FAZ 06.08.2026
09:52 Uhr

Neue Route bei Frankfurt: Der Wanderweg mit der Maus


Auch der Elefant ist dabei: In Bad Homburg gibt es neuerdings zwei Naturerlebnispfade für Kinder, auf denen sie immer wieder der Maus und ihrem Freund begegnen. In Bad Homburg wurde sie quasi geboren.

Neue Route bei Frankfurt: Der Wanderweg mit der Maus

Die Maus gehört zu Bad Homburg. Die Rede ist hier nicht von irgendeiner Maus, sondern von der aus der Sendung mit der Maus. Denn die Künstlerin, die 1969 erste Entwürfe des Tiers zeichnete, das in Deutschland bald jedes Kind kennen sollte, lebte in der Kurstadt. Außerdem hatte Isolde Schmitt-Menzel (1930–2022) einen Wohnsitz in Texas. Bad Homburg aber hat sie eine doppelt gemoppelte Maus hinterlassen. Das kam so: Zunächst goss Schmitt-Menzel im Jahr 2003 eine Maus aus Bronze für eine Werkschau im Museum im Gotischen Haus. Zehn Jahre später vergrößerte sie die Originalfigur auf Bitten der Stadt. Seitdem haben viele Besucher die Maus im Skulpturengarten neben dem Museum gesehen. Jetzt soll das Tier aus dem Fernsehen noch mehr Leute, vor allem sehr kleine, zum Gotischen Haus und in den angrenzenden Stadtwald bis zum Hirschgarten locken. Die Stadt hat kürzlich einen Naturerlebnispfad eröffnet, bei dem die eigens vom WDR lizenzierte Maus Pate stand und Antworten gibt. Genauso übrigens wie der blaue Elefant, der  im Fernsehen das Programm für die Jüngsten bestreitet. Der Elefantenpfad in Bad Homburg richtet sich an Kinder zwischen vier und sechs Jahren und zieht sich über anderthalb Kilometer. Der 2,5 Kilometer lange Mauspfad ist für Kinder bis neun Jahre gedacht. An zehn Stationen erklären Schilder mit den beiden Tierfiguren Dinge über Natur und Geschichte, die im Stadtwald eng verflochten sind. Da findet sich etwa das Pferdegrab. Auf der Sandsteinplatte auf dem Boden steht: „Hier liegt das schönste Pferd begraben, das alle Tugenden vereint. Könnt man mit Thieren Freundschaft haben, so läge hier mein Freund.“ Die Kinder erfahren, dass Landgraf Friedrich V. Ludwig an dieser Stelle vor mehr als 200 Jahren sein Lieblingspferd beerdigte. Am Teehaus ist zu lernen, dass dort einst Adlige plauderten. Die Kinder werden aufgefordert, dem Klopfen der Spechte in den Bäumen rundherum zu lauschen. So sollen nach den Worten von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) auf dem Pfad „kulturelles Erbe und Umweltbildung Hand in Hand“ gehen. Auch die letzte Station bietet Historie wie Naturkunde: Der Hirschgarten, in dem Besucher heute Ziegen und Damwild beobachten können, diente im 19. Jahrhundert nicht nur dazu, Tiere zur Schau zu stellen, sondern auch als Jagdrevier.