FAZ 07.03.2026
20:41 Uhr

Niederlage gegen BVB: Das Kölner Aufbäumen in der Schlussphase kommt zu spät


Der 1. FC Köln beginnt forsch gegen Borussia Dortmund, gerät dann aber in Rückstand. Und weil Simpson-Pusey kurz vor der Halbzeit vom Feld geschickt wird, hat der BVB anschließend leichtes Spiel. Zumindest bis zur 88. Minute.

Niederlage gegen BVB: Das Kölner Aufbäumen in der Schlussphase kommt zu spät

Borussia Dortmund hat mit einem Sieg beim dezimierten 1. FC Köln den Druck auf FC-Coach Lukas Kwasniok erhöht. Gegen eine Halbzeit in Unterzahl spielende Kölner siegte der BVB 2:1 (1:0). Beim abstiegsbedrohten Bundesliga-Aufsteiger schossen Serhou Guirassy (16. Minute) und Maximilian Beier (60.) die Tore für den Tabellenzweiten. Bei den Rheinländern hatte Jamai Simpson-Pusey wegen groben Foulspiels in der Nachspielzeit der ersten Hälfte die Rote Karte (45.+2) gesehen. Köln kämpfte aber und kam durch Jakub Kaminski (88.) immerhin zum Anschlusstreffer. Durch den Sieg wahren die Dortmunder ihren Vorsprung von sechs Punkten auf den Dritten Hoffenheim. Für die Kölner wird die Lage nach dem fünften sieglosen Spiel nacheinander dagegen immer bedrohlicher. Der Vorsprung von zwei Zählern auf die Abstiegsregion könnte am Sonntag aufgebraucht sein. In den kommenden Spielen beim Hamburger SV und im Derby gegen Borussia Mönchengladbach gegen direkte Konkurrenten müssen Punkte her – wohl auch, um den Job von Kwasniok zu retten. Nach der jüngsten 0:2-Enttäuschung gegen den FC Augsburg hatten die Kölner Bosse dem Trainer zwar den Rücken gestärkt. Dennoch hatte es in den Tagen vor dem Spiel gegen den BVB Berichte über ein angebliches Ultimatum gegeben, das Kwasniok indes dementierte. Dass der FC dringend mal wieder gewinnen muss, war indes auch dem 44-Jährigen klar. Tatsächlich begann sein Team forsch und hatte zumindest zu Beginn mehr Ballbesitz als der Tabellenzweite, bei dem die Anspannung nach dem 2:3 im Spitzenspiel gegen den FC Bayern und der damit wohl verspielten Meisterschaft zu fehlen schien. Der BVB quälte sich eher durch die Partie, als Freude am Spiel zu haben. Die Kölner machten das Spiel, aber Dortmund ging in Führung. Es war der frühere FC-Stürmer Guirassy, der den Kollektivschlaf der Kölner Abwehr ausnutzte. Nach einer Ecke beförderte Maximilian Beier den Ball wieder im Bogen in den Kölner Strafraum, wo Guirassy schnell schaltete und den Ball mit der Sohle vorbei an FC-Keeper Marvin Schwäbe ins Netz drückte. Für den Angreifer war es der zwölfte Saisontreffer und bereits der siebte in der Rückserie. Wegen des Fastenmonats Ramadan hatte Dortmunds Chefcoach Niko Kovac gegen die Bayern noch auf die Moslems Guirassy und Ramy Bensebaini in der Startelf verzichtet. In Köln durften beide dann aber wieder von Beginn an ran. Übler Tritt von Simpson-Pusey bringt Platzverweis Nach der Führung übernahmen die Westfalen langsam die Spielkontrolle, ohne dabei zu glänzen. Die Kölner schwächten sich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit selbst. Winter-Zugang Simpson-Pusey trat Beier von hinten grob und ohne Aussicht auf den Ball in die Achillessehne. Die Gelbe Karte revidierte Schiedsrichter Daniel Siebert nach Ansicht der Videobilder zum Unmut des Kölner Publikums und zückte Rot. In Unterzahl stemmten sich die Rheinländer zwar gegen die Niederlage, waren aber zu harmlos. Die Dortmunder taten nicht mehr als nötig, um den Sieg zu sichern. Nach einer Stunde spielte sich Beier im Doppelpass mit Julian Brandt frei und traf zum 2:0. Durch Kaminskis Anschlusstreffer wurden die Schlussminuten nochmal spannend. Doch nach einigem Hin und Her wollte kein weiteres Tor fallen. Die Kölner hätten zudem gerne noch einen Handelfmeter für sich gesehen, die Unparteiischen entschieden jedoch dagegen.