Der Erfurter Eisschnellläufer Felix Maly verzichtet wegen des Startverbots für seinen Teamkollegen Fridtjof Petzold auf die mögliche Teilnahme an der Mehrkampf-Weltmeisterschaft in Heerenveen. Er sehe sich „aus Solidarität mit meinem Teamkollegen und aus persönlicher Überzeugung“ nicht in der Lage, an den Start zu gehen, teilte Maly am Dienstag mit. Darüber habe er die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) vor der Nominierung schriftlich informiert. Die DESG hatte Petzold nach dessen Kritik an der Verbandsführung bei den Olympischen Spielen in Mailand mit einem vorläufigen Startverbot belegt und seinen Status als Kaderathlet ausgesetzt. „Als Leistungssportler bin ich auf faire, transparente und verlässliche Rahmenbedingungen angewiesen. Dazu gehört für mich auch die Möglichkeit, Missstände oder Kritikpunkte anzusprechen, ohne befürchten zu müssen, dadurch sportlich benachteiligt zu werden“, schrieb Maly, der ebenfalls in Mailand angetreten war. Damit steigt der Druck auf die DESG und insbesondere deren Präsidenten Matthias Große, auch wenn Maly schrieb, dass sich seine Entscheidung nicht gegen einzelne Personen richte. Die Lage bei der DESG ist an diesem Thema auch Thema im Sportausschuss des Bundestags.
