FAZ 01.02.2026
20:08 Uhr

Neue Akten veröffentlicht: Keine Kontaktscheu zu Epstein


Angesichts der neuen Akten wirken Beteuerungen, man habe nichts von Epsteins Machenschaften geahnt, wie Ausflüchte.

Neue Akten veröffentlicht: Keine Kontaktscheu zu Epstein

Die neuen Epstein-Akten zeigen, wie geschickt der New Yorker Vermögensverwalter es verstand, Kontakte zu knüpfen. Die Liste der Leute, mit denen er Nachrichten austauschte, beinhaltet einige der reichsten, prominentesten und einflussreichsten Leute des Planeten. Der Milliardär Elon Musk beispielsweise erkundigte sich, wann auf Epsteins Insel die besten Partys gefeiert würden und der britische Milliardär Richard Branson schrieb, er freue sich, Epstein wiederzusehen, aber nur, wenn der „seinen Harem“ mitbringe. Das ist kein Beweis für irgendwelche Vergehen der Betroffenen. Darauf werden sie auch nicht müde, hinzuweisen. Eins aber zeigen die Unterlagen: Keiner der Erwähnten hatte Hemmungen, Kontakt mit Epstein zu pflegen. Teilweise erfolgte das in anzüglichem Ton, teilweise so, dass man implizite Botschaften vermuten darf. Die Beteuerungen, man habe nichts von Epsteins Machenschaften gewusst, bekommen außerdem Risse, wenn man auf den Zeitpunkt schaut: Ein Großteil der Kommunikation erfolgte nach dessen Verurteilung wegen Sexualdelikten im Jahr 2008. Sicher, niemand gibt gern zu, mit einem verurteilten Sexualstraftäter private Nachrichten ausgetauscht zu haben. So aber sieht es nach Ausflüchten und Vertuschung aus. Auch wenn das Justizministerium keine weiteren Akten veröffentlichen will, ist die Affäre noch nicht ausgestanden.