An Brandenburgs Schulen haben die Gewalttaten erheblich zugenommen. Im Jahr 2024 hat die Polizei 853 Körperverletzungen und 240 Bedrohungen registriert. Im Jahr 2020, als die Erfassung begonnen hatte, waren es 510 Körperverletzungen und 92 Bedrohungen, was allerdings auch mit den Schulschließungen der Corona-Zeit zusammenhängt. Besonders bedenklich seien die Angriffe auf Lehrer, stellte vor Kurzem Brandenburgs Innenstaatssekretär im Innenausschuss des Landtags fest. Im Jahr 2020 gab es 91 Taten, im Jahr 2024 dann 241 Angriffe. Auf alle Straftaten an Schulen bezogen, waren vier von fünf Tatverdächtigen Deutsche, die Quote der nichtdeutschen Verdächtigen lag 2024 bei 18,5 Prozent. Nach Gewaltexzessen in Schulen in Cottbus haben die Landesregierung und die Stadt Cottbus nun mit harten Schritten reagiert. Die Eltern der Regine-Hildebrandt-Grundschule hatten sich mit einem Brandbrief an die Öffentlichkeit gewandt. Gewalttätige Schüler, von denen die meisten einen Migrationshintergrund haben, hatten Mitschüler in Angst und Schrecken versetzt, weil sie drohten, Reizgas versprühten und Mitschüler verletzten. Die betroffenen Kinder werden psychologisch betreut. In einigen Fällen ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft Cottbus. Insgesamt laufen mindestens 178 Ermittlungsverfahren, hinzu kommen mehr als 100 zum Schulumfeld, denn nicht immer gehörten die mutmaßlichen Täter zur Schule. Cottbus-Gipfel geplant Im Frühsommer soll es einen Cottbus-Gipfel geben. Bis dahin soll ein ganzes Paket von Maßnahmen greifen, auf das sich der Cottbuser Oberbürgermeister Tobias Schick (SPD) mit Brandenburgs Innenminister René Wilke (SPD) und Brandenburgs Bildungsminister Steffen Freiberg (SPD) verständigt hat. Zu den wichtigsten gehört eine Kurskorrektur in der Migrations- und Integrationspolitik mit einer kreisspezifischen Wohnsitzauflage. Es sei nicht integrationsfördernd und werde auch der Lastenverteilung nicht gerecht, wenn die Zuweisung in einen Kreis letztlich fakultativ ist. Migranten mit einer Aufenthaltserlaubnis können künftig dazu verpflichtet werden, an einem bestimmten Ort zu wohnen, und dürfen ihn nicht mehr frei auswählen. „Konzentrationseffekte, wie wir sie in Cottbus und in anderen Städten erleben, mit negativer Wirkung auf Integration und einen funktionierenden Sozialraum, sind auch durch zu große Freizügigkeit und mangelnde Steuerung entstanden“, sagte René Wilke. Bildungsminister Freiberg will die Schulen kurzfristig unterstützen und sieht die Konzentration vieler schlecht oder gar nicht Deutsch sprechender Schüler als eine der Ursachen, weshalb er eine gezielte Verteilung solcher Jugendlicher nicht ausschloss. Die Stadt Cottbus prüft mit Unterstützung des Schulamtes und des Bildungsministeriums eine Änderung der Schuleinzugsbereichssatzung. Der Oberbürgermeister in Cottbus forderte langfristig Möglichkeiten besonderer Beschulungsformen für verhaltensauffällige Kinder außerhalb von Regelschulen. Kurzfristig wurden Sicherheitsdienste eingesetzt, auch eine stärkere Videoüberwachung wird geprüft. Die Schule und das Schulamt hätten sämtliche ordnungsrechtliche Maßnahmen bis auf den Verweis von der Schule ausgeschöpft. Zwei der Täter hat das Jugendamt inzwischen in Obhut genommen, weil die Eltern massiv überfordert gewesen seien, berichtete der Oberbürgermeister. Wiederholt straffällig gewordene Kinder sollen zeitweise an anderen Schulen außerhalb von Cottbus unterrichtet werden.
