Es war eine Machtdemonstration des Abou-Chaker-Clans, als der Sohn der Clangröße Arafat Abou-Chaker am Amtsgericht Potsdam 2022 bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag bekam: 7,4 Millionen Euro hatte er für ein Villengrundstück in Kleinmachnow geboten, dessen Verkehrswert mit 14,8 Millionen Euro beziffert worden war. Es war das Mindestgebot, außer ihm hatte niemand ein Angebot abgegeben. Abou-Chakers Sohn war damals erst 21 Jahre alt, er lebte noch bei seiner Mutter und war Student. Sein Vater hätte damals wahrscheinlich selbst nicht mitbieten können: Er hatte Ärger mit dem Finanzamt, das später sogar beschlagnahmte Sneaker von ihm zwangsversteigerte. Trotzdem kann Arafat Abou-Chaker seitdem weiterhin in seiner Villa residieren. Ermittlungen gegen drei Männer Eigentlich wollte er dort mal mit seinem Freund und Geschäftspartner, dem Rapper Bushido, zusammenwohnen. Sie hatten das Grundstück zusammen gekauft, sich dann aber zerstritten. Auf Antrag von Bushido wurde das Grundstück schließlich zwangsversteigert. Nach der Versteigerung teilte das Amtsgericht Potsdam mit, dass man ziemlich verwundert gewesen sei, dass es lediglich ein Gebot für das Luxusanwesen gegeben habe. „Normalerweise gibt es bei vergleichbaren Versteigerungen immer Drittinteressenten“, sagte ein Sprecher. Aber wer bietet schon gerne gegen den Abou-Chaker-Clan, um dann das Clanoberhaupt aus seinem Zuhause zu vertreiben? Verdacht der Geldwäsche Allerdings wurden die Behörden dann doch schnell misstrauisch, woher ein 21 Jahre alter Student so viel Geld haben soll. Gegen A. Abou-Chaker wurden Ermittlungen eingeleitet wegen des Verdachts der Geldwäsche. Am Donnerstagmorgen kam nun Bewegung in den Fall: Polizisten durchsuchten laut der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) wegen des Verdachts der Geldwäsche und Verschleierung unrechtmäßiger Vermögenswerte insgesamt sieben Objekte in den Bundesländern Brandenburg (Kreis Barnim und Kreis Potsdam-Mittelmark), Berlin und Nordrhein-Westfalen (Essen, Kreis Recklinghausen) – darunter ist laut „Bild“ und „Tagesspiegel“ auch das Villengrundstück in Kleinmachnow. Die Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber der F.A.Z., dass Hintergrund der Ermittlungen der Erwerb dieser durchsuchten Immobilie im Landkreis Potsdam-Mittelmark sei. Ermittelt wird demnach gegen drei deutsche Beschuldigte im Alter von 24, 25 und 40 Jahren. Weitere Details zu den Hintergründen nannte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht.
