FAZ 14.12.2025
09:06 Uhr

Nach Fan-Boykott: Polizei äußert sich zum Nacktkontrollen-Vorwurf bei Bundesliga-Derby


Aus Protest gegen polizeiliche Maßnahmen boykottieren Hunderte Fans das Rhein-Derby zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln. Einer Anschuldigung widerspricht die Polizei nun aber.

Nach Fan-Boykott: Polizei äußert sich zum Nacktkontrollen-Vorwurf bei Bundesliga-Derby

Der Fan-Boykott beim Rhein-Derby zwischen Bayer Leverkusen und dem 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga ist durch eine Polizeikontrolle bei zwei FC-Anhängern ausgelöst worden. Vor dem Fußballspiel seien die beiden Personen am Einlass durch Beamte herausgezogen und intensiv kontrolliert worden, teilte ein Polizei-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Dabei habe es sich aber nicht um eine „Nacktkontrolle“ gehandelt, wie es zunächst aus Fankreisen hieß, ehe der Vorwurf schnell vor allem in den Sozialen Medien die Runde machte. Bei einer Person seien „passive Waffen“ gefunden worden, so die Polizei. Aus Protest gegen die Polizeiaktion waren rund 500 Personen aus der Kölner Fan-Szene vor dem Anpfiff geschlossen abgereist. Trotz der Rivalität zwischen den beiden Klubs zeigten auch die Leverkusener Ultras Solidarität mit den Kölner Anhängern. Nach Anpfiff rollten die Heimfans zunächst ihre Fahnen und Transparente ein und verließen in der ersten Halbzeit schließlich ebenfalls das Stadion. „Ich hätte nicht gedacht, dass sich unsere Fans mit den Kölnern solidarisieren“, sagte Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes beim Pay-TV-Sender Sky dazu. Nach Angaben der Leverkusener seien die regulären Einlasskontrollen im Gästebereich „ruhig und ohne Zwischenfälle“ verlaufen. Kölns Trainer Lukas Kwasniok bedauerte das Fehlen der Fan-Szene während der 90 Minuten. „Grundsätzlich hätten wir in solch einem heißen Duell gern die Unterstützung gehabt. Es ist schade, dass sie nicht da waren“, sagte Kwasniok. Auch Kölns Torhüter Marvin Schwäbe äußerte sein Bedauern: „Das ist extrem schade und traurig“, sagte der Fußballprofi. „Als Sportsmann will man einfach, dass das Stadion voll ist und die richtigen Leute in der Kurve stehen.“ FC-Sportdirektor Thomas Kessler meinte: „Das war heute eine eigenartige Situation. Das ist nicht das, was wir im Fußball sehen wollen.“