Die spanische Staatsanwaltschaft hat ihre Ermittlungen wegen Missbrauchsvorwürfen gegen den Sänger Julio Iglesias eingestellt. Der Oberste Strafgerichtshof in Madrid teilte am Freitag mit, die spanische Justiz sei nicht zuständig. Das meldete das Onlineportal „elDiario.es“, das vor zehn Tagen zuerst über die Vorwürfe zweier ehemaliger Hausangestellter berichtet hatte. Die beiden Frauen gaben in ihren Anzeigen in Madrid an, sie hätten 2021 in zwei Villen des Sängers in der Dominikanischen Republik und auf den Bahamas ohne Vertrag gearbeitet. Dabei seien sie sexuellen Übergriffen sowie restriktiven Kontrollen ausgesetzt gewesen. Iglesias wurde der sexuellen Nötigung, des Menschenhandels sowie der Körperverletzung beschuldigt. Die beiden Frauen hatten bereits als geschützte Zeuginnen ausgesagt. Jetzt begründete das Gericht seine Entscheidung damit, dass es zu den Tatvorwürfen ausschließlich im Ausland gekommen sei. Es lägen deshalb weder territoriale noch persönliche Anknüpfungspunkte vor, die das Gesetz für ein Eingreifen der spanischen Justiz verlangt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft, die in der Sache selbst nicht ermittelt hatte, sind die beiden Frauen keine Spanierinnen. Sie seien auch nie mit Iglesias nach Spanien gereist, der selbst weder dort wohne, noch seinen Lebensmittelpunkt in dem Land habe. In sozialen Medien hatte der 82 Jahre alte Sänger die Missbrauchsvorwürfe als unbegründet zurückgewiesen und einen der führenden Strafverteidiger Spaniens engagiert.
