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01.03.2026
19:11 Uhr
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Partei dementiert Berichte über Tod Ahmadinedschads +++ Drei amerikanische Soldaten getötet +++ Dreiköpfiger Rat soll Iran übergangsweise führen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

USA: Mehr als 1000 iranische Ziele angegriffenDas US-Militär teilt mit, seit Beginn der Offensive am Samstag seien bislang mehr als 1000 iranische Ziele angegriffen worden. In einem Informationsblatt listet das Zentralkommando diverse Ziele auf, unter anderem Kommando- und Kontrollzentren der Revolutionsgarden, Standorte von Luftabwehrsystemen und ballistischen Raketen, Schiffe und U-Boote der iranischen Marine, Standorte für Schiffsabwehrraketen und Orte militärischer Kommunikation.Unterdessen drohte Irans Außenminister Abbas Araghtschi mit einem langen Krieg. „Wir hatten zwei Jahrzehnte, um Niederlagen des US-Militärs bei unseren westlichen und östlichen Nachbarn zu studieren“, schrieb der Minister im Kurznachrichtdienst X. Er spielte damit auf die Kriege in Afghanistan und dem Irak an. Daraus habe man Lehren gezogen, fügte er hinzu. Dezentralisierte Verteidigungsstrukturen ermöglichten dem Land, den Krieg nach Belieben in die Länge zu ziehen.
Erdoğan bedauert Tod von KhameneiDer türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat nach der Tötung des iranischen Staatschefs Ali Khamenei sein Beileid bekundet. Er bedauere den Tod Khameneis aufgrund der Angriffe am Samstag und spreche dem iranischen Volk sein Beileid aus, schrieb Erdoğan auf der Plattform X. Die Türkei werde ihre Bemühungen fortsetzen, damit der Konflikt in der Region beendet werde und man zur Diplomatie zurückkehre.
Berlin, Paris und London „entsetzt\" von iranischen Angriffen auf GolfstaatenDeutschland, Frankreich und Großbritannien haben die iranischen Angriffe auf mehrere Golfstaaten scharf verurteilt. In einer gemeinsamen Mitteilung der sogenannten E3-Staaten von Sonntag zeigten sich diese „entsetzt angesichts der wahllosen und unverhältnismäßigen Raketenangriffe des Iran auf Länder in der Region, darunter auch solche, die nicht an den ursprünglichen militärischen Operationen der USA und Israels beteiligt waren“. Teheran müsse seine „rücksichtslosen Angriffe“ sofort einstellen. Andernfalls werde man „die notwendigen Maßnahmen ergreifen“, um die eigenen Interessen und jene der Verbündeten in der Region durchzusetzen. Das könne „potentiell auch, falls notwendig, das Ermöglichen von verhältnismäßigen militärischen Defensivmaßnahmen einschließen, um die Fähigkeit des Iran, Raketen und Drohnen abzufeuern, an der Quelle zu zerstören“. Man werde hierzu mit den USA und den Verbündeten in der Region zusammenarbeiten.
Vereinigte Arabische Emirate schließen Botschaft in IranDie Vereinigten Arabischen Emirate schließen ihre Botschaft in Teheran und ziehen ihren Botschafter sowie alle Mitglieder ihrer diplomatischen Vertretung ab. Das kündigte die amtliche Nachrichtenagentur an. Grund sind die andauernden iranischen Raketenangriffe. Die Führung in Abu Dhabi verurteilte die Attacken, die zivile Ziele wie Wohngebiete, Flughäfen, Häfen und Dienstleistungseinrichtungen getroffen und unbewaffnete Zivilisten in Gefahr gebracht hätten, als „gefährliche und unverantwortliche Eskalation, die einen klaren Verstoß gegen die nationale Souveränität, das Völkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen“ darstelle. Das Außenministerium erklärte, die Entscheidung spiegele die feste und entschlossene Haltung des Landes wider, jegliche Angriffe auf seine Sicherheit und Souveränität zurückzuweisen. Die arabischen Golfstaaten, die sich als Hort der Sicherheit und Stabilität in der Region darstellen, geraten durch den Beschuss aus Teheran unter zunehmenden Druck. Sie reagieren darauf indes nicht mit Versuchen, Israel und die USA zu einer Beendigung ihrer Angriffe zu drängen, sondern rücken enger gegen Iran zusammen.
