FAZ 05.12.2025
10:46 Uhr

Nach „Ampel-Aus“: „KI-Ära“ ist Wort des Jahres 2025


Das hat die Gesellschaft für deutsche Sprache bekannt gegeben. Auf den Plätzen zwei und drei landeten politische Begriffe.

Nach „Ampel-Aus“: „KI-Ära“ ist Wort des Jahres 2025

„KI-Ära“ ist das Wort des Jahres 2025. Das entschied die Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden aus einer Vorauswahl von zehn Begriffen. Die Künstliche Intelligenz sei „aus dem Elfenbeinturm der wissenschaftlichen Forschung herausgetreten“ und habe „die Mitte der Gesellschaft erreicht“, begründeten die Sprachexperten ihre Wahl. Ob bei Recherchen im Internet, bei der Animation von Fotos oder bei der Erstellung von Texten – immer mehr Menschen nutzten heutzutage KI. Bereits in den vergangenen Jahren habe das Thema die Wahl der Wörter des Jahres geprägt. So standen schon die Begriffe „KI-Boom“ und „generative Wende“ auf der Auswahlliste. Auf Platz zwei und drei: „Deal“ und „Land gegen Frieden“ „Die Wende ist inzwischen vollzogen, der Boom hält unvermindert an“, befand die GfdS nun. Die KI-Ära biete viele Chancen, sei aber ebenso „mit Risiken des Missbrauchs und eines Verlusts an eigenständigem, kritischem Denken, Sprechen und Schreiben“ verbunden. Die Sprachexperten erwarten, „dass die flächendeckende Nutzung von KI sich auf die künftige Entwicklung der deutschen Sprache auswirken wird“. Auf Platz zwei der Liste folgt der Begriff „Deal“. Der Anglizismus werde immer häufiger anstelle von Kompromiss, Verhandlungsergebnis, Abkommen oder Vertrag verwendet und schlage sich auch in Zusammensetzungen wie Friedensdeal, Geiseldeal oder Zolldeal nieder. Er stehe „für eine Politik, die sich ungeschönt dazu bekennt, eigene wirtschaftliche Interessen an die erste Stelle zu setzen und dabei die Belange anderer und deren Recht auf territoriale Integrität, kulturelle Selbstbestimmung und Wohlstand zu ignorieren“, begründete die GfdS die Wahl. Auf den dritten Platz wurde die Sprachformel „Land gegen Frieden“ gewählt. Ebenso wie bei den Redewendungen „Frieden gegen Land“ oder „Frieden für Land“ sei damit die Forderung gemeint, „dass die Ukraine es akzeptieren müsse, Gebiete an Russland zu verlieren, um einen Friedensvertrag oder Waffenstillstand zu erreichen“. Auch „klimamüde“ und „Vertiktokung“ standen zur Wahl Der Begriff „Sondervermögen“, das die Bundesregierung etwa für die Modernisierung der Bundeswehr und den Ausbau der Infrastruktur aufgelegt hat, landete auf Platz vier. Die restlichen sechs Begriffe der Vorauswahl waren „Wehrdienst-Lotto“, „Drohnisierung“, „Strafzölle“, „Wohlstandsverlust“, „klimamüde“ und „Vertiktokung“. 2024 wurde „Ampel-Aus“ zum Wort des Jahres; davor waren es „Krisenmodus“ und „Zeitenwende“. Die Sprachaktion, bei der Experten und -expertinnen eingesandte Vorschläge und Belege aus verschiedenen Medien für eine Rangliste besonderer Begriffe des Jahres auswerten, gibt es bereits seit den 1970ern.