Ski-Star Lindsey Vonn hat nach ihrem heftigen Sturz bei der Weltcup-Abfahrt von Crans-Montana ihre Hoffnung auf einen Start bei den Olympischen Winterspielen noch nicht aufgegeben. „Mein Olympia-Traum ist noch nicht vorbei“, schrieb die 41-Jährige bei Instagram. Sie habe sich am linken Knie verletzt, bespreche die Situation mit ihren Ärzten und dem Team und werde sich weiteren Untersuchungen unterziehen. „Das ist ein sehr bitteres Ergebnis eine Woche vor den Olympischen Spielen… aber wenn ich eines kann, dann ist es ein Comeback“, versicherte Vonn. Die Olympiasiegerin von 2010 war bei dem Rennen in der Schweiz schon nach wenigen Fahrsekunden nach dem Sprung ins „Fuchsloch“ zu Fall gekommen und in ein Fangnetz gerutscht. Die 41-Jährige, die beste Abfahrerin des aktuellen Winters und Favoritin auf Olympia-Gold, stand erst zögerlich wieder auf, nachdem sich einige Betreuer um die Sportlerin gekümmert hatten. Vonn konnte dann zwar wieder mit Ski ins Ziel rutschen, hielt sich dabei aber mehrfach das linke Knie. Helikopter fliegt Vonn in Krankenhaus Im Ziel winkte sie kurz den Fans – später aber flog ein Hubschrauber die Amerikanerin in eine Klinik. Der US-Verband teilte in den sozialen Medien knapp mit, dass Vonn untersucht werde. Ihr Trainer Aksel Lund Svindal sagte dem ORF: „Sie hat ein bisschen Schmerzen. Aber ich bleibe positiv. Ich hoffe, dass nichts gerissen ist. Der linke Fuß und das linke Knie schmerzen.“ Eigentlich wollte Vonn eine einmalige Comeback-Story schreiben. Sie war zur vorigen Saison in den Weltcup zurückgekehrt, eine Teilprothese aus Titan sitzt in ihrem rechten Knie. Die ehrgeizige Olympiasiegerin glaubte fest daran, 16 Jahre nach ihrem ersten Abfahrtsgold in Vancouver noch einmal um die wertvollste Medaille bei den Winterspielen mitfahren zu können. Umstrittene Rennabsage nach Sturz Und die aktuelle Saison gab ihr recht: Von den bisherigen fünf Abfahrten im Weltcup gewann sie zwei und fuhr in den anderen drei immerhin auf das Podest. Der Sieg bei Olympia in Cortina, auf einer von Vonns Lieblingsstrecken, schien nur über sie zu gehen. Dann aber kam Crans-Montana und der Sturz, ausgerechnet neun Tage vor dem olympischen Showdown in den Dolomiten. Vor Vonn, die mit der Startnummer sechs auf die anspruchsvolle Piste „Mont Lachaux“ gegangen war, stürzten bereits zwei weitere Athletinnen. Die Österreicherin Nina Ortlieb kam mit einem „blauen Fleck am Kinn“ davon, wie sie erzählte. Marte Monsen (Norwegen) musste mit dem Rettungsschlitten abtransportiert werden. Ein Testfahrer sagte der Jury dann nach Vonns Sturz, dass sich die Verhältnisse bei einsetzendem Schneefall verschlechterten. Das Rennen wurde abgesagt. „Wir wollten nicht noch mehr die Sicherheit der Athletinnen riskieren“, sagte Rennchef Peter Gerdol. Bei den anderen Fahrerinnen stieß dies zunächst auf Unverständnis. „Das ist lächerlich“, sagte die Deutsche Kira Weidle-Winkelmann, die oben am Berg auf ihren Start wartete. Vonns Teamkollegin und Weltmeisterin Breezy Johnson erinnerte daran, dass sie in diesem Winter schon bei schlechterer Sicht Rennen gefahren seien. Die Sportlerinnen diskutierten lebhaft über die Entscheidung – konnten sie aber zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr ändern. Wolfgang Maier, der langjährige Alpin-Chef und Sportvorstand im Deutschen Skiverband (DSV), sprach im ZDF von „individuellen, skifahrerischen Fehlern“, die zu den Stürzen führten. Er meinte, die Piste sei „nicht schlecht, aber nicht ganz gleichmäßig“ präpariert gewesen. Dieser „extremen Herausforderung“ seien die gestürzten Rennfahrerinnen nicht gerecht geworden.
