Mit dem Einstieg des Bundes in Tennet Deutschland endet eine zähe Suche nach neuen Eignern. Tennet gehört dem niederländischen Staat und kaufte sich 2010 mit dem hiesigen Stromnetz von Eon ein Deutschlandgeschäft ein. Wegen der Energiewende sind viele Milliarden an Investitionen nötig, was Den Haag im Nachbarland nun nicht mehr leisten wollte. Lange verhandelte man mit dem deutschen Staat über einen Komplettverkauf, was unter anderem an Uneinigkeit in der Ampelkoalition scheiterte. Seufzer der Frustration darüber sind in Den Haag noch immer zu hören. Stattdessen hat die Regierung in zwei Schritten Käufer für jeweils große Minderheitspakete gefunden: im Herbst ein Investoren-Trio, zu dem der niederländische Pensionsfonds ABP gehört, der Betriebsrenten im öffentlichen Dienst verwaltet; nun den deutschen Staat. Über einen verbleibenden 29-Prozent-Anteil behält sich Den Haag Einfluss auf eventuelle länderübergreifende Projekte vor. Aus Sicht der Niederlande ist es eine elegante Transaktion. Bei guter Geschäftsentwicklung profitieren auch noch niederländische Rentner.
