FAZ 11.02.2026
07:14 Uhr

Nördlich von Vancouver: Sieben Tote nach Schüssen an Schule in Kanada


Eine Person erschießt im Westen Kanadas mehrere Menschen – und dann offenbar sich selbst. Insgesamt ist von zehn Toten die Rede. Laut dem Sender CBC fahndet die Polizei nach einer „Frau in einem Kleid“.

Nördlich von Vancouver: Sieben Tote nach Schüssen an Schule in Kanada

Bei einem Schusswaffenvorfall an einer Schule und einem Wohngebäude im Westen Kanadas sind nach Angaben der Polizei insgesamt zehn Menschen ums Leben gekommen. An der höheren Schule in Tumbler Ridge in der kanadischen Provinz British Columbia wurden sieben Menschen erschossen, zwei weitere wurden tot in einem Wohngebäude aufgefunden, wie die kanadische Polizei am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Zudem sei in der Schule ein Mensch, von dem angenommen werde, dass es sich um den Schützen handele, „mit offenbar selbst zugefügten Verletzungen tot aufgefunden“ worden. Ein weiteres Opfer sei auf dem Weg zur Behandlung in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Zwei Menschen seien mit schweren oder lebensbedrohlichen Verletzungen ins Krankenhaus geflogen worden, 25 weitere Menschen seien zur Behandlung nicht-lebensbedrohlicher Verletzungen in eine örtliche Klinik gebracht worden. Die übrigen Schüler und Mitarbeiter seien sicher evakuiert worden. Am Nachmittag wurde der Polizei zufolge eine Warnmeldung über einen aktiven Schützen ausgegeben. Der Tatort in dem Wohngebäude steht ersten Ermittlungen zufolge im Zusammenhang mit dem Vorfall an der Schule. Der Hintergrund der Tat war zunächst unklar. Angeblich Täterin Laut dem kanadischen Sender CBC hat die Polizei die Identität des mutmaßlichen Schützen inzwischen geklärt. Am Nachmittag war dem Sender zufolge nach einer „Frau in einem Kleid“ gefahndet worden. Aus Datenschutzgründen und zum Schutz der Ermittlungen würden derzeit aber keine genaueren Details bekanntgeben, hieß es. Es sei eine „sich rasch entwickelnde und dynamische Lage“ gewesen, erklärte der Kommandant der örtlichen Polizei, Ken Floyd. „Das war ein unglaublich schwieriger und emotionaler Tag für unsere Gemeinde“, fügte er hinzu. Kanadas Premierminister Mark Carney reagierte betroffen auf den Vorfall. Er sei „am Boden zerstört“, erklärte er in Onlinediensten. „Meine Gebete und tief empfundene Anteilnahme gelten den Familien und Freunden, die durch diese grauenhaften Gewalttaten geliebte Menschen verloren haben.“ Der kanadische Premier sagte zudem seine geplante Reise zu der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) vorerst ab. Angesichts des Vorfalls werde Carney seine Reise „fürs Erste“ nicht antreten, erklärte sein Büro gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Carney hatte geplant, von Mittwoch bis Sonntag in München zu sein. Tumbler Ridge liegt mehr als 1100 Kilometer nördlich von Vancouver, der größten Stadt in British Columbia.