FAZ 09.12.2025
13:24 Uhr

Pläne sorgen für Wirbel: „Pride Match“ bei der Fußball-WM – zwischen Iran und Ägypten


In Seattle soll während der Fußball-WM 2026 ein Gruppenspiel im Zeichen der LGBTQ+-Gemeinschaft stehen. Ausgelost wurden dafür ausgerechnet Iran und Ägypten. Dort ist man über die Pläne überhaupt nicht begeistert.

Pläne sorgen für Wirbel: „Pride Match“ bei der Fußball-WM – zwischen Iran und Ägypten

Die Organisatoren in Seattle wollen an ihrem geplanten „Pride Match“ bei der Fußball-WM 2026 festhalten – obwohl Iran und Ägypten aufeinandertreffen. „Wir haben keinen Einfluss darauf, was auf dem Spielfeld oder im Stadion passiert – das ist Sache der FIFA. Was wir jedoch beeinflussen können, ist, wie Seattle die Welt während des Pride-Wochenendes willkommen heißt“, sagte Hana Tadesse von den WM-Organisatoren der Stadt der Deutschen Presse-Agentur (dpa) auf Anfrage. „Die LGBTQ+-Community und -Kultur von Seattle ist ein wesentlicher Teil dessen, was unsere Stadt so besonders macht, und wir freuen uns darauf, dies mit der Welt zu teilen“, sagte Tadesse. „Das Pride Match ist eine Initiative des lokalen Organisationskomitees und kein Programm der FIFA“, betonte Tadesse. Auch die Demokratin Katie Wilson, gewählte Bürgermeisterin der Stadt, unterstützt das Vorhaben. Die Pläne, ein Zeichen für die LGBTQ+-Gemeinschaft zu setzen, seien „lange im Voraus“ gemacht worden und damit auch bevor die genaue Begegnung für den 26. Juni 2026 ausgelost wurde, betonten die WM-Organisatoren. „Wir und Ägypten lehnen diese Entscheidung ab“ Dass nun ausgerechnet Iran und Ägypten bei der Aktion im Rahmen des Pride-Wochenendes in Seattle aufeinandertreffen, sorgt weiterhin für Diskussionen. In Iran stößt das Vorhaben auf deutliche Kritik: „Es handelt sich um eine irrationale Entscheidung, die eine bestimmte Gruppe begünstigt“, sagte der iranische Fußballverbandschef Mehdi Taj laut der Nachrichtenagentur Isna. Sein Verband habe wie auch der aus Ägypten Protest eingelegt. Dem Auswärtigen Amt zufolge sind homosexuelle Handlungen in Iran strafbar und werden „teilweise“ mit der Todesstrafe belegt. In Ägypten stünden homosexuelle Handlungen zwar nicht offiziell unter Strafe, können aber dennoch geahndet werden. Katie Wilson, Seattles designierte Bürgermeisterin, sieht die Begegnung derweil als Chance. „Wir können der Welt zeigen, dass in Seattle jeder willkommen ist. Was für eine unglaubliche Ehre für unsere Stadt“, schrieb sie nach der Bestätigung der Spieltermine in den Sozialen Medien.