FAZ 28.02.2026
16:08 Uhr

Olympiasieger im Skispringen: Raimund entdeckt die Liebe zum Fliegen


Olympiasieger Raimund erreicht bei seinem ersten Weltcup-Einsatz nach dem Gold-Coup von Predazzo das beste Skiflug-Ergebnis seiner Karriere.

Olympiasieger im Skispringen: Raimund entdeckt die Liebe zum Fliegen

Philipp Raimund blickte in der kräftigen steirischen Nachmittagssonne hinauf zum mächtigen Kulm und wirkte schwer angetan. „Das hat voll Bock gemacht“, sagte der Skisprung-Olympiasieger, nachdem ihm mit Platz sechs sein bestes Karriere-Ergebnis in einem Skifliegen gelungen ist. Seine Höhenangst hat Raimund längst im Griff, nun findet er immer mehr Gefallen an den größten Schanzen dieser Welt. Drei Wochen nach seinem Kleinschanzen-Triumph bei den Winterspielen mischte der 25-Jährige beim zwölften Saisonsieg des slowenischen Weltmeisters Domen Prevc weit vorne bei den Spezialisten für die ganz langen Luftfahrten mit. „Ich haben beim Fliegen einige Schritte nach vorne gemacht“, sagte Raimund in der ARD, „auch wenn ich meinen Weitenrekord nicht geknackt habe.“ Der steht bei 220 Metern, am Kulm segelte der Oberstdorfer, der nie zuvor die Top 10 auf einer Flugschanze erreicht hatte, auf 203,5 und 209,5 Meter und war damit bester DSV-Adler. Andreas Wellinger, vor zwei Jahren auf Österreichs größter Schanze in Bad Mitterndorf Vizeweltmeister, landete auf Platz neun. Der frühere Skiflug-Weltmeister Karl Geiger belegte den 20. Rang. Hoffmann: „Es will nicht fliegen“ Prevc, dem der Gewinn des Gesamtweltcups kaum noch zu nehmen ist, setzte sich mit Flügen auf 213,5 und 228,5 Meter (433,0 Punkte) hauchdünn vor Stephan Embacher durch. Österreichs Super-Team-Olympiasieger hatte nach dem ersten Durchgang noch geführt, verpasste seinen ersten Weltcupsieg aber um nicht einmal einen Meter. Als Dritter stand Embachers Landsmann Jonas Schuster, Sohn des früheren deutschen Bundestrainers Werner Schuster, erstmals im Weltcup auf dem Podest. Die zweite Hälfte der DSV-Adler gehörte zu den zehn Springern, die den zweiten Durchgang verpassten: Der Tourneesechste Felix Hoffmann, dem Richtung Saisonende die Energie ausgeht, verabschiedete sich als 32. ebenso vorzeitig wie Luca Roth (34.) und Pius Paschke (37.). „Körperlich fühle ich mich gut, aber es will nicht fliegen“, sagte Hoffmann ratlos. Selina Freitag auf Rang sechs Die deutschen Skispringerinnen haben auch beim ersten Weltcup-Springen nach den Olympischen Winterspielen das Podest deutlich verpasst. Selina Freitag kam auf der Normalschanze im österreichischen Hinzenbach als beste Deutsche auf Rang sechs. Siegerin wurde Nika Prevc aus Slowenien. Hinter Freitag konnten sich Agnes Reisch (Platz 10) und Anna Hollandt (11.) nach guten Versuchen im zweiten Durchgang noch verbessern. Katharina Schmid, deutsche Fahnenträgerin bei der Olympia-Eröffnungsfeier, landete bei einer der letzten Wettkämpfe ihrer Karriere auf Platz 18.