FAZ 29.11.2025
12:39 Uhr

Österreichs Nachwuchs: Fast wie am Wutzler


Österreichs U-17-Nationalteam wird beinahe Weltmeister. Im Fußball! Da werden nicht nur die Formel-1-Kollegen aus dem Nachbarland narrisch.

Österreichs Nachwuchs: Fast wie am Wutzler

Es gibt ein Land in Europa, ein Land der Berge, ein Land am Strome, das ist grundsätzlich fast Weltmeister in fast allem. Außer im Fußball. Weshalb österreichische Kollegen, die sich als Formel-1-Journalisten von den Bergen und Strömen ihres Landes aus aufgemacht hatten, im fernen Reich des Emirs von Qatar als Fußball-Journalisten ankamen. Denn der Emir von Qatar ist wie der Kaiser, pardon, der Kanzler von Österreich, nur reicher: Weshalb der Emir nicht fast Weltmeister in fast allem ist (nicht mal im Fußball), sondern sich fast alles leisten kann. Also vor allem Fußball, in diesem Fall die unter 48 Teams ausgetragene WM der U-17-Junioren. Und die Formel 1. Gleichzeitig. Weshalb also die österreichischen Kollegen in diesem Märchen aus 1001 Petro-Dollar mir nichts, dir nichts von Formel-1-Berichterstattern zu Fußballberichterstattern wurden, um die Narrisch­werdung, pardon, die Weltmeister­werdung der U-17-Auswahl des Landes der Berge, Land am Strome, zu begleiten. Sieben Spiele, sieben Siege – 4:0 gegen England, 2:0 gegen Italien – hatten die Österreicher ins Finale gegen Portugal gebracht, „nicht am Wutzler, nicht an der Playstation“, schrieb der „Standard“, „nein, bei einer richtigen Weltmeisterschaft“. Machen wir es kurz: Nichts war’s mit Cor-Doha, Portugal gewann 1:0. Aber Österreich ist nun also auch im Fußball fast Weltmeister. Habe die Ehre. Mal schauen, was ein Wutzler ist.