FAZ 12.01.2026
05:30 Uhr

Nutzung neuer Medien: Besser gelaunt nach digitaler Pause


Das Smartphone eine Weile beiseitezulegen, kann die Stimmung heben, wie Forscher aus Mainz und Erlangen feststellten. Allerdings gilt diese Erkenntnis nur eingeschränkt.

Nutzung neuer Medien: Besser gelaunt nach digitaler Pause

Auf digitale Technik eine Zeit lang zu verzichten, kann das Wohlbefinden steigern – die Wirkung ist jedoch schwach und hält nicht lange an. Das zeigt eine Studie von Forschern der Universitäten Mainz und Erlangen-Nürnberg. Die Wissenschaftler fragten 237 Personen zwischen 18 und 29 Jahren zwei Wochen lang mehrmals täglich, ob sie etwa ihr Smartphone vorübergehend abgeschaltet oder auf andere Art „Digital Disconnecting“ praktiziert hatten. Gleichzeitig gaben die Teilnehmer Auskunft darüber, wie sie sich fühlten. Demnach hob das Abschalten zwar ein wenig die Stimmung, dieser Effekt war aber nicht sehr ausgeprägt und hielt nur etwa zwei bis drei Stunden an. Sofern der Verzicht freiwillig geschah, verbesserte das die Laune deutlicher. Waren die Probanden dagegen gezwungen, zum Beispiel ihr Handy auszuschalten, konnte dies das Wohlbefinden sogar stören. „Es ist also durchaus wichtig, die Mediennutzung frei gestalten zu können“, folgert Studienautorin Alicia Gilbert. Nach ihren Worten waren Untersuchungen zur digitalen Abstinenz bisher oft als Interventionsstudien angelegt: Den Teilnehmern wurde dabei vorgegeben, wann und in welchem Ausmaß sie auf moderne Medien verzichten sollten. Diese Studien hätten widersprüchliche Ergebnisse geliefert, was die Folgen für das Wohlbefinden angehe. Dies könne daran gelegen haben, dass sich die Versuchspersonen in ihrem Alltag eingeschränkt gefühlt hätten. In ihrer eigenen Studie registrierten die Forscher aus Mainz und Erlangen nicht nur komplette digitale Abstinenz, sondern auch Einschränkungen wie etwa das Aktivieren des Flugmodus am Handy. „Es zeigte sich, dass die Teilnehmenden vielfach auch in Situationen, in denen sie angaben, sich von einem digitalen Medium zu disconnecten, andere digitale Medien weiterhin nutzten – etwa wenn sie das Smartphone weglegten, aber gerade am Laptop arbeiteten“, so Gilbert. „Digital Disconnection und Mediennutzung fanden somit vielfach gleichzeitig statt.“