Die angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland bekommen auch die Selbständigen zu spüren. Die Auftragslage hat sich bei der Hälfte von ihnen im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert. Nur 16 Prozent geben an, dass sie sich verbessert habe. Das geht aus dem Freelancer-Kompass hervor, der laut eigenen Angaben größten regelmäßigen Befragung von Selbständigen in Deutschland. An der ersten Befragungswelle, deren Ergebnisse der F.A.S. vorliegen, haben 1316 Befragte teilgenommen. Besonders deutlich sind die Auftragsrückgänge demnach in der Automobilbranche sowie in der IT- und Softwareindustrie. 43 Prozent der Freelancer geben an, dass ihre Auslastung derzeit nicht gesichert sei. Nur jeder Vierte hat auch noch in mehr als drei Monaten ausreichend Aufträge in Aussicht. „Freelancer stehen für Flexibilität und Expertise“, sagt Thomas Maas, Chef der Plattform Freelancermap, die die Befragung durchführt. Doch sie gerieten durch wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen zunehmend unter Druck. „Das trifft nicht nur einzelne, sondern prägt den Markt insgesamt.“ Die schwierige Auftragslage führt offenbar dazu, dass Selbständige bereit sind, bei der Auswahl der Aufträge ihre Ansprüche zu reduzieren. Während in der Befragung vom vergangenen Jahr noch 77 Prozent angaben, Projekte aufgrund von zu niedrigen Stundensätzen abzulehnen, gaben dies aktuell nur noch 70 Prozent an. Während damals knapp jeder Dritte Projekte aufgrund eines zu langen Arbeitsweges ausschlug, waren dies zuletzt nur noch 18 Prozent. Der Anteil derer, die Projekte aus Kapazitätsgründen ablehnen, hat sich von 43 auf 23 Prozent reduziert.
