FAZ 19.01.2026
19:39 Uhr

Politische Krise: Bulgariens Präsident Radew kündigt Rücktritt an


Der Rücktritt von Präsident Radew kurz vor der Parlamentswahl bringt Bulgarien weiter ins politische Chaos. In Sofia wird über Radews Zukunft spekuliert.

Politische Krise: Bulgariens Präsident Radew kündigt Rücktritt an

Der bulgarische Präsident Rumen Radew hat wenige Wochen vor der geplanten Parlamentswahl in dem EU-Mitgliedstaat seinen Rücktritt verkündet. Er werde sein Amt am Dienstag aufgeben, sagte Radew am Montag in einer im Fernsehen übertragenen Rede. Beobachter in Sofia spekulieren, Radew könne nach seinem Rücktritt eine eigene Partei gründen, um bei der bevorstehenden Parlamentswahl anzutreten. In Bulgarien muss im Frühling zum achten Mal in fünf Jahren das Parlament neu gewählt werden, nachdem mehrere Parteien die Bildung einer neuen Regierung abgelehnt hatten. Die Wahl wird voraussichtlich Ende März oder im April stattfinden. Bulgarien ist das ärmste Land in der EU. Nach Massenprotesten gegen Korruption war die Regierung von Ministerpräsident Rossen Scheljaskow Mitte Dezember nach weniger als einem Jahr im Amt zurückgetreten. Auslöser der Proteste war der Haushaltsentwurf der Regierung für 2026, der nach Ansicht der Opposition die im Land grassierende Korruption verschleierte. Am 1. Januar trat Bulgarien der Eurozone bei.