FAZ 28.02.2026
22:03 Uhr

Militärschlag gegen Iran: Netanjahu sieht „Anzeichen“ für den Tod von Khamenei – Leiche offenbar gefunden


Israels Ministerpräsident: Khameneis Anwesen wurde zerstört +++ Irans Roter Halbmond berichtet von 201 Toten und 747 Verletzten +++ Merz: Iran muss militärische Schläge sofort einstellen +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Militärschlag gegen Iran: Netanjahu sieht „Anzeichen“ für den Tod von Khamenei – Leiche offenbar gefunden

Trump zu Berichten über Khameneis Tod: Könnte korrekte Geschichte seinNach den Berichten über den Tod Khameneis hat Donald Trump gegenüber dem Sender NBC gesagt, man habe „das Gefühl, dass das eine korrekte Geschichte ist“. Der Mann habe „viele Menschen getötet“ und „ein Land zerstört“. Dann sagte Trump, es sei ein Großteil der Führungsspitze in Iran getötet worden. „Die Menschen, die die Entscheidungen treffen, sind größtenteils nicht mehr da.“In einem kurzen Interview mit Axios äußerte sich Trump außerdem erstmals dazu, wie es nach dem Angriff auf Iran weitergehen könnte. Er könne das Ganze groß aufziehen und „die ganze Sache übernehmen“, sagte er demnach. Oder er könne es „in zwei oder drei Tagen beenden und den Iranern sagen: Wir sehen uns in ein paar Jahren wieder, wenn ihr wieder mit dem Wiederaufbau [des Atom- und Raketenprogramms; Anm. d. Red.] anfangt.“ In jedem Fall werde Iran mehrere Jahre brauchen, um sich von dem Angriff zu erholen. Axios berichtete unter Berufung auf einen ranghohen Regierungsmitarbeiter, der Angriffsplan sehe mindestens fünf Tage lang massive Bombenangriffe vor. Als Begründung für den Militärschlag nannte Trump im Gespräch mit Axios das iranische Verhalten in den Verhandlungen. Teheran habe sich immer wieder angenähert und dann doch zurückgezogen. Daraus habe er geschlossen, „dass sie ein Abkommen nicht wirklich wollen“. Außerdem habe das Land in den vergangenen Jahrzehnten so viele Angriffe ausgeführt. „Ich habe gesehen, dass sie jeden Monat etwas Schlechtes gemacht, etwas in die Luft gejagt oder jemanden getötet haben.“Welche Risiken Trump innen- und außenpolitisch mit dem Angriff auf Iran eingeht, hat mein Kollege Majid Sattar aufgeschrieben:

Explosionen in Tel AvivBei einem neuen iranischen Raketenangriff ist es in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv nach Angaben von Einwohnern zu lauten Explosionen gekommen. Israelische Medien berichteten, ein Gebäude in Tel Aviv sei direkt getroffen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben. Der Sender N12 zeigte Aufnahmen von einem brennenden Dach und einer Straße mit Trümmern. Es habe noch weitere Einschlagsorte gegeben. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, ein etwa 40-jähriger Mann habe schwere Verletzungen erlitten. Er werde von Sanitätern behandelt. 

Weißes Haus verbreitet Fotos aus AngriffsnachtEine vom Weißen Haus auf X veröffentlichte Aufnahme aus der Nacht zeigt Donald Trump im Beisein von Außenminister Marco Rubio, Stabschefin Susie Wiles und CIA-Direktor John Ratcliffe in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida. Dazu heißt es, der Präsident verfolge die „Operation Epic Fury“. Ein weiteres Foto zeigt Vizepräsident J.D. Vance im Situation Room des Weißen Hauses in Washington mit der Nationalen Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard, Finanzminister Scott Bessent und Energieminister Chris Wright.

Auch zentrale Vertreter der iranischen Militärführung nach israelischen Angaben tot  Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben aus Israel führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten sind demnach unter anderen der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. 

Erste Schiffe wenden vor Straße von HormusEinige Schiffe sollen vor der Straße von Hormus bereits gewendet haben, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Doch andere Schiffe scheinen ihre Fahrt fortzusetzen, wie Schifffahrtsdaten von Bloomberg zeigen sollen.Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim ist die Wasserstraße praktisch gesperrt. Die iranische Revolutionsgarde warne Schiffe per Funk, dass die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nicht sicher sei.

Jubel in Teheran Nach den unbestätigten Berichten über den Tod des iranischen geistlichen Oberhaupts Ali Khamenei hat es in der iranischen Hauptstadt Teheran freudige Reaktionen gegeben, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Anwohner standen demnach am Samstagabend an ihren Fenstern und applaudierten, wie die Agentur unter Berufung auf Augenzeugen berichtete. Kurz nach 23.00 Uhr Ortszeit war demnach in mehreren Stadtteilen Teherans lauter Jubel zu hören. 

