FAZ 01.02.2026
09:50 Uhr

NFL-Finale in den USA: Alles, was Sie zum Super Bowl 2026 wissen müssen


Der Super Bowl ist ein Spektakel. Millionen Menschen in mehr als 100 Ländern schalten ein, wenn die NFL den Football-Champion kürt. Nicht nur um die Halftime Show sind heftige Diskussionen entbrannt.

NFL-Finale in den USA: Alles, was Sie zum Super Bowl 2026 wissen müssen

Was ist der Super Bowl? Der Super Bowl ist das jährliche Endspiel der National Football League (NFL), der stärksten Football-Liga der Welt. Nach der regulären Saison erreichen 14 der insgesamt 32 NFL-Mannschaften die dreiwöchigen Play-offs. Nach drei Runden stehen sich dann die beiden Sieger der sogenannten Conference Championships im großen Finale in den USA gegenüber. Wann und wo findet der Super Bowl 2026 statt? Der Super Bowl LX, also das 60. NFL-Finale nach moderner Zählung, findet am 8. Februar 2026 (Ortszeit) im Levi’s Stadium in Santa Clara, unweit von San Francisco, statt. In Deutschland ist der Super Bowl in der Nacht von Sonntag auf Montag (9. Februar 2026) zu sehen; Anpfiff ist um 0.30 Uhr MEZ. Das Spiel dauert in der Regel etwa drei Stunden. Die berühmte Halftime Show startet etwa eineinhalb Stunden nach Anpfiff; in Deutschland wäre das gegen 2.00 Uhr MEZ. Ganz genau vorhersagen lässt sich das aber nicht. Welche Mannschaften spielen im Super Bowl 2026? Die Seattle Seahawks mit Quarterback Sam Darnold treffen auf die New England Patriots mit ihrem neuen, jungen Spielmacher Drake Maye. Während die Seahawks auf den zweiten Super-Bowl-Sieg nach 2014 hoffen, wollen die Patriots ihre außergewöhnlich erfolgreiche Teamgeschichte mit sechs NFL-Titeln 2002, 2004, 2005, 2015, 2017 und 2019 nach einigen Jahren des Misserfolgs nun fortschreiben. Titelverteidiger sind die Philadelphia Eagles; das Team um Quarterback Jalen Hurts schied in diesem Jahr jedoch bereits in der ersten Play-off-Runde aus. Welcher Sender überträgt den Super Bowl 2026 live im TV? Der Super Bowl 2026 wird in Deutschland live von RTL sowie bei DAZN übertragen. In den USA wechseln die übertragenden TV-Sender jährlich. Den Super Bowl LX in Santa Clara überträgt NBC. Wer tritt in der Halftime Show auf? Die Halftime Show ist ein großer und wichtiger Bestandteil des Super-Bowl-Spektakels. Für viele Fans zählt sie zu den Musik-Höhepunkten des Jahres. 2026 steht dort Bad Bunny auf der Bühne, der im vergangenen Jahr meistgestreamte Musiker auf der Plattform „Spotify“. Doch bei den etwa fünfzehnminütigen Auftritten in der Halbzeitpause des Football-Endspiels treten auch immer wieder prominente Überraschungsgäste auf. Warum ist das für Donald Trump ein Problem? Bad Bunny wurde in Puerto Rico geboren und singt auf Spanisch. Dazu hat sich der Einunddreißigjährige in der Vergangenheit immer wieder kritisch zur gegen die aus Lateinamerika stammenden Einwanderer gerichteten Deportationspolitik in den USA geäußert und versteht sich als Repräsentant der spanischsprachigen Minderheit. Seinen Auftritt beim Super Bowl will Bad Bunny als Symbol „für meine Leute, meine Kultur und unsere Geschichte“ verstanden wissen. Donald Trump bezeichnete die Auswahl des Musikers für die Halbzeitshow beim Football-Finale schon vor Wochen als „lächerlich“. Nun legte er in einem Interview nach: „Ich finde, es ist eine schreckliche Wahl.“ Rufe nach einer alternativen Halftime Show, die „amerikanische Werte“ verkörpere, gab es in den vergangenen Wochen immer wieder. 