Nach seinem Wutausbruch vor der Winterpause muss Karim Adeyemi im Trainingslager des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zum Rapport. Trainer Niko Kovac kündigte am Freitag in Marbella ein klärendes Gespräch an, nachdem sich der Nationalspieler gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) massiv über seine Auswechslung geärgert hatte. „Das haben wir bisher nicht getan. Nach dem Spiel sind natürlich alle in ihre Richtungen abgedüst“, berichtete Kovac, der nach eigenen Angaben bereits Kontakt mit Adeyemi aufgenommen hatte: „Das wollen wir hier noch einmal im persönlichen Gespräch unter vier, sechs oder acht Augen – je nachdem, wer da teilnimmt – noch einmal durchgehen.“ „Das gehört sich nicht, und das weiß auch Karim“ Adeyemi war nach einer schwachen Leistung und dazu rot-gefährdet gegen Gladbach ausgewechselt worden und anschließend fluchend und wild gestikulierend nur von Sportdirektor Sebastian Kehl daran gehindert worden, in die Kabine zu flüchten. Der Sportdirektor kündigte im Anschluss umgehend eine Strafe an. „Das gehört sich nicht, und das weiß auch Karim“, betonte Kehl damals zu dem Abgang des Dreiundzwanzigjährigen: „Deswegen wird er dafür eine Geldstrafe bekommen.“ Laut Kovac habe Adeyemi über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel genügend Zeit gehabt, um sein Verhalten zu reflektieren. „Ich kenne Karim auch sehr gut, Karim ist ja von Haus aus ein sehr, sehr guter Junge“, sagte der BVB-Coach: „Ich weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Das wird er sicherlich auch dementsprechend wieder verändern.“ Zuvor hatte Adeyemi bereits durch seinen Ärger mit der Justiz wegen einer „Mystery Box“, die illegale Waffen enthielt, für Schlagzeilen gesorgt. Darüber hinaus wird es im Dortmunder Trainerteam im neuen Jahr eine Veränderung geben: Der BVB trennte sich vom bisherigen Standard-Experten Alex Clapham vorzeitig. „Sein Vertrag wäre ohnehin im Sommer ausgelaufen. Wir sind beide zum Schluss gekommen, dass wir jetzt getrennte Wege gehen“, kommentierte Kovac die Personalie knapp zum Trainingsstart. Der 36 Jahre alte Engländer hatte sein Aus beim BVB zuvor selbst über eine Internet-Plattform verkündet. Clapham war einst von Kovacs Vorgänger Nuri Sahin geholt worden. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wäre sein Vertrag nicht verlängert worden. Einen Ersatz soll es nicht geben.
