FAZ 28.02.2026
22:03 Uhr

Militärschlag gegen Iran: Trump: Khamenei ist tot


Es handele sich um „die größte Chance für das iranische Volk, sein Land zurückzuerobern“, schreibt der US-Präsident +++ Khameneis Leiche offenbar gefunden+++ Irans Roter Halbmond berichtet von 201 Toten und 747 Verletzten +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Militärschlag gegen Iran: Trump: Khamenei ist tot

Emirate melden hunderte iranische Angriffe - ein Toter bei Zwischenfall auf AirportInmitten der iranischen ist am Flughafen in Abu Dhabi ein Mensch getötet worden. Sieben Menschen seien bei dem „Zwischenfall“ zudem verletzt worden, teilte die Betreibergesellschaft des internationalen Flughafens am Sonntag mit.

USA sehen Angriff von internationalem Recht gedecktDie USA sehen ihren Angriff auf Iran eigenen Angaben zufolge im Einklang mit internationalem Recht. Die Vereinigten Staaten hätten in enger Abstimmung mit Israel rechtmäßige Maßnahmen gemäß Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen ergriffen, sagte der UN-Botschafter der USA, Mike Waltz, bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Artikel 51 der UN-Charta verankert das Recht eines Landes auf Selbstverteidigung.

IAEA beruft Dringlichkeitssitzung einDie ‌Internationale ‌Atomenergiebehörde (IAEA) hält am Montag eine Dringlichkeitssitzung wegen der ​Angriffe der USA ⁠und Israels auf Iran ab. ​Das von Russland ⁠beantragte Treffen beginne ‌um 09.00 Uhr (MEZ), teilt die ⁠UN-Behörde mit. Diplomaten zufolge ⁠gibt es keine ⁠Anzeichen ​dafür, ⁠dass bei ​den Angriffen am Samstag ‌iranische Atomanlagen getroffen wurden.

Rubio sagt für Montag geplante Reise nach Israel abUS-Außenminister Marco Rubio wird seine Reise nach Israel nicht wie geplant antreten. Aufgrund der aktuellen Umstände werde Rubio am Montag nicht nach Israel reisen, teilte ein Vertreter des Ministeriums auf der Plattform X mit. Er machte keine Angaben dazu, ob die Reise zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden soll.

Verletzte nach „Vorfall“ am Flughafen DubaiBei einem mutmaßlich iranischen Raketenangriff am internationalen Flughafen von Dubai sind vier Menschen verletzt worden. Das Medienbüro der Metropole bestätigte einen „Vorfall“, bei dem vier Mitarbeiter verletzt worden seien. In einer der Wartehallen des Flughafens in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe es geringe Schäden gegeben. Die meisten Terminals des Flughafens, der zu den wichtigsten Knotenpunkten für Flugreisende im Nahen Osten zählt, seien vorab aber bereits geräumt worden.Nutzer teilten Videos in sozialen Medien, die zeigen sollen, wie eine Halle des Flughafens geräumt wird. Darin gehen Menschen zügig in eine Richtung - offenbar zum Ausgang. Es sind aber kein Feuer und auch keine Szenen etwa von großer Panik zu sehen. Der Betrieb an dem Flughafen war zuvor wegen der militärischen Eskalation in der Region schon ausgesetzt worden.Es blieb unklar, was genau sich bei dem Vorfall ereignete. Mutmaßlich entstand der Schaden durch den Angriff einer iranischen Rakete oder durch herabfallende Trümmer von einer iranischen Rakete, die im Raum über Dubai abgeschossen wurde.

Vereinigte Arabische Emirate: Haben 132 Raketen und 195 Drohnen abgewehrtDas Militär der Vereinigten Arabischen Emirate hat seit Beginn der iranischen Gegenangriffe nach eigenen Angaben 132 ballistische Raketen und 195 Drohnen abgewehrt. Dies bestätige die hohe Einsatzbereitschaft der Luftabwehr, teilte das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit. Zudem seien fünf ballistische Raketen Irans ins Meer gefallen. Vierzehn Drohnen seien ebenfalls über Wasser oder an Land abgestürzt, wodurch es einige Schäden gegeben habe, teilte das Ministerium mit. Auch aufgrund abgeschossener Projektile sei es zu kleineren Schäden an zivilem Eigentum gekommen. 

