Die European League of Football (ELF) dürfte Geschichte sein. Nachdem zuletzt mehrere abtrünnige Teams, darunter der erste ELF-Champion 2021, Frankfurt Galaxy, vollmundig verkündet hatten, sich mit der neuen ELF-Leitung auf eine gemeinsame Zukunft verständigt zu haben, folgte nun der wohl endgültige Bruch. An diesem Donnerstag gaben sechs ehemalige ELF-Teams, die sich zur Interessengemeinschaft European Football Alliance (EFA) zusammengeschlossen haben, bekannt, nun doch nicht mit der ELF an den Planungen für eine im Frühsommer beginnende Footballsaison als europäische Spitzenliga zusammenarbeiten zu wollen. Vielmehr habe die EFA die „beschlossene Kooperation“ aufgekündigt, weil in den gemeinsamen Gesprächen die Erkenntnis gereift sei, dass die ELF die von der EFA avisierten „Standards für eine finanzielle Stabilität und Transparenz“ nicht erfüllen könne. Nach F.A.Z.-Informationen hängt das vor allem mit dem Rückzug eines großen Investors zusammen, der bislang zugesichert hatte, die ELF zu unterstützen. Welche Rolle spielen die Vorwürfe gegen die Karajica-Brüder? Inwieweit die Entscheidungen mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft im österreichischen Klagenfurt gegen den langjährigen Geschäftsführer und Hauptgesellschafter der ELF, Zeljko Karajica, sowie dessen Bruder Tomislav wegen finanzieller Ungereimtheiten um den Fußballklub Austria Klagenfurt zusammenhängen, blieb zunächst offen. Die Karajica-Brüder, die in den vergangenen Jahren beim österreichischen Zweitligaklub beteiligt waren oder sind, weisen bislang sämtliche Vorwürfe zurück. Man sei zuversichtlich, hieß es in einem schriftlichen Statement der EFA, die bereits angestoßene Entwicklung einer eigenen, unabhängigen Liga nach dem Modell der US-Spitzenliga National Football League (NFL) weiter voranzutreiben. Dieses Unterfangen erscheint jedoch angesichts der Kürze der verbleibenden Zeit bis zum traditionell avisierten Saisonstart im europäischen Football Ende Mai oder Anfang Juni eher unrealistisch. Die unmittelbare Zukunft der Teams Frankfurt Galaxy, Paris Musketeers, Prague Lions, Nordic Storm, Madrid Bravos und Raiders Tirol wird dadurch ungewisser denn je. Denkbar aus Galaxy-Sicht wäre darüber hinaus ein Wechsel in die jüngst ebenfalls von ehemaligen ELF-Teams um Rhein Fire als Konkurrenzliga ins Leben gerufene American Football League Europe (AFLE). Dieser Schritt erscheint aufgrund der in Frankfurt immer wieder geäußerten Wünsche nach einer wirtschaftlichen Mitbestimmung und höherer finanzieller Beteiligung, die in dieser Form in der AFLE nicht gegeben sein werden, ebenso unwahrscheinlich. Zudem hat Frankfurt Galaxy – im Gegensatz zu den meisten anderen ehemaligen ELF-Teams – bis zu diesem Donnerstag noch keine einzige Personalentscheidung für 2026 kommuniziert.
