FAZ 12.12.2025
11:50 Uhr

Preisentwicklung in Deutschland: Butter kostet gut ein Fünftel weniger


Teurer geworden sind vor allem Dienstleistungen. Schokolade kostet so kurz vor Weihnachten fast ein Fünftel mehr. Das Preisplus von 1,2 Prozent für Nahrungsmittel insgesamt ist jedoch das niedrigste seit Jahresbeginn.

Preisentwicklung in Deutschland: Butter kostet gut ein Fünftel weniger

Kräftig steigende Preise für Dienstleistungen haben im November einen Rückgang der Inflation verhindert. Die Kosten für die Lebenshaltung stiegen in Deutschland um 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat. Mit dieser Nachricht bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung. Im Oktober lag die Inflationsrate ebenfalls auf 2,3 Prozent, nachdem sie im September mit 2,4 Prozent einen Jahreshöchststand markiert hatte. „Die Entwicklung der Verbraucherpreise hat sich zum Jahresende vorerst stabilisiert“, sagte die Präsidentin des Bundesamtes, Ruth Brand. Von Oktober auf November fielen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) rechnet für das zu Ende gehende Jahr mit einer durchschnittlichen Teuerungsrate von 2,2 Prozent. In diesem Tempo sind die Preise schon 2024 gestiegen. Für das kommende Jahr wird ein Rückgang der Rate auf 1,8 Prozent vorausgesagt. Entlastet werden die Verbraucher dann etwa durch den Wegfall der Gasumlage und geringere Netzentgelte. Für Energie mussten Verbraucher im November 0,1 Prozent weniger bezahlen als ein Jahr zuvor (Oktober: minus 0,9 Prozent). Profitieren konnten sie zudem von günstigeren Preisen für Strom (minus1,5 Prozent) und Fernwärme (minus 0,7 Prozent). Teurer wurden dagegen leichtes Heizöl (plus 2,4 Prozent) und Erdgas (plus 0,5 Prozent). Die Kraftstoffpreise zogen um 1,6 Prozent an. Dienstleistungen verteuerten sich abermals um 3,5 Prozent. Mehr kostete etwa die Personenbeförderung im Schienenverkehr (plus 11,9 Prozent), die kombinierte Personenbeförderung (plus 11,4 Prozent) und Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 7,6 Prozent). Auch für Pauschalreisen (plus 7,1 Prozent) wurde mehr verlangt, ebenso für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 5,2 Prozent). Die Preise für Nahrungsmittel zogen um 1,2 Prozent an, nach 1,3 Prozent im Vormonat -  der kleinste Anstieg seit Jahresbeginn. Teurer wurden unter anderem Schokolade (plus 19,4 Prozent) sowie Rind- und Kalbsfleisch (plus 13,8 Prozent). Butter verbilligte sich hingegen um 22,0 Prozent, Olivenöl um 17,4 Prozent. Günstiger wurden auch Kartoffeln (minus 13,3 Prozent). Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, lag auf 2,7 Prozent und damit unter dem Oktober-Wert von 2,8 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt in der Währungsunion mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an. Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate lag im November mit 2,6 Prozent darüber. Die EZB hat ihren Leitzins seit vergangenem Jahr achtmal gesenkt, weil der Preisdruck insgesamt nachgelassen hat. Kommenden Donnerstag entscheidet sie abermals über ihre Geldpolitik. Eine Zinsveränderung wird nicht erwartet.