FAZ 07.03.2026
10:47 Uhr

Paralympische Spiele: Forster gewinnt Gold in der Abfahrt


Monoskifahrerin Anna-Lena Forster sorgt für einen goldenen Auftakt für das deutsche Team bei den Paralympics. Russland holt seine erste Medaille unter eigener Flagge seit 2014.

Paralympische Spiele: Forster gewinnt Gold in der Abfahrt

Die deutsche Fahnenträgerin Anna-Lena Forster hat bei den Paralympischen Winterspielen nach einem Hundertstelkrimi für einen goldenen Blitzstart gesorgt. Die Monoskifahrerin gewann am ersten Tag der Wettbewerbe die Abfahrt der sitzenden Startklasse in Cortina d'Ampezzo und bescherte dem deutschen Team einen perfekten Auftakt. Forster setzte sich auf der wegen des Tauwetters schon leicht ramponierten Piste im Tofane Alpine Skiing Centre in 1:25,79 Minuten mit fünf Hundertsteln Vorsprung vor ihrer spanischen Konkurrentin Audrey Pascual Seco durch. Die Chinesin Sitong Liu (+5,48) komplettierte das Podium. Weltmeisterin und Mitfavoritin Barbara van Bergen stürzte als erste Starterin und landete im Fangnetz, konnte aber anschließend langsam in den Zielbereich fahren. Momoka Muraoka, Siegerin bei den Spielen von Peking, verzichtete auf einen Start. Die Japanerin war erst kürzlich nach einem Schlüsselbeinbruch ins Renngeschehen zurückgekehrt. Bronze für Anja Wicker im Biathlon Für die 30-jährige Forster ist es die erste Goldmedaille in der Abfahrt, in Peking hatte sie Silber geholt. Insgesamt triumphierte die Radolfzellerin bereits fünf Mal bei Winterspielen, ihr Medaillenkonto steht mittlerweile bei zehn. In Norditalien tritt die Vorzeigeathletin des Deutschen Behindertensportverbands (DBS) noch im Super-G, der Super-Kombination, dem Riesenslalom und in ihrer Paradedisziplin Slalom an. Anja Wicker holte derweil im Biathlon trotz zweier Schießfehler Edelmetall. Die 34-Jährige gewann im Sprint der sitzenden Klasse Bronze. Der Sieg ging an Oksana Masters, eine US-Amerikanerin mit ukrainischen Wurzeln, vor ihrer Teamkollegin Kendall Gretsch. Beide blieben fehlerfrei. Erste Medaille für Russland seit 2014 Unterdessen hat Russland seine erste Medaille bei den Paralympics unter eigener Flagge seit den Heimspielen von Sotschi 2014 gewonnen. Die alpine Skirennfahrerin Warwara Worontschichina kam in der Abfahrt der stehenden Startklasse auf Rang drei und sicherte sich Bronze. Der Sieg ging an Ebba Arsjö aus Schweden (1:22,00 Minuten), die ihre dritte Goldmedaille bei Winterspielen gewann. Die Französin Aurelie Richard (+1,71 Sekunden) holte Silber vor der 23-jährigen Worontschichina (+2,47). Die Russin war nach der Wiederzulassung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) und einer erfolgreichen Klage Russlands vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen den Ski- und Snowboard-Weltverband FIS erst im Januar nach vier Jahren in den Weltcup zurückgekehrt. Für die Paralympics hatte Worontschichina eine der sechs russischen Wildcards erhalten. Die Rückkehr von Russland und Belarus war das bestimmende Thema vor dem Start der Spiele in Mailand und Cortina, bei der Eröffnungsfeier am Freitag im Amphitheater von Verona war die russische Flagge erstmals seit Sotschi 2014 wieder bei Paralympics zu sehen. Russland war anschließend zunächst aufgrund des Dopingskandals ausgeschlossen, dann wegen des Angriffskrieges in der Ukraine.