triumph von Atalanta Bergamo über Borussia Dortmund in den Play-offs der Champions League und bezeichnen diesen als Meilenstein und eine Art Wiedergutmachung. „Von der Dunkelheit in Inters San-Siro-Stadion zu den strahlenden Lichtern in Bergamo: Atalanta besiegt die überheblichen Dortmunder und liefert eine großartige Leistung, die den italienischen Fußball in Europa rettet“, kommentierte die Gazzetta dello Sport. Inter war am norwegischen Außenseiter FK Bodø/Glimt blamabel gescheitert, Bergamo hingegen drehte am Mittwochabend beim 4:1 gegen den BVB das 0:2 aus dem Hinspiel. „Atalanta begeht an einem perfekten Abend keinen einzigen Fehler“, schrieb Tuttosport. „Das Glück steht auf der Seite der Bergamo-Spieler, die die Traum-Qualifikation vollauf verdient haben.“ Der Corriere dello Sport sah ein „Meisterwerk“ und „ein klares Signal an den nächsten Gegner – den FC Bayern oder den FC Arsenal“. Für Trainer Raffaele Palladino war es gar das „schönste Spiel“ seiner Trainerkarriere: „Ein Abend, der in die Geschichte des italienischen Fußballs eingehen wird und im Herzen unserer Fans bleibt.“ In Dortmund sah man das freilich anders. In den Frust über die Niederlage mischte sich nach dem Spiel auch noch der Ärger über den Schiedsrichter. Nicht nur Nico Schlotterbeck rätselte über seine Rote Karte in der Nachspielzeit. Den Grund für die Bestrafung „konnte mir der Schiedsrichter selbst nach dem Spiel nicht erklären“, teilte der Abwehrspieler via Instagram mit. Im Getümmel um den VAR-Elfmeter gegen den BVB hatte der spanische Schiedsrichter José María Sánchez Bergamos Abwehrspieler Giorgio Scalvini und Schlotterbeck die Rote Karte gezeigt – obwohl der Dortmunder gar nicht mitgespielt hatte. Schlotterbeck selbst schilderte die Szene so: „Nachdem gefühlt zehn Spieler von Atalanta gleichzeitig aufgesprungen sind und sich lautstark beschwert haben, bin ich ebenfalls aufgestanden und habe gesagt, sie sollen sich wieder hinsetzen. Ohne Beleidigungen, ohne Respektlosigkeit oder sonst irgendwas.“ BVB-Trainer Niko Kovac zeigte sich von der Entscheidung ebenfalls überrascht, lieferte aber zumindest einen Erklärungsansatz. „Das Einzige, was man Nico vielleicht vorwerfen kann, ist, dass er auf der anderen Seite war. Ich weiß, dass du als Trainer nicht in der Coaching-Zone des anderen Trainers sein darfst. Das kann der einzige Grund sein, denn ansonsten war da gar nichts“, sagte Kovac.