Der Plan für einen gemeinsamen Ligaverband des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit den 14 Klubs der Frauen-Bundesliga ist überraschend geplatzt. Wie die Vereine am Donnerstag gemeinsam mitteilten, werden die Klubs zunächst ohne den DFB den „Frauen-Bundesliga FBL e.V.“ gründen. Dies soll die Vermarktung der Liga auf ein neues Niveau bringen und die Professionalisierung vorantreiben. „In den Gesprächen mit dem DFB waren die wesentlichen Punkte zur Gründung einer gemeinsamen FBL GmbH bereits vereinbart, umso überraschender war für uns Klubs das Infragestellen der verhandelten Eckpunkte zum jetzigen Zeitpunkt – obwohl die Vereine im Vergleich ein Vielfaches in die Frauen-Bundesliga investieren werden“, sagte Bayern Münchens Vorstandschef Jan-Christian Dreesen: Die Entscheidung sei nun „einstimmig“ getroffen worden, „um nicht weiter Zeit zu verlieren“. „Nicht akzeptable Forderungen“ Eigentlich war für den 10. Dezember am DFB-Campus in Frankfurt am Main die Gründung geplant. Diese wollen die Vereine nun am gleichen Tag in der Frankfurter Arena abhalten – und zwar ohne den Dachverband. Die Nachricht kam einen Tag nach der Vergabe der Frauen-EM 2029 nach Deutschland vollkommen überraschend. Hintergrund ist laut Informationen der „Bild“, dass sich die Klub-Bosse wie Bayerns Jan-Christian Dreesen von den Verhandlungsführern beim DFB getäuscht sahen. Demnach soll der Verband „nicht akzeptable Forderungen“ gestellt haben, nachdem die Verträge bereits fertig verhandelt waren. Ursprünglich sah der Plan vor, dass der Ligaverband und der DFB jeweils 50 Prozent der Anteile an der „Frauen-Bundesliga Gesellschaft“ halten sollen. Der DFB wollte 100 Millionen Euro in die angestrebte Professionalisierung investieren und das Geld schrittweise innerhalb von acht Jahren in die Liga stecken. Das hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf rund um seine Wiederwahl beim Bundestag unterstrichen. Noch mehr wäre auf die Klubs zugekommen: Mehrere Hundert Millionen Euro wollten die Vereine in das Personal und die Infrastruktur investieren. Man sei „enttäuscht davon, dass sich bereits getroffene Verabredungen mit dem Deutschen Fußball-Bund aus unserer Sicht nicht in den Vertragsmaterialien wiederfinden“, sagte Vorstandssprecher Axel Hellmann von Eintracht Frankfurt: „Aus diesem Grund erfolgt der Gründungsakt nun ohne Mitwirkung des DFB. Wie sich der Prozess in der Folge gestaltet und ob es in diesem zu einem Joint Venture mit dem DFB kommen wird oder die Klubs einen eigenständigen Weg gehen werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig offen.“
