Wann und wo finden die Olympischen Spiele statt? Bei den 25. Winterspielen mit den Hauptorten Mailand und Cortina d'Ampezzo (6. bis 22. Februar) werden die Reformen durch das Internationale Olympische Komitee sichtbar: Weitgehend werden bestehende Anlagen genutzt, entsprechend verzweigt sind die Austragungsorte. Eishockey, Eiskunstlauf, Eisschnelllauf und Shorttrack finden in der norditalienischen Metropole Mailand statt, der Rest in teils fünf Autostunden entfernten Bergdörfern: Cortina d'Ampezzo (Ski alpin Frauen, Rodeln, Bob, Skeleton und Curling), Bormio (Ski alpin Männer, Skibergsteigen), Livigno (Freestyle-Skiing, Snowboard), Val di Fiemme (Ski nordisch) und Antholz (Biathlon). An 13 Wettkampfstätten geht es in 116 Entscheidungen um Medaillen. Wie viele Sportler sind am Start? Rund 2900 Athletinnen und Athleten sind dabei, davon 185 aus Deutschland (plus vier Ersatzathleten) – so viele wie nie zuvor bei Winterspielen. Sportler aus Russland und Belarus dürfen wegen des Ukraine-Kriegs weiter nur nach vorheriger Gesinnungsprüfung als neutrale Einzelathleten teilnehmen. Gab es im Vorfeld Probleme? Natürlich rollten auch diesmal die Bagger, und zwar nicht nur für Renovierungen. In Cortina etwa wurde gegen den Willen des IOC ein neuer Eiskanal errichtet, auch der schleppende Baufortschritt bei der neuen Eishockey-Halle Santagiulia in Mailand sowie die (zu) klein geratene Eisfläche sorgten für Schlagzeilen. Die neue Seilbahn zum Skigebiet Socrepes wird nicht rechtzeitig fertig. Athleten und Zuschauer der Olympischen Winterspiele müssen nun anders auf den Berg gebracht werden. Was ist neu im Programm? Einzige neue Sportart ist Skibergsteigen. Dazu wurden Wettbewerbe in etablierten Sportarten aufgenommen, unter anderem Skeleton Mixed-Team, Rennrodel-Doppelsitzer der Frauen, Einzel-Skispringen der Frauen auf der Großschanze. Weiter nicht eingeladen sind die Nordischen Kombiniererinnen – obwohl das IOC Geschlechterparität propagiert und 47 Prozent der Olympia-Starter Frauen sind. Aber die gesamte Sportart steht auf dem Prüfstand, 2030 in den französischen Alpen werden entweder beide Geschlechter vertreten sein oder die NoKo aus dem olympischen Programm ausscheiden. Wie sind die deutschen Medaillenaussichten? Anders als bei Sommerspielen ist Deutschland im Winter insgesamt weiter eine der stärksten Nationen – das liegt vor allem an der Überlegenheit in der Eisrinne. 2022 in Peking gab es für „Team D“ zwölf Goldmedaillen, neun davon in Bob, Rodeln oder Skeleton. Olaf Tabor, Vorstand Leistungssport beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) setzt auch diesmal darauf, dass die Eisbahn „eine goldene“ wird. Wer sind die Stars der Spiele? Erstmals seit Sotschi 2014 sind wieder die Eishockey-Cracks der NHL dabei, angeführt vom Kanadier Connor McDavid und Deutschlands Topstar Leon Draisaitl. Besonderen Glamour versprechen die Auftritte der US-Stars Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin (Ski alpin) sowie des „Vierfach-Gottes“ Ilia Malinin im Eiskunstlauf. Wie läuft die Eröffnungsfeier? Mit einer vergleichbaren Show wie in Paris 2024, als die Sportler über die Seine schipperten, können die Organisatoren der Winterspiele nicht aufwarten. Innovativ wird es trotzdem zugehen – nicht zuletzt, weil die Aktiven über 22.000 Quadratkilometer in Norditalien verteilt sind. So wird die Haupt-Eröffnungsfeier im Mailänder San-Siro-Stadion stattfinden, zusätzlich gibt es Veranstaltungen in Cortina d'Ampezzo, Livigno und Predazzo. Das bedeutet: Der Fahnenträger und die Fahnenträgerin der Teilnehmernationen können sich durchaus an unterschiedlichen Orten befinden – ein Novum. Besonders ist auch, dass die Schlussfeier ausgelagert ist, sie findet in der antiken Arena von Verona statt. Wie kann man die Olympischen Spiele verfolgen? Rund 1,2 Millionen Tickets standen zum Verkauf. Italiens Tourismusministerium rechnet aber mit gut zwei Millionen Besuchern im Zuge der Spiele. Wer in Deutschland die Wettbewerbe sehen will, wird wie bei den vergangenen Auflagen von ARD, ZDF und Eurosport/HBO Max in TV und Stream vom Vormittag bis zum späten Abend umfassend versorgt. Die öffentlich-rechtlichen Sender kündigten jeweils mehr als 100 Live-Stunden im TV und 700 in Streams an. Die ersten Wettbewerbe beginnen bereits am 4. Februar, zwei Tage vor der Eröffnungsfeier.