Iran droht mit „unvergesslicher Lektion“  „Die tapferen Soldaten und das große Volk Irans werden den höllischen, unterdrückerischen internationalen Akteuren eine unvergessliche Lektion erteilen“, schrieb der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, auf X. Man werde die „verbrecherischen Zionisten“ und die „charakterlosen Amerikaner“ zur Reue bringen. 

Iran schränkt die Arbeit ausländischer Medien drastisch ein Für ausländische Journalisten und Fotografen wird die Arbeit in Iran noch schwieriger: Nach Angaben des Kultusministeriums dürfen Bilder und Informationen über angegriffene Ziele im Inland nur noch mit Genehmigung des Generalstabs veröffentlicht werden. Das betrifft auch Orte, von denen Raketen abgefeuert wurden, sowie militärische Einrichtungen während eines Angriffs.Unter die neuen Richtlinien fallen auch die „Veröffentlichung jeglicher Nachrichten, die die Stärke des Feindes im Krieg suggerieren oder das Bild des Landes gegenüber dem Feind schwächen, sowie Themen, die während des Krieges Besorgnis und Unruhe in der öffentlichen Meinung hervorrufen“.Statistiken und Daten über militärische oder zivile Opfer sowie Informationen über Angriffe des Gegners dürfen erst veröffentlicht werden, nachdem offizielle Sprecher die Angaben bestätigt haben.Das Ministerium warnte außerdem vor Falschmeldungen und forderte Medienschaffende auf, unzuverlässige Quellen zu ignorieren. 

EU-Außenminister beraten am SonntagAngesichts der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran und zahlreicher Vergeltungsattacken Teherans hat die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas eine außerordentliche Sitzung der EU-Mitgliedstaaten für Sonntag angesetzt. „Ich werde am Sonntag eine außerordentliche Sitzung des Rates für Auswärtige Angelegenheiten per Videokonferenz einberufen, um über Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten zu beraten“, erklärte Kallas am Samstag im Onlinedienst X. „Die wahllosen Angriffe des iranischen Regimes auf seine Nachbarn bergen die Gefahr, die Region in einen größeren Krieg zu ziehen, und wir verurteilen dies“, fügte die EU-Außenbeauftragte hinzu.

Führende US-Demokraten kritisieren Angriff auf IranSpitzenpolitiker aus den Vereinigten Staaten haben die israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran kritisiert. Zohran Mamdani, Bürgermeister von New York und damit der größten Stadt des Landes, nannte die Militärschläge der USA und Israels eine „katastrophale Eskalation eines illegalen Angriffskrieges“. Auf der Plattform X schrieb der linke Demokrat: „Die Amerikaner wollen das nicht. Sie wollen keinen weiteren Krieg, um einen Regimewechsel herbeizuführen.“ Die demokratische Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez warf US-Präsident Donald Trump vor, die langfristigen Konsequenzen seines Handels nicht absehen zu können. „Dieser Krieg ist rechtswidrig. Er ist unnötig. Und er wird katastrophal.“ Der demokratische Senator Mark Kelly schrieb auf X: „Trump schickt unsere Soldaten ohne klare Erklärung oder Ziel in Gefahr.“ Er kritisierte Trump auch dafür, dass er nicht den Kongress um Zustimmung für die Militäroffensive angerufen habe. 

US-Militär: Keine Verluste durch iranische Angriffe  Das US-Militär hat bei den iranischen Vergeltungsangriffen mit Hunderten von Raketen und Drohnen nach eigenen Angaben keine Verluste erlitten. Es gebe weder Meldungen über US-Opfer noch über kampfbedingte Verletzungen. Zudem seien Schäden an US-Einrichtungen minimal und hätten die laufenden Einsätze nicht beeinträchtigt, teilt das US-Zentralkommando (Centcom) mit. 

Menschen demonstrieren auch in MünchenNach den Angriffen Israels und der USA auf Iran haben zahlreiche Menschen in München gegen die Führung in Teheran demonstriert. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 500 Menschen an dem Protest unter dem Motto „Nein zur Islamischen Republik Iran!“. Auch in Hamburg gab es eine große Kundgebung; in Berlin und Frankfurt gingen ebenfalls Menschen gegen die iranische Regierung auf die Straße.

Nachdem es auf der Luxusinsel „The Palm“ in Dubai zu Explosionen gekommen sein soll, werden viele Flüge in die Region gestrichen.