Der Schweizer Zementhersteller Holcim muss sich in der Schweiz einer Klimaklage stellen. Ein Gericht im Kanton Zug hat eine entsprechende Klage von vier indonesischen Inselbewohnern zugelassen, wie die beteiligten Parteien am Montag mitteilten. Die Kläger von der Insel Pari werfen dem Konzern vor, zu wenig zur Reduzierung seiner CO₂-Emissionen zu tun und damit für den Anstieg des Meeresspiegels und wiederholte Überschwemmungen auf ihrer niedrig gelegenen Insel mitverantwortlich zu sein. Nach Angaben der Hilfsorganisation HEKS/EPER, die die Kläger unterstützt, ist es das erste Mal, dass in der Schweiz eine solche Klimaklage gegen ein Großunternehmen zugelassen wird. Holcim kündigte an, gegen die Zulassung der Klage vorzugehen. Die Kläger fordern von Holcim Schadenersatz, eine finanzielle Beteiligung an Flutschutzmaßnahmen sowie eine schnelle Senkung der Emissionen. Der Konzern erklärte seinerseits, er sei dem Ziel verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden. Seit 2015 habe Holcim die direkten CO₂-Emissionen um 50 Prozent reduziert. Die Zementproduktion ist laut dem Weltzement- und Betonverband für rund sieben Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich.
