Die tschechische Munitionsinitiative hat für die Ukraine hohen praktischen Nutzen. Dem Land, das durch Russland mit Krieg überzogen wird, drohten vor einem Jahr die Geschosse für seine Artillerie auszugehen. Da Russland nicht nur ohne Rücksicht auf Verluste Soldaten in die Schlacht wirft, sondern dank Bundesgenossen wie China und Nordkorea auch an der schieren Zahl der verfügbaren Geschosse weit überlegen ist, bedeutet Munitionsmangel für die Ukraine eine Gefahr. Mit politischer Artillerieunterstützung Dank findiger Beamter sowie geschäftstüchtiger und gut vernetzter Unternehmer in der Tschechischen Republik und nicht zuletzt dank der politischen Artillerieunterstützung durch den früheren NATO-General und heutigen Präsidenten Petr Pavel konnte die Not zumindest spürbar gelindert werden. Die Initiative hat aber auch einen beträchtlichen Symbolwert. Zum einen für die Unterstützer der Ukraine, weil sie zeigt, wie viel man erreichen kann, wenn man bereit ist, das eingefahrene Denken in Kästchen zu verlassen. Zum anderen für den Populisten Andrej Babiš, der sich im tschechischen Wahlkampf als Gegner der Ukrainehilfen inszenierte und angekündigt hatte, die Initiative abzuwürgen. Nun, da er in Prag regiert, hat er sie doch laufen lassen und nur den (nicht sehr hohen) finanziellen Anteil seines Landes gekappt. Babiš ist halt doch in erster Linie Pragmatiker und Geschäftsmann.
