FAZ 11.02.2026
09:13 Uhr

Nördlich von Vancouver: Tote und Verletzte nach Schüssen an Schule in Kanada


Eine Frau soll an einer Schule im Westen Kanadas mehrere Menschen erschossen haben – und dann mutmaßlich sich selbst. Insgesamt ist von zehn Toten die Rede.

Nördlich von Vancouver: Tote und Verletzte nach Schüssen an Schule in Kanada

Bei einem der folgenschwersten Schusswaffenvorfälle in der Geschichte Kanadas sind zehn Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten sei auch eine Frau, die nach ersten Erkenntnissen als Tatverdächtige gelte, teilte die Polizei am Dienstag (Ortszeit) in der westlichen Provinz British Columbia mit. Ihre Leiche wurde demnach in einer Schule in der Ortschaft Tumbler Ridge gefunden, wo zuvor durch Schüsse sieben Menschen zu Tode kamen und etwa zwei Dutzend weitere verletzt wurden. An einem zweiten Ort, der wahrscheinlich mit der Tat in Verbindung stehe, seien zwei weitere Tote gefunden worden. Die Polizei wurde nach eigenen Angaben um 13.20 Uhr Ortszeit (21.20 Uhr MEZ) über Schüsse an einer Schule in Tumbler Ridge informiert. Zu dem Hintergrund der Tat war zunächst nichts bekannt. Auch ob es sich bei den Toten um Kinder oder Lehrkräfte handelt, wurde nicht mitgeteilt. Es handelt sich aber laut kanadischen Medien um den tödlichsten Vorfall dieser Art an einer Ausbildungsstätte in dem nordamerikanischen Land seit 1989. Damals erschoss ein 25-Jähriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm. Es sei eine „sich rasch entwickelnde und dynamische Lage“ gewesen, erklärte der Kommandant der örtlichen Polizei, Ken Floyd. „Das war ein unglaublich schwieriger und emotionaler Tag für unsere Gemeinde“, fügte er hinzu. Polizei fahndete nach einer „Frau in einem Kleid“ Der kanadische Premierminister Carney zeigte sich angesichts des „schrecklichen“ Vorfalls erschüttert. Er sei „am Boden zerstört“, erklärte er in Onlinediensten. „Meine Gebete und tief empfundene Anteilnahme gelten den Familien und Freunden, die durch diese grauenhaften Gewalttaten geliebte Menschen verloren haben.“ Carney sagte zudem seine geplante Reise zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vorerst ab. Angesichts des Vorfalls werde er seine Reise „fürs Erste“ nicht antreten, erklärte sein Büro gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Carney hatte geplant, von Mittwoch bis Sonntag in München zu sein. Die Polizei hatte Menschen in der Gegend mehrere Stunden lang dazu aufgerufen, ihre Türen zu verriegeln und ihre Häuser oder Geschäfte bis auf weiteres nicht zu verlassen. Laut dem kanadischen Sender CBC hat die Polizei die Identität der mutmaßlichen Täterin inzwischen geklärt. Am Nachmittag war dem Warnhinweis zufolge nach einer „braunhaarigen Frau in einem Kleid“ gefahndet worden. Aus Datenschutzgründen und zum Schutz der Ermittlungen würden derzeit aber keine genaueren Details bekanntgegeben, hieß es. Der Ort Tumbler Ridge liegt Luftlinie rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver. Laut eigenen Angaben zählt die Gemeinde etwa 2700 Einwohnerinnen und Einwohner. In Kanada gibt es viel seltener Schusswaffengewalt als im südlichen Nachbarland USA, wo es auch immer mal wieder zu Taten mit Schüssen an Schulen kommt. Experten führen das auf die deutlich strengeren kanadischen Waffengesetze zurück.