An Streamingprogramm herrscht kein Mangel, mit HBO Max kommt am Dienstag ein weiterer Kanal in Deutschland hinzu. Der Konkurrenzkampf verschärft sich, was einige gleich zu spüren bekommen. HBO Max hat Qualitätsstücke in großer Zahl im Angebot, und was dort neu anläuft, bleibt anderen vorenthalten, zum Beispiel dem Abosender Sky. Der Lieferant HBO vertreibt seine Stücke jetzt selbst. Für die Zuschauer wird es unübersichtlicher. HBO Max gehört zum Medienkonzerns Warner Bros. Discovery, zu dem das Filmstudio Warner Bros., der Streamingdienst Discovery+, der Nachrichtensender CNN, HBO und Eurosport sowie das Comic-Universum DC Comics zählen. Der Abokanal HBO Max ist in den USA seit 2020 verfügbar und hat aktuell rund 128 Millionen Kunden. Nun folgen Deutschland, Österreich, die Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein, im März Großbritannien und Irland. Die kleinste Variante ist vergleichsweise günstig HBO (Home Box Office) ist seit jeher für hochwertige und preisgekrönte Serien bekannt, wie „Die Sopranos“, „Game of Thrones“, „Succession“, „The White Lotus“, „Euphoria“ oder „The Last of Us“. Neben Kult-Comedys wie „Friends“ und „The Big Bang Theory“ zeigt der Streamer auch Blockbuster wie „Superman“, „The Batman“, „Dune“, die „Harry Potter“-Teile und Horrorfilme wie „Weapons“. Die mit mehreren Emmys ausgezeichnete Krankenhausserie „The Pitt“ kommt hinzu. Die Serie „A Knight of the Seven Kingdoms“, die am 19. Januar startet, ist ein Ableger von „Game of Thrones“ und bringt die Zuschauer zurück nach Westeros. Der Serienableger „House of the Dragon“ geht im Sommer in die dritte Staffel. Die kanadische Serie „Heated Rivalry“ über die Liebe zwischen zwei Eishockey-Spielern hat in Amerika für Furore gesorgt. Miley Cyrus will für die zweite Staffel einen Song beisteuern. Die sechs Episoden starten in Deutschland am 6. Februar. Die deutsche Produktion „Banksters“ über einen Bank-Azubi, der sich auf kriminelle Abwege begibt, startet am 20. Februar bei HBO Max. Im Herbst ist die achtteilige Vorgeschichte zu „4 Blocks“ um Clanboss Toni Hamady (Kida Khodr Ramadan) zu sehen. Durch Partnerschaften mit deutschen Produktionsfirmen sind bei HBO Max Filme wie „Das Parfum“ und die „Fack ju Göhte“-Reihe zu sehen, im kommenden Jahr der Blockbuster „Die Tribute von Panem – Sunrise on the Reaping“, der im November 2026 in die Kinos kommt. Sportfans sehen vom 6. Februar an die Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele von Milano/Cortina, da Rechteinhaber Eurosport ebenfalls zu Warner Bros. Discovery gehört. Das Abonnement von HBO Max ist in der kleinsten Variante für 5,99 Euro pro Monat recht günstig. Wer werbefrei streamen und Inhalte herunterladen will, muss 11,99 Euro monatlich zahlen. Das Premiumabo für 16,99 Euro im Monat beinhaltet mehr parallele Streams, eine bessere Bildqualität (4K UHD) und eine höhere Downloadzahl. Ein Sportpaket (mit der Tour de France, Wintersport und den Australian Open) ist für drei Euro im Monat zusätzlich buchbar. Die Olympischen Winterspiele kann jeder Kunde sehen. Nach einem Jahr steigen die Preise um monatlich einen Euro. Die Abos sind monatlich kündbar. Ein vergünstigtes Jahresabo gibt es nicht. HBO Max steht über den Browser unter hbomax.com sowie über alle gängigen App Stores zur Verfügung. Außerdem kann der Streamingdienst über verschiedene Smart-Fernseher und Streaminggeräte wie Google Chromecast, Amazon Fire TV, Apple TV oder Roku genutzt werden und über die Playstation und die Xbox. Paramount und Netflix wollen Warner übernehmen Mit waipu.tv hat HBO Max einen Vertrag abgeschlossen, der dafür sorgt, dass Nutzer ein Kombinationsabo zum Preis von 17,99 Euro buchen können. RTL hat zum Start von HBO Max ebenfalls ein Bündnis mit dem Konkurrenten geschlossen. Wer die beiden Streamingdienste RTL+ und HBO Max im Doppelpack bucht, bekommt die Abonnements günstiger – wer in den nächsten vier Wochen bucht, bekommt das kleinste Paket für 9,99 Euro im Monat. Die Preise reichen bis 17,99 Euro monatlich. Sky/Wow hat bislang viele HBO-Formate in Deutschland gezeigt – und das bleibe auch so, teilte der Sender der Deutschen Presse-Agentur mit. So liefen die kommenden Staffeln von Serien wie „The White Lotus“, „Euphoria“ oder „House of the Dragon“ bei Sky und Wow – parallel zu HBO Max. An Neuproduktionen wie „The Pitt“ kommt Sky jedoch nicht heran, und auch aus der digitalen Bibliothek von Sky werden HBO-Titel verschwinden. Im vergangenen Sommer hatte die RTL Group bekannt gegeben, dass sie Sky Deutschland übernehmen will, um den deutschen Streamingmarkt gegen große US-Anbieter zu stärken. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme indes noch zustimmen. Warner Bros. Discovery selbst steckt zurzeit in einer Bieterschlacht. Die Medienkonzerne Paramount und Netflix wollen Warner übernehmen. Der Warner-Vorstand hat den Aktionären empfohlen, das Angebot von Netflix anzunehmen. Netflix bietet 82,7 Milliarden Dollar für den Kauf. Paramount hatte, nachdem der Warner-Vorstand beschlossen hatte, mit Netflix ins Geschäft zu kommen, einen feindlichen Übernahmeversuch gestartet und bietet 108,4 Milliarden Dollar. Da der Warner-Vorstand dieser Offerte vor wenigen Tagen wiederum eine Absage erteilte, wendet sich Paramount direkt an die Aktionäre. Paramount wird von David Ellison geleitet, dem Sohn des Oracle-Gründers Larry Ellison, einem glühenden Trump-Unterstützer, der in den USA Medien in großem Stil vereinnahmt und sie auf Regierungskurs bringen lässt. An der – noch nicht abgeschlossenen – Übernahme von Tiktok in den USA ist Ellison ebenfalls beteiligt.