Heftige Explosionen in TeheranDie iranische Hauptstadt Teheran ist am Abend von schweren Explosionen erschüttert worden. Im Norden der Stadt zitterten die Wände, als kurz hintereinander zwei laute Detonationen zu hören waren, berichtete ein dpa-Reporter vor Ort. Auf Bildern waren unter anderem ein großer Feuerball und eine dunkle Rauchwolke über der Stadt zu sehen. Die Nachrichtenagentur Isna meldete, Einrichtungen des staatlichen Rundfunks seien zum Ziel eines israelisch-amerikanischen Angriffs geworden. Weiteren Berichten zufolge wurde auch der Sitz der iranischen Atombehörde angegriffen.Das israelische Militär berichtete am Abend, dass im Rahmen großangelegter Angriffe mehrere Dutzend militärischer Kommandozentren Irans attackiert worden seien, darunter das Hauptquartier der Revolutionsgarden, Hauptquartiere der Geheimdienste, der Luftwaffe sowie von Einrichtungen der inneren Sicherheit Irans. Ziel sei es gewesen, Einrichtungen zu treffen, von denen aus Kampfeinsätze gegen Israel und andere Staaten gesteuert wurden, hieß es.
Iran beschoss offenbar BundeswehrfeldlagerIm Zuge iranischer Gegenangriffe sind offenbar auch Militärbasen beschossen worden, in denen Soldaten der Bundeswehr stationiert sind. Wie der „Spiegel“ berichtet, wurden iranische Raketen und Drohnen seit Samstagmorgen auf eine multinationale Basis in der Nähe des Flughafens Erbil im Norden des Iraks abgefeuert. Auch ein Bundeswehrfeldlager in Al-Azraq in Jordanien wurde demnach angegriffen. Nach „Spiegel“-Angaben konnten alle Geschosse abgewehrt werden. Ein US-Soldat wurde durch herabfallende Trümmerteile leicht verletzt. Ein Sprecher des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr betätigte dem Sender Welt TV die Angriffe auf die Stützpunkte.
Raketeneinschlag in Israel – Opferzahl steigt auf neunBei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am Sonntag steigt die Opferzahl auf neun Tote. Mindestens 45 weitere Menschen wurden nach Angaben der Polizei durch den Raketentreffer auf Häuser in Beit Schemesch verletzt. Die Stadt liegt westlich von Jerusalem. Rettungskräfte waren am Abend weiterhin in den Trümmern im Einsatz, während elf Menschen vermisst wurden.Bereits am Samstag war bei Tel Aviv eine Frau bei einem iranischen Raketenangriff ums Leben gekommen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach den Familien der Getöteten sein Beileid aus. Das Land mache „schmerzhafte Tage“ durch, erklärte er am Sonntag.
Trump: Neun iranische Kriegsschiffe versenktBei den Angriffen auf Iran hat das US-Militär nach Angaben von Präsident Donald Trump neun Marineschiffe versenkt. Darunter seien „einige relativ große und wichtige“ gewesen, teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Trump kündigte an, dass bald weitere iranische Kriegsschiffe versenkt würden. Bei einem weiteren Angriff sei das Marinehauptquartier „weitgehend zerstört“ worden. Zunächst stand eine Bestätigung von iranischer Seite aus. Das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) teilte zudem mit, dass B-2-Bomber gesicherte Raketenanlagen in Iran angegriffen hätten. Die Tarnkappenbomber seien mit 2000 Pfund schweren Bomben bestückt gewesen, hieß es.Der Führung in Teheran warf das Centcom vor, dass Iran bei seinen Gegenangriffen anders als dargestellt auch zivile Einrichtungen attackiert habe. Neben mehreren Flughäfen und Hotels seien auch eine Ölraffinerie und Wohngebiete in mehreren Golfstaaten beschossen worden, hieß es. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi hatte in einem Interview mit dem Nachrichtensender Al Jazeera gesagt, dass ausschließlich Stützpunkte und Einrichtungen der Vereinigten Staaten ins Visier genommen worden seien.
Offenbar ein Toter bei Beschuss von ÖltankerVor der Küste Omans in der Straße von Hormus ist nach Angaben des Schiffsdienstleisters V. Ships Asia ein Öltanker beschossen worden. Dabei sei ein Besatzungsmitglied getötet worden, heißt es. Es habe eine Explosion und einen anschließenden Brand gegeben, nachdem der Tanker MKD VYOM von einem mutmaßlichen Geschoss getroffen worden sei. Ein Projektil habe den unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Tanker getroffen. Die Tankerhülle sei beschädigt, es gebe aber keine Hinweise auf Umweltverschmutzung. Das Schiff fahre nun an einen sicheren Ort für eine weitere Überprüfung. Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten drei Tanker aus den USA und Großbritannien im Golf und in der Straße von Hormus mit Raketen getroffen. Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd leitet ihren IMX-Containerdienst, der Indien und den Nahen Osten über das Kap der Guten Hoffnung mit dem Mittelmeer verbindet, aufgrund der Sicherheitslage um. Aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage im Nahen Osten infolge des eskalierenden militärischen Konflikts habe man in enger Abstimmung mit den Sicherheitspartnern beschlossen, künftige Trans-Suez-Fahrten durch die Straße von Bab el-Mandeb vorerst auszusetzen, erklärte das Unternehmen auf seiner Website.
