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02.03.2026
07:57 Uhr
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Reaktion auf Raketenangriffe der irantreuen Hizbullah +++ Trump: Angriffe könnten vier Wochen andauern +++ Drohne trifft britische Militärbasis auf Zypern +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Wadephul: Regierung tut, was möglich ist, um Gestrandeten im Nahen Osten zu helfenIn der ARD-Sendung von Caren Miosga hat sich am Sonntagabend auch Außenminister Johann Wadephul (CDU) ausführlich zur aktuellen Lage im Nahen Osten geäußert. Lesen Sie hier die TV-Kritik von Matthias Alexander.
Israel: Gehen in die OffensiveIsrael ist laut eigenen Angaben gegen die Hizbullah in die Offensive gegangen und geht von einer mehrtägigen militärischen Auseinandersetzung aus. „Wir agieren nicht nur defensiv, sondern gehen nun auch in die Offensive“, sagte Generalstabschef Eyal Zamir am Montagmorgen bei einer Lagebesprechung. „Wir müssen uns auf viele Tage langwieriger Kämpfe einstellen.“ Die israelische Armee werde in „kontinuierlichen Wellen operieren“, kündigte Zamir an. Nachdem die Hizbullah in der Nacht zum Montag den Norden Israels mit Drohnen und Raketen angegriffen hatte, reagierte die Armee mit Luftangriffen im Süden Libanons und in der Hauptstadt Beirut. Am Morgen gab es laut israelischen Angaben weitere Angriffe auf Einrichtungen der Hizbullah. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete am Morgen, dass 31 Menschen getötet und 149 verwundet worden seien.
Türkei schließt offenbar Grenze für Iraner Alle drei Grenzübergänge zwischen Iran und der Türkei sind für „den täglichen Personenverkehr“ geschlossen worden. Der türkische Handelsminister Ömer Bolat teilte mit, dies sei eine Maßnahme von beiden Ländern. Mit täglichem Personenverkehr sind vermutlich iranische Zivilisten gemeint, die sich gewöhnlich ohne Visa für drei Monate in der Türkei aufhalten dürfen. Nach Informationen der F.A.Z. wurde einem Reisebus mit Ziel Istanbul am Morgen an der Grenze die Durchfahrt verwehrt. Da der Luftraum geschlossen ist, ist der Landweg in die Türkei eine der wenigen möglichen Fluchtrouten für Iran. Informationen über größere Fluchtbewegungen gibt es aber bisher nicht.Der Handelsminister sagte weiter, der Warenverkehr an allen drei Grenzübergängen werde „unter kontrollierten Bedingungen fortgesetzt“. Iran erlaube seinen Staatsbürgern, über die Türkei einzureisen. Auch könnten Staatsbürger der Türkei und von Drittstaaten weiter über die Türkei aus Iran ausreisen.
Libanon: Dutzende Tote bei Israels Angriffen Bei den israelischen Angriffen in Libanon sind nach örtlichen Angaben bereits Dutzende Menschen getötet worden. Wie das libanesische Gesundheitsministerium am Morgen mitteilte, kamen nach vorläufigen Angaben in den südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut sowie im Süden des Landes mindestens 31 Menschen ums Leben. 149 weitere Menschen seien verletzt worden. Israels Militär begann am Morgen eine neue Angriffswelle. Ziel seien Stellungen der mit Iran verbündeten