FAZ 17.02.2026
11:20 Uhr

Mondneujahr 2026: So feiert die Welt das chinesische Neujahr im Zeichen des Feuerpferdes


Am 17. Februar beginnt mit dem chinesischen Neujahrsfest 2026 das Jahr des Pferdes. Ein beliebter Neujahrsgruß passt da doppelt gut. Was bedeutet das Mondneujahr, wo wird es gefeiert – und wie lange dauert es?

Mondneujahr 2026: So feiert die Welt das chinesische Neujahr im Zeichen des Feuerpferdes

Familie, viel Lärm und die Farbe Rot: Das chinesische Neujahr fällt in diesem Jahr auf den 17. Februar, den ersten Tag des neuen Mondjahres. Es steht im Zeichen des Pferdes, genauer: des Feuerpferdes. Die Feierlichkeiten dauern 16 Tage. Damit endet das Jahr der Schlange, das am 29. Januar 2025 begonnen hatte. Das chinesische Neujahrsfest Chunjie (春节), auch Frühlingsfest genannt, gilt in China und etlichen ostasiatischen Ländern als der wichtigste Feiertag des Jahres. Da es sich nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender richtet, findet es nicht an einem fixen Datum des gregorianischen Kalenders statt, sondern meist am zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, also zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar. So gratuliert man zu „Chinese New Year“ Die chinesische Sprache ist einfallsreich, was Neujahrsglückwünsche angeht. Der Klassiker ist 新年快乐 (Xīn nián kuài lè), was „Fröhliches Neues Jahr“ heißt. Weitere Varianten: 恭喜发财 (Gōng xǐ fā cái) heißt wörtlich übersetzt „Glückwunsch und werde reich!“ 万事如意 (Wànshì rúyì) geht auch bei anderen Gelegenheiten und bedeutet „Mögen Tausend Dinge nach deinem Wunsch in Erfüllung gehen“. Beliebt ist auch 马上有钱 („Mǎshàng yǒu qián“). Damit wünscht man dem Gegenüber sofortigen Reichtum. Passt in diesem Jahr doppelt, denn „ma shang“ bedeutet sofort – wörtlich aber „auf dem Pferd“. Wie lange dauert das chinesische Neujahr? Das Fest dauert 16 Tage, rechnet man den Vorabend des Neujahrsfestes (analog zum westlichen Silvester) mit ein. Das Laternenfest (Yuanxiao Jie, 元宵節), das dieses Jahr auf den 3. März fällt, schließt das mehrtägige Neujahrsfest ab. Die festlichen Rituale zum Mondneujahr sollen – ähnlich wie am westlichen Silvester – Glück und Wohlstand bringen. Das Haus wird geschmückt. Dabei dominiert die Farbe Rot, steht sie doch für Glück und Wohlstand. In der Mythologie soll der Dämon Nian immer am Neujahrstag ein Dorf terrorisiert haben. Vertrieben werden konnte er durch Lärm und rote Farbe. Rot sind auch die Umschläge mit Geld, die am letzten Tag des Jahres an Kinder verteilt werden. Auch Firmen beschenken ihre Angestellten mit den Hongbao (红包). Rote Bänder mit goldenen Zeichen werden kopfüber aufgehängt. Auf den Straßen und an offiziellen Gebäuden sieht man rote Laternen. In den Tempeln werden Räucherstäbchen angezündet. Türen und Fenster werden geöffnet, um das Glück hereinzulassen. Licht weist dem Glück den Weg ins Haus und soll gleichzeitig böse Geister abschrecken. Vor dem chinesischen Neujahr wird geputzt, um Platz für das Glück zu schaffen. Am Neujahrstag selbst darf nicht geputzt werden, will man das Glück nicht gleich wieder verscheuchen. Am ersten Tag steht die Familie im Mittelpunkt. In China kehren dann so viele Menschen nach Hause zurück, dass die Reisewelle als „die größte Völkerwanderung weltweit“ bezeichnet wird. Es ist für Hunderte Millionen Chinesen oft die einzige Chance im Jahr, ihre Familien zu besuchen. Lassen Wanderarbeiter doch häufig ihre Kinder bei den Großeltern auf dem Land zurück, während sie selbst in Großstädten arbeiten. Was man am chinesischen Neujahrsfest traditionell isst Am Vorabend des chinesischen Mondneujahrs wird traditionell Fisch gegessen. Yú (鱼), das Wort für „Fisch“, klingt ähnlich wie „Überfluss“ – steht also für Wohlstand. Wichtig dabei ist, den Fisch nicht vollständig aufzuessen, um den Wohlstand nicht aufzubrauchen. Traditionell werden auch Jiaozi (饺子) genannte gefüllte Teigtaschen gegessen. Die Form der liebevoll per Hand gefalteten Jiaozi soll an alte Silberbarren erinnern, die offizielle Währung zur Zeit der Qin-Dynastie. Vietnam feiert Tết Die Zeit um Tết, wie das Fest auf Vietnamesisch heißt, nutzen Vietnamesinnen und Vietnamesen für einen Besuch in ihrem Heimatdorf. Das sind die chinesischen Tierkreiszeichen Mit dem chinesischen Neujahr beginnt das Jahr des Feuerpferdes. In der Liste der Tierkreiszeichen folgt das Pferd auf Schlange. Die insgesamt zwölf Tiere sind: Ratte, Ochse, Tiger, Hase (in Vietnam: Katze), Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Jedes Sternzeichen wird mit einem der fünf Elemente Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser verbunden. Das Element Wasser symbolisiert den Neuanfang. Kinder, die in diesem Mondjahr das Licht der Welt erblicken, sind Pferde – ebenso wie die Menschen, die vor zwölf, 24, 36, 48 Jahren und so weiter geboren wurden. Jedem Sternzeichen werden Eigenschaften zugeschrieben. In Vietnam stand das Jahr 2023 im Zeichen der Katze, nicht im Zeichen des Hasen. Denn bei den Tierkreiszeichen nimmt in Vietnam die Katze den Platz des Hasen zwischen Tiger und Drachen ein. Die anderen Tiere stimmen überein. Das neue Jahr endet am 5. Februar 2027. Am 6. Februar 2027 beginnt dann das Jahr der Feuerziege. Die Mondneujahrtermine der kommenden Jahre 6. Februar 2027 (Jahr der Feuerziege)26. Januar 2028 (Jahr des Erdeaffen)13. Februar 2029 (Jahr des Erdehahns)3. Februar 2030 (Jahr des Metallhundes)