48 Führungspersonen laut Trump bei Angriffen getötetBei den Angriffen der USA und Israels auf Iran sind nach den Worten von US-Präsident Donald Trump 48 Führungspersonen getötet worden. „Es geht schnell voran. Niemand kann den Erfolg glauben, den wir haben, 48 Anführer sind auf einen Schlag weg“, sagt Trump dem Sender Fox News.
Tote und Verletzte bei iranischen Angriffen auf GolfstaatenIran greift weiter Ziele in den arabischen Golfstaaten an. Mehrere Staaten melden Schäden, Verletzte oder Tote.In den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums bisher mindestens drei Menschen getötet. 58 weitere Personen seien verletzt worden. Insgesamt seien 541 iranische Drohnen erfasst worden. Ein Großteil sei zerstört oder abgefangen worden. 21 von ihnen hätten jedoch zivile Ziele getroffen. Bisher seien 165 ballistische Raketen aus Iran in Richtung der VAE festgestellt worden, hieß es.In Kuwait fielen nach Angaben des Elektrizitätsministeriums infolge herabfallender Trümmerteile beim Abfangen von Drohnen mehrere Stromleitungen aus. In verschiedenen Gebieten sei der Strom teilweise unterbrochen gewesen. Die Behörden erklärten, insgesamt seien 97 iranische ballistische Raketen sowie 283 Drohnen in Richtung des Landes gestartet worden.
Israel will Angriffe auf Teheran „intensivieren“Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine weitere Intensivierung der militärischen Angriffe auf Teheran angekündigt. Die israelische Armee greife bereits mit „zunehmender Stärke“ im Herzen der iranischen Hauptstadt an, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Dies werde sich in den kommenden Tagen jedoch noch weiter verstärken.Nach einem Treffen mit Verteidigungsminister Israel Katz, dem Generalstabschef Ejal Zamir und dem Leiter des Auslandsgeheimdienstes Mossad, David Barnea, habe er die Anweisung gegeben, die Offensive fortzusetzen. In dieser setze Israel „wie nie zuvor“ die gesamte Kraft der Armee ein, sagte Netanjahu. Dabei gehe es darum, „unser Überleben und unsere Zukunft zu sichern“.Er betonte, die enge Zusammenarbeit Israels mit den USA bei den gemeinsamen Angriffen in Iran ermögliche es, das zu tun, worauf er bereits seit 40 Jahren hoffe: „Dem Terrorregime einen entscheidenden Schlag zu versetzen.“ Dies habe er versprochen, und dies werde Israel nun tun.
Merz erleichtert, dass „Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt“Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat Unterstützung für das Vorgehen Israels und der USA gegen die Führung Irans geäußert. Die Bundesregierung teile „die Erleichterung vieler Iranerinnen und Iraner, dass dieses Mullah-Regime jetzt an sein Ende kommt“, sagte Merz am Sonntag in Berlin. „Mit den Vereinigten Staaten und Israel teilen wir das Interesse daran, dass der Terror dieses Regimes aufhört.“ Am Dienstag reist Merz nach Wahsington. Dort will er mit US-Präsident Donald Trump auch über den Irankrieg sprechen. Man teile die Sorgen der USA und Israels über das iranische Atom- und Raketenprogramm. Man wisse nicht, ob der Plan aufgehe, mit Militärschlägen von außen einen inneren Wandel in Iran auszulösen, sagt Merz. Völkerrechtlich sieht der Kanzler mit Blick auf die Angriffe ein Dilemma. Offensichtlich hätten bisher alle Maßnahmen den Iran nicht von dem Atom- und Raketenprogramm abhalten können. Man werde die Partner nicht belehren, betont Merz. Nach Angaben des Bundeskanzlers befinden sich Tausende Deutsche in der Region im Nahen Osten. „Wir hoffen, dass diese Militäraktionen jetzt bald beendet sind“, sagt Merz im Kanzleramt. Neben deutschen Urlaubern lebten auch viele Deutsche in den Golfstaaten. Man sehe für die in der Region befindlichen Bundeswehrsoldaten keine besonders großen Gefahren, die über die ohnehin existierenden Gefährdungen hinausgingen.Bundesaußenminister Johann Wadephul sieht indes keine Möglichkeit, im Nahen Osten gestrandete Deutsche ausfliegen zu lassen. „Dazu sind wir nicht in der Lage“, sagt Wadephul in einem „Bild“-Interview und verweist darauf, dass die Lufträume in der Region für zivile Flugzeuge gesperrt seien. Stattdessen versuche das Auswärtige Amt die Betroffenen mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Alle deutschen Auslandsvertretungen seien geöffnet.