120.000 Menschen  unterschrieben eine Petition, die für einen Auftritt des 73 Jahre alten Country-Sängers George Strait wirbt. Bad Bunny sammelte bei Spotify allein im Jahr 2025 fast 20 Milliarden Streams mit seiner Musik. Was ärgert Donald Trump noch? Zur Feier des insgesamt 60. Super Bowls plant die NFL auch vor dem Spiel ein umfassendes Entertainmentprogramm. Die weltbekannte, kalifornische Rockband Green Day ist dabei der Hauptact. Doch auch Green Day ist Trump ein Dorn im Auge. Die Band um Sänger Billie Joe Armstrong machte in der Vergangenheit aus ihrer antifaschistischen Haltung nie einen Hehl, bei Konzerten dirigierte sie ihr Publikum gelegentlich sogar zu Gesängen mit der Zeile „Fuck Donald Trump“. Und im Lied „American Idiot“ wurde bei Liveauftritten eine programmatische Zeile immer wieder umgetextet, etwa zu: „Ich bin nicht Teil der MAGA-Politik.“ Trump sagte zu Green Day und Bad Bunny beim Super Bowl: „Ich bin gegen sie. Alles, was sie bewirken, ist, Hass zu säen. Schrecklich.“ Wird der US-Präsident beim Super Bowl sein? Im vergangenen Jahr, als der Super Bowl in New Orleans stattfand, war Trump der erste amtierende US-Präsident, der das NFL-Finale auf der Tribüne verfolgte. Auch weil sie beim Super Bowl die Bühne ganz dem Sport und der Musik überlassen wollten, waren Trumps Vorgänger traditionell dem NFL-Finale ferngeblieben. Trump aber sah das kurz nach seiner zweiten Wahl zum ersten Mann des Staates anders. Er ließ sich öffentlichkeitswirksam in der Arena fotografieren, als er zur Nationalhymne salutierte. In diesem Jahr aber wolle er nicht zum Super Bowl reisen, teilte Trump nun mit. Wegen Bad Bunny und Green Day? Oder weil er Pfiffe fürchtet? „Es ist einfach zu weit weg. Ich würde hin, wenn es ein bisschen näher wäre“, sagte Trump. Wer singt die amerikanische Nationalhymne beim Super Bowl 2026? Neben der Halftime Show gibt es rund um den Super Bowl noch weitere Gesangsauftritte. Vor dem Anpfiff wird Charlie Puth die amerikanische Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“ singen. Brandi Carlile wird „America the Beautiful“ performen und CoCo Jones „Lift Every Voice and Sing“. Wie teuer sind die Tickets für den Super Bowl 2026? Wer beim Super Bowl im Stadion sein möchte, muss dafür tief in die Tasche greifen. Und in der Regel steigen die Preise deutlich, je näher das Footballspiel rückt. Anfang Februar lagen die Ticketpreise auf diversen Onlineplattformen schon bei etwa 6000 Euro und damit höher als im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt. VIP-Tickets kosten entsprechend mehr. Verschiedene Anbieter verkaufen zudem diverse Ticketpakete, bei denen neben einem Platz im Stadion noch Zusatzleistungen wie Eintritte zu exklusiven Events enthalten sind. Für manche dieser Ticketpakete belaufen sich die Preise auf über 20.000 Euro. Wie viel kostet ein Werbespot im Super Bowl 2026? Die Kosten für einen Werbespot während der TV-Übertragung in Amerika erreichen beinahe jährlich neue Höhen. Für den Super Bowl 2026 hat der TV-Sender NBC übereinstimmenden Medienberichten zufolge einen Preis von durchschnittlich acht Millionen Dollar (etwa 6,7 Millionen Euro) für einen 30-Sekunden-Werbespot aufgerufen. Die Super-Bowl-Werbespots werden von den Unternehmen in der Regel speziell für den Super Bowl produziert und erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. Bereits drei Monate vor dem Spiel sollen sämtliche verfügbaren Werbeslots ausgebucht gewesen sein. Wo ist der Super Bowl 2026 mit originaler US-amerikanischer Werbung zu sehen? Den Super Bowl mit US-Originalkommentar und amerikanischer Werbung kann man über den sogenannten Game Pass der NFL sehen (kostenpflichtig). Der „Game Pass“ kann in Deutschland über den Streaminganbieter DAZN bezogen werden. Dort