FAZ 04.12.2025
16:19 Uhr

Neuer Trainer bei Mainz 05: „Sind sehr sicher, dass wir einen gefunden haben“


Bo Henriksen geht, der U23-Trainer Benjamin Hoffmann übernimmt. Doch das Trainer-Karussel bei Mainz 05 soll sich noch weiterdrehen, sagt Sportvorstand Christian Heidel.

Neuer Trainer bei Mainz 05: „Sind sehr sicher, dass wir einen gefunden haben“

Das Interregnum soll nur ein Bundesligaspiel lang währen. Am Mittwoch haben der FSV Mainz 05 und Trainer Bo Henriksen sich getrennt, als Übergangslösung hat der für die U23 zuständige Benjamin Hoffmann übernommen. Und für die Tage nach der Partie gegen Borussia Mönchengladbach am Freitagabend (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-Bundesliga und bei Sky) stellt Christian Heidel die Verpflichtung eines neuen Mannes in Aussicht. „Wir haben eine sehr konkrete Idee und sind sehr sicher, dass wir einen gefunden haben“, sagte der Sportvorstand am Donnerstagnachmittag. Das Aus für Henriksen sei keine einseitige Entscheidung des Klubs gewesen, sagte Heidel. „Uns war es wichtig, dass diese Trennung so stilvoll über die Bühne geht, wie es irgendwie möglich ist. Und wenn wir uns dann in den Armen liegen, ist das offenbar gelungen.“ Weder bei der Vereinsführung noch bei Henriksen selbst sei der „Denkapparat erst nach dem Freiburg-Spiel angesprungen“. Bis dahin allerdings hätten alle Beteiligten gehofft, mit einem Erfolg den Bock umzustoßen. „Und dann wäre es auch mit Bo weitergegangen.“ Der desaströse Auftritt beim 0:4 im Breisgau sei jedoch ein Schock gewesen. In den Gesprächen am Montag und Dienstag hätten beide Seiten eruieren wollen, ob es noch eine Möglichkeit gebe, die Trennung zu umgehen. Anscheinend war es der Trainer, der die Weichen stellte. „Bo hat erwähnt, vielleicht brauche die Mannschaft eine neue Ansprache“, vielleicht könne ein neuer Trainer die Reaktion auslösen, auf die alle Beteiligten in den vergangenen Wochen vergebens gewartet hatten. Die Suche nach einem Nachfolger betreibe der Verein seit Montag. „Bo war über alle unsere Schritte informiert, wir haben nichts hinter seinem Rücken unternommen“, sagte Heidel. Vom Profil her handele es sich um einen ganz anderen Trainertypen. „Ein Bo 2.0 würde nicht funktionieren, dafür ist Bo Henriksen zu einzigartig.“ Damit endet am Bruchweg eine Zeit, die im tiefsten Abstiegskampf 2023/24 begonnen hat. Henriksen war damals der dritte Trainer der Saison nach dem zurückgetretenen Bo Svensson und dem von der Interimslösung zum Cheftrainer beförderten Jan Siewert. An Rosenmontag verkündeten die Mainzer die Verpflichtung des Dänen, dem zum Einstand ein 1:0 gegen den FC Augsburg gelang. „Mainz 05 verdankt ihm sehr, sehr viel. Er hat in einer fast aussichtslosen Lage den Verein und die ganze Stadt aufgerüttelt und uns mit seiner empathischen, leidenschaftlichen Art zum Klassenerhalt und ein Jahr später sogar bis in die Conference League geführt“, sagte Heidel. „Das ist Fußball“ – kaum einen Satz hat Bo Henriksen in seiner Mainzer Amtszeit häufiger gesagt. In guten wie in schlechten Zeiten. In seinem schlechtesten Moment bei den Rheinhessen blieb er sich treu: „Das ist leider auch Fußball.“