FAZ 23.11.2025
08:00 Uhr

Museum für Militärgeschichte: Von Trümmern und Kasernen


Hanau: Neues Museum zur Militärgeschichte

Museum für Militärgeschichte: Von Trümmern und Kasernen

Ein Ende macht den Anfang: Trümmer, Ziegelsteine, an der Wand lehnt eine Schippe, dahinter ein Foto der im Krieg nahezu komplett zerstörten Stadt Hanau. Das erste Objekt im neuen Dokumentationszentrum zur Hanauer Militärgeschichte zeigt, was Krieg bedeutet – Tod und Zerstörung. Ganz bewusst hat es der Förderverein an den Beginn des Rundgangs durch das kleine Museum im Keller des Chariseums, das in einer der ehemaligen Pioneer-Kasernen im Stadtteil Wolfgang untergebracht worden ist. Der Schwerpunkt der ersten Ausstellung liegt auf der Zeit der amerikanischen Garnison in Hanau, die nach dem Zweiten Weltkrieg schrittweise zum größten Stützpunkt der amerikanischen Armee in Europa werden sollte. Deshalb zählt beispielsweise auch der Koffer eines amerikanischen Offiziers zu den Exponaten, dazu zahlreiche Fotos und Reproduktionen. Schwerpunkt ist die Nachkriegszeit Der Förderverein um die ehemalige Oberbürgermeisterin Margret Härtel (CDU) und den Militärhistoriker Jens Arndt hat die Ausstellung „Checkpoint Hanau“ zusammen mit dem Schweizer Kurator Francis Voirol konzipiert. Sie spannt den Bogen vom Beginn der amerikanischen Garnison bis zum Abzug der Truppen im Jahr 2008 und der folgenden Konversion der Militäranlagen. Allerdings reicht die Geschichte der Stadt Hanau als Truppenstandort viel länger zurück: Schon die Römer unterhielten ein Kastell, von dem sich übrigens der Name des Stadtteils Kesselstadt ableitet, der also nichts mit großen Töpfen zu tun hat. Nach den Soldaten der jeweiligen Landesherren zogen dann auch Einheiten des Kaiserreichs und der Wehrmacht in die Stadt. Diese Aspekte der Geschichte sollen in weiteren Ausstellungen gezeigt werden. Seit dem Abzug der GIs sind in Hanau keine Soldaten mehr stationiert, daran erinnerte bei der Eröffnung Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD), aber das könnte sich wieder ändern: Die ehemalige Underwood-Kaserne zählt zu den Liegenschaften, die für eine mögliche Nutzung durch die Bundeswehr reserviert worden sind. Geöffnet ist das kleine Museum im Chariseum, Maria-Montessori-Allee 2, montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr nach Vereinbarung unter info@dzm-hanau.de.