Da hat der Mitteldeutsche Rundfunk schon einmal einen Krimi, der beim Publikum gut ankommt und unter anderem wegen seiner besonderen „Ost-Perspektive“ gelobt wird – und schon ist es damit wieder vorbei. Die dritte Folge des „Polizeirufs 110“ aus Halle am Sonntag soll die letzte sein. Den beiden Hauptdarstellern, Peter Kurth und Peter Schneider, leuchtet das nicht ein, wie sie im Gespräch mit der Zeitschrift „Hörzu“ sagten. „Aus der Presse erfahren“ Er habe „im Januar 2025 aus der Presse erfahren“, dass wohl nur drei Filme geplant waren, sagte Peter Schneider. Er sei „überrascht“ gewesen, „da ich ursprünglich für eine Reihe angefragt worden war – Reihe heißt ja nicht automatisch Trilogie“. Er verstehe es „vor allem nicht, weil es gerade diese ‚Quote Ost‘-Bewegung gibt, wo man sagt: 20 Prozent der Bevölkerung sind ostsozialisiert, also sollten Geschichten über den Osten beziehungsweise Menschen, Städte und Krimifälle im Osten auch von Leuten erzählt werden, die hier sozialisiert wurden. Da sind wir ein super Beispiel: Das ganze Team kommt von hier und hat eine andere Sicht auf die Menschen, die hier leben. Und es war ein Erfolg, wir haben Preise bekommen. Eigentlich könnte der MDR stolz sein.“ „Von der Kommunikation her“, ergänzte Peter Kurth, habe „da einiges im Argen“ gelegen. Er habe in Erinnerung gehabt, „dass es hieß: Nach drei oder vier Fällen reden wir noch mal darüber. Aber dieses Gespräch fand einfach gar nicht statt.“ An vermeintlich hohen Gagen habe es nicht liegen können, sagten die Schauspieler. Er finde es auch wichtig, an einem Ort wie Halle – einer AfD-Hochburg – zu bleiben, meinte Peter Schneider, um „die Stimmung dort einzufangen. Auch aus politischen Gründen. Manchmal denke ich, es geht nicht um Inhalte, es geht nur um Quoten.“ Weitermachen würden Kurth und Schneider, wie sie der „Hörzu“ sagten, in jedem Fall. Der MDR teilte uns dazu mit, hier habe es „offenbar unterschiedliche Wahrnehmungen in der Kommunikation und verschiedene Erwartungshaltungen, die man jetzt im Nachgang nicht mehr aufdröseln kann“, gegeben. Da sei (auch durch Personalwechsel) nicht alles perfekt gelaufen, falls „jetzt noch irgendwo ein Magen grummelt, werden wir das aktiv angehen und das Gespräch suchen“, sagte MDR-Sprecher Michael Naumann. „Nie als endlose Reihe angekündigt“ Der „Polizeiruf“ aus Halle sei „nie als endlose Reihe angekündigt“, sondern als Trilogie ausgewiesen worden. Selbstverständlich seien dem MDR „die Perspektiven und Geschichten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unverändert wichtig“. Die bringe man „kraftvoll auch überregional in der ARD ein“, etwa mit dem ARD-Mittagsmagazin, Nachrichtenbeiträgen, Dokumentationen, der Sachsenklinik „In aller Freundschaft“ oder „Brisant“. Und man freue sich über die „langjährigen erfolgreichen Formate ,Tatort‘ aus Dresden und ‚Polizeiruf‘ aus Magdeburg“. Diese Produktionen wirkten „besonders für das Publikum hier in Mitteldeutschland identitätsstiftend“. (Magdeburg ist unseres Erachtens leider der Langweiler Nummer eins unter den ARD-Sonntagskrimis). Zur „Wahrheit“ gehöre auch, dass der MDR „aktuell und für die nächsten Jahre mit sehr relevanten wirtschaftlichen Einsparnotwendigkeiten konfrontiert“ sei, was unter anderem an der ausgebliebenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags zum 1. Januar 2025 liege. „Ich würde alles dafür tun, damit wir weitermachen können“, sagte der Schauspieler Peter Schneider derweil in der „Hörzu“. „Bei ‚alles‘ zucke ich ein bisschen – aber ja. Fast alles!“, hören wir von Peter Kurth und sehen, wie sehr die Antworten auch zum Temperament der von ihnen gespielten Kommissare passen.
