Trotz der schwierigen politischen und konjunkturellen Lage haben die 100 teuersten Unternehmen der Welt ihren Börsenwert 2025 um 23 Prozent auf 54 Billionen Dollar gesteigert. Besonders stark zugelegt haben dank der hohen Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) Unternehmen aus China und den USA. Europäische Konzerne bilden das Schlusslicht, wie aus einer Studie der Beratungsgesellschaft EY hervorgeht. Mit 60 Unternehmen unter den Top 100 dominieren die USA weiterhin die Rangliste. Auf diese entfällt eine Marktkapitalisierung von 41 Billionen Dollar. Ein rasanter Aufstieg ist dem Chipdesigner Nvidia gelungen: Gemessen an der Marktkapitalisierung Ende 2025 von mehr als 4,5 Billionen Dollar hat er Apple von Platz eins verdrängt. Ende 2023 hatte Nvidia erst den sechsten Platz belegt. Damit hat er nun nicht nur Apple, sondern auch die restlichen der sogenannten glorreichen Sieben Alphabet, Microsoft, Amazon, Meta und Tesla überholt. An zweiter Stelle folgt in der Länder-Rangliste der Top 100 deutlich hinter den USA die Region China/Hongkong mit elf Unternehmen, die zusammen auf einen Börsenwert von 3,4 Billionen Dollar kommen. In die Top zehn hat es allerdings nur eines davon geschafft: Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC), der international größte Auftragshersteller von Halbleitern und einer der wichtigsten Akteure der globalen Tech‑Industrie. TSMC wird an der Börse mit knapp 1,3 Billionen Dollar bewertet. Platz drei im Länder-Ranking belegt gemessen am Börsenwert Saudi-Arabien mit 1,5 Billionen Dollar. Diese Bewertung hängt an einem Konzern, der damit sogar unter den Top zehn gelandet ist: Saudi Aramco . Der Börsengang des staatlichen Erdöl‑ und Energiekonzerns war 2019 der größte aller Zeiten. Den stärksten Zuwachs in den Top 100 verzeichneten Konzerne aus China. Sie verteuerten sich an der Börse um 27 Prozent. Die Marktkapitalisierung von US-Unternehmen stieg um 23 Prozent, die von europäischen Konzernen um 20 Prozent. „Das Jahr 2025 stand an den Weltbörsen ganz im Zeichen der Künstlichen Intelligenz“, sagt Henrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung von EY. Die Euphorie rund um neue KI-Anwendungen und -Geschäftsmodelle habe global für kräftige Kursgewinne gesorgt. „Doch die Profiteure sitzen vor allem in den USA und Asien.“ Unter den acht Unternehmen mit den größten Wertzuwächsen in den Top 100 fänden sich ausschließlich Tech-Giganten aus diesen beiden Regionen. „Europa hingegen spielt im aktuellen KI-Rennen nur eine Nebenrolle – einmal mehr droht der Anschluss bei einer Schlüsseltechnologie verloren zu gehen“, warnt Ahlers. Europa hinkt hinterher Auch wenn es ernst zu nehmende Stimmen gebe, die vor einer gigantischen KI-Blase an der Börse warnten, sprächen die Zahlen doch eine klare Sprache: „Europa hinkt bei der Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsmodelle weit hinterher“, so Ahlers. Die Gründe dafür seien auch strukturell: Eine schwache Risikokapitalkultur und das Fehlen eines integrierten europäischen Kapitalmarkts bremsten Innovation und Wachstum in Europa. Insgesamt befinden sich nur noch 17 europäische Unternehmen unter den Top 100. Zum Vergleich: 2007 waren es noch 46. Auch deutsche Konzerne wurden verdrängt: Es kommen nun lediglich drei aus Deutschland, während es 2007 noch sieben waren: SAP rangiert auf Platz 45, Siemens auf Rang 73 und die Allianz auf Platz 98. Seit Ende 2024 sind damit SAP und Siemens deutlich abgerutscht, während die Allianz zuvor erst die 135. Position belegt hatte. Zuvor war die Deutsche Telekom noch unter den Top 100 gewesen. Besonders eine Branche, die in Deutschland derzeit strauchelt, konnte das Wettrennen um die höchsten Börsenwerte nicht mithalten: Ende 2023 waren noch alle deutschen Autokonzerne unter den 300 teuersten Unternehmen der Welt vertreten. Derzeit schafft es keiner mehr in diese Liste. Der wertvollste Autokonzern der Welt ist Tesla auf Rang neun mit einem Börsenwert von rund 1,5 Billionen Dollar. Zum Vergleich: Mercedes-Benz, BMW und Volkswagen kommen zusammen auf einen Börsenwert von 197 Milliarden Dollar und belegen die Ränge 327, 329 und 364. Ihre Bewertung stieg im Jahresverlauf insgesamt um 30 Prozent. Auch wenn sie es nicht unter die 100 teuersten Unternehmen der Welt geschafft haben, so gelang doch zwei deutschen Unternehmen ein beachtlicher Sprung: Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall konnte sich von Platz 660 auf Platz 252 verbessern und den Börsenwert auf 84 Milliarden Dollar verdreifachen. Siemens Energy kletterte von Rang 474 auf Rang 167. Der Börsenwert hat sich im Jahresverlauf um 193 Prozent auf 121 Milliarden Dollar erhöht.