kommt es immer wieder vor, dass dennoch deutschsprachige Werbung in die amerikanische Übertragung eingespeist wird. Wenn dies passiert, gibt es einen nützlichen Trick: über die „Zurückspulen-Funktion“ 30 Sekunden zurückspringen, und schon sollte die originale US-Werbung für die eingefleischten Fans zu sehen sein. Ganz ohne Werbung lässt sich das Football-Endspiel im TV allerdings nicht verfolgen. Wie viele Menschen schauen den Super Bowl im TV oder im Stream? Allein in den USA verfolgen jedes Jahr mehr als 100 Millionen Menschen den Super Bowl. 2025 erreichte die Einschaltquote Ligaangaben zufolge mit etwa 127,7 Millionen in TV und Streams ihren bisherigen Höhepunkt. In Deutschland zog der Super Bowl 2025 beim Sender RTL im Schnitt 1,31 Millionen Menschen und in der Spitze 1,71 Millionen vor die Bildschirme. Damit lagen die Zahlen deutlich unter denen des Vorjahres. Welches Team stand am häufigsten im Super Bowl? Die New England Patriots standen von allen 32 NFL-Teams am häufigsten im Super Bowl. Die Mannschaft aus Foxborough erreichte das Football-Finale in diesem Jahr zum insgesamt zwölften Mal. Dahinter folgen die Pittsburgh Steelers, Dallas Cowboys, Denver Broncos und San Francisco 49ers mit je acht Teilnahmen. Am häufigsten den Super Bowl gewonnen haben die Patriots und die Steelers mit je sechs Siegen. Welcher Spieler hat den Super Bowl am häufigsten gewonnen? Tom Brady, der legendäre Quarterback der Patriots und Tampa Bay Buccaneers, gewann den Super Bowl insgesamt siebenmal. Wer ist in diesem Jahr Favorit? Die Seattle Seahawks mit dem überraschend starken Quarterback Sam Darnold und einer wiedererstarkten Defensive gelten für die meisten Experten als Favoriten im Super Bowl. Doch auch den von Mike Vrabel trainierten New England Patriots werden Chancen zugerechnet. Vieles wird darauf ankommen, wie der erst 23 Jahre alte Quarterback Drake Maye mit der großen Drucksituation im Finale zurechtkommt. Warum heißt das NFL-Endspiel Super Bowl – und was haben die Kansas City Chiefs damit zu tun? Ursprünglich hieß das heute unter dem Namen Super Bowl bekannte Spiel „AFL-NFL World Championship Game“, in dem die beiden besten Mannschaften der American Football League (AFL) und der National Football League (NFL) gegeneinander antraten. AFL und NFL hatten 1966 beschlossen, sich zu einer gemeinsamen Liga zusammenzuschließen. 1967 fand erstmals das gemeinsame Finale statt, im Jahr 1970 folgte dann die offizielle Vereinigung der beiden Ligen. Den Namen Super Bowl bekam das Finale über den damaligen Besitzer der Kansas City Chiefs, Lamar Hunt. Der erzählte später, dass ihm der Name in den Kopf geschossen sei, weil er sich an ein Spielzeug namens „Super Ball“ (einen in den USA millionenfach verkauften Flummi) erinnerte, mit dem seine beiden Kinder Lamar Jr. und Sharon oft gespielt hätten. Wirklich ernst gemeint, sagte Hunt, habe er den Namensvorschlag nie. Am Ende aber blieb es dabei, auch weil die amerikanische Presse die Bezeichnung „Super Bowl“ sofort übernahm und diese bei den Fans Anklang fand. 1969 wurde das Spiel erstmals als Super Bowl bezeichnet und 1970 erstmals offiziell als Super Bowl beworben, die zuvor ausgetragenen Spiele von 1967 und 1968 wurden rückwirkend ebenso genannt. Super Bowl I nach heutiger Zählweise ist also das Finale von 1967. „Bowl Games“ werden wichtige Footballspiele schon seit dem frühen 20. Jahrhundert genannt. Als Ursprung gilt das sogenannte „Rose Bowl Game“, das im Rahmen des „Tournament of Roses“ im nach seiner schüsselartigen Form „Rose Bowl“ genannten Stadion im kalifornischen Pasadena ausgetragen wurde.