Mit Klimaschutz lässt sich jede Maßnahme begründen, und sei sie noch so deppert. Mit sozialer Härte, also deren Abfederung, ebenso. Dahinter liegen sicher hehre Ziele, aber die Bekämpfung tatsächlichen oder vermuteten Missstands führt bisweilen in teure Sackgassen. Man darf dies zum Bürgergeld annehmen, und wer in das Loch zwischen Brutto und Netto auf seiner Gehaltsabrechnung blickt, vermutet Weiteres. Nun hätte die Möglichkeit bestanden, der politisch in die Enge getriebenen Automobilindustrie und ihrer Kundschaft Zeit zu geben, sich für das Elektroauto zu erwärmen. In den Entwicklungsabteilungen entdecken wir vielversprechende frische Ware, ein künftiges E-Modell eines deutschen Herstellers haut uns geradezu aus den Verbrennersocken. Keine Chance gegen günstige Verbrenner Statt darauf, also auf Ideenreichtum, zu vertrauen, wird eine neue Förderung aufgelegt, deren Berechnung zudem derart kompliziert ist, dass eine schöne Schar Stellen in der Verwaltung notwendig sein wird. Social Leasing soll Härten abfedern und Menschen mit niedrigem Einkommen auf die Elektrospur heben, Vorbilder gibt es in Frankreich und Italien. Es ist trotzdem Nonsens, das teure neue Elektroauto hat gegen gebrauchte günstige Verbrenner keine Chance. Logische Forderung: auch Subvention für Gebrauchte. So kann man immer weitermachen, aus Steuern, die den Bürger bekanntlich nichts kosten. Derweil zerstört die Subventionitis die Restwerte, ach, es ist ein Elend. Im Markt für Heizungen läuft es ähnlich, wer 40.000 Euro verdient, soll sich dank Zuschuss eine Wärmepumpe für 35.000 Euro kaufen? Falls in der Bundesregierung noch irgendjemand an die Kraft des Wettbewerbs und die Motivation von Leistungsträgern glaubt, wäre es wert, dem Raum zu geben. Und, falls unser Leben rundum elektrisch werden soll, etwas gegen die hohen Strompreise zu tun. Dann kommen die Kunden von ganz allein. Sogar aus Überzeugung.