Schah-Sohn ruft iranische Sicherheitskräfte zum Umsturz aufDer Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, hat die Sicherheitskräfte in Iran zum Umsturz aufgerufen. „Es ist eure letzte Gelegenheit, euch dem Volk anzuschließen“, schrieb der Exil-Politiker auf X nach der Erklärung von US-Präsident Donald Trump, dass Irans oberster Führer getötet worden sei. „Jeder Versuch der Überreste des Regimes, einen Nachfolger für Khamenei zu bestimmen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt“, schrieb er weiter.Er forderte die Sicherheitskräfte auf, einen Übergang zu einer freien und prosperierenden Zukunft zu unterstützen. „Der Tod des verbrecherischen Khamenei bringt zwar die Gerechtigkeit für das vergossene Blut nicht zurück, doch er kann ein Balsam für die verbrannten Herzen der Gerechtigkeit suchenden Familien sein“, fügte Pahlavi hinzu.Pahlavi, den sein autoritär regierender Vater, der letzte Schah von Persien, einst zum Kronprinzen ernannte, lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA. Während der jüngsten Massenproteste beanspruchte er aus dem Ausland eine Führungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition. In den sozialen Medien hat er sich ein Millionenpublikum aufgebaut. Er gilt inzwischen als eine der einflussreichsten Oppositionsstimmen im Ausland. 

Meine Kollegin Kati Schneider hat mit dem Nahost-Experten Daniel Gerlach über die Lage im Nahen Osten nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran gesprochen – und darüber, wie es in den nächsten Tagen weitergehen könnte:

Trump zu Berichten über Khameneis Tod: Könnte korrekte Geschichte seinNach den Berichten über den Tod Khameneis hat Donald Trump gegenüber dem Sender NBC gesagt, man habe „das Gefühl, dass das eine korrekte Geschichte ist“. Der Mann habe „viele Menschen getötet“ und „ein Land zerstört“. Dann sagte Trump, es sei ein Großteil der Führungsspitze in Iran getötet worden. „Die Menschen, die die Entscheidungen treffen, sind größtenteils nicht mehr da.“In einem kurzen Interview mit Axios äußerte sich Trump außerdem erstmals dazu, wie es nach dem Angriff auf Iran weitergehen könnte. Er könne das Ganze groß aufziehen und „die ganze Sache übernehmen“, sagte er demnach. Oder er könne es „in zwei oder drei Tagen beenden und den Iranern sagen: Wir sehen uns in ein paar Jahren wieder, wenn ihr wieder mit dem Wiederaufbau [des Atom- und Raketenprogramms; Anm. d. Red.] anfangt.“ In jedem Fall werde Iran mehrere Jahre brauchen, um sich von dem Angriff zu erholen. Axios berichtete unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter, der Angriffsplan sehe mindestens fünf Tage lang massive Bombenangriffe vor. Als Begründung für den Militärschlag nannte Trump im Gespräch mit Axios das iranische Verhalten in den Verhandlungen. Teheran habe sich immer wieder angenähert und dann doch zurückgezogen. Daraus habe er geschlossen, „dass sie ein Abkommen nicht wirklich wollen“. Außerdem habe das Land in den vergangenen Jahrzehnten so viele Angriffe ausgeführt. „Ich habe gesehen, dass sie jeden Monat etwas Schlechtes gemacht, etwas in die Luft gejagt oder jemanden getötet haben.“Welche Risiken Trump innen- und außenpolitisch mit dem Angriff auf Iran eingeht, hat mein Kollege Majid Sattar aufgeschrieben:

Explosionen in Tel Aviv – ein TodesopferBei einem neuen iranischen Raketenangriff ist es in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv nach Angaben von Einwohnern zu lauten Explosionen gekommen. Israelische Medien berichteten, ein Gebäude in Tel Aviv sei direkt getroffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Eine etwa 40-Jährige Frau sei an ihren Verletzungen gestorben, berichtete die israelische Zeitung „The Times of Israel“. Ein etwa 40-jähriger Mann sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.Der Sender N12 zeigte Aufnahmen von einem brennenden Dach und einer Straße mit Trümmern. Es habe noch weitere Einschlagsorte gegeben. 

Weißes Haus verbreitet Fotos aus AngriffsnachtEine vom Weißen Haus auf X veröffentlichte Aufnahme aus der Nacht zeigt Donald Trump im Beisein von Außenminister Marco Rubio, Stabschefin Susie Wiles und CIA-Direktor John Ratcliffe in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Dazu heißt es, der Präsident verfolge die „Operation Epic Fury“. Ein weiteres Foto zeigt Vizepräsident J.D. Vance im Situation Room des Weißen Hauses in Washington mit der Nationalen Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard, Finanzminister Scott Bessent und Energieminister Chris Wright.

Auch zentrale Vertreter der iranischen Militärführung nach israelischen Angaben tot  Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben aus Israel führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten sind demnach unter anderen der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. 

Erste Schiffe wenden vor Straße von HormusEinige Schiffe sollen vor der Straße von Hormus bereits gewendet haben, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Doch andere Schiffe scheinen ihre Fahrt fortzusetzen, wie Schifffahrtsdaten von Bloomberg zeigen sollen.Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim ist die Wasserstraße praktisch gesperrt. Die iranische Revolutionsgarde warne Schiffe per Funk, dass die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht sicher sei.