In Uganda hat die Wahlkommission Amtsinhaber Yoweri Museveni zum Sieger der Präsidentenwahl vom 15. Januar erklärt. Der 81 Jahre alte Politiker erhielt den Angaben zufolge knapp 72 Prozent der Stimmen. Knapp ein Viertel der Stimmen entfiel auf den 43 Jahre alten Robert Kyagulanyi Ssentamu, der besser unter seinem Künstlernamen Bobi Wine bekannt ist. Der Kandidat der oppositionellen National Unity Platform (NUP) äußerte sich am Samstagmorgen in einer Videobotschaft auf der Plattform X. Man werde die Wahlergebnisse nicht anerkennen, schrieb Bobi Wine. „Sie sind falsch und spiegeln überhaupt nicht das, was in den Wahllokalen geschah.“ Das Regime würde erneut versuchen, die Wahl zu manipulieren. Er rief zu friedlichen Protesten auf. Bereits der Wahlkampf war von Einschüchterung und Repression überschattet gewesen. Die Auftritte von Bobi Wine waren geprägt von Gewalt durch die Sicherheitskräfte. Zur Wahl kam es dennoch an mehreren Orten zu Protesten gegen den Verlauf und den Auszählungsprozess. Laut der Zeitung „Monitor“ wurden seit Donnerstag mindestens zwölf Menschen von Sicherheitskräften getötet. Schon Wochen vor der Wahl waren der Regierung Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen worden. Aktivisten wie internationale Organisationen kritisierten zudem das systematische Abschalten des Internets. Bobi Wine spricht von Verschleppungsversuch Bobi Wine sprach in seiner Videobotschaft außerdem von einem Versuch, ihn zu verschleppen. Am Freitag sei sein Haus durchsucht worden; über diesem kreiste zudem ein Hubschrauber. Doch er habe fliehen können. Schon zum Wahltag am Donnerstag hatte Bobi Vine erklärt, dass an mehreren Orten Wahlfälschungen beobachtet worden seien, Mitglieder seiner Partei NUP seien verhaftet worden. Langzeitherrscher Museveni kam 1986 an die Macht. Sein Wahlsieg galt bereits vor dem Urnengang als sicher. Gründe dafür sind Beobachtern zufolge die Einschüchterung Oppositioneller und Regierungskritiker. Nach Angaben von Menschenrechtsexperten der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2025 mindestens 160 Menschen verschleppt. Auch habe es wiederholt Angriffe auf Medienschaffende gegeben. Rund 21 Millionen Menschen hatten sich für die Wahl registriert, nur etwas mehr als die Hälfte gab der Wahlkommission zufolge ihre Stimme auch tatsächlich ab. Für das Amt an der Staatsspitze traten neben Museveni und Bobi Wine sechs weitere Kandidaten an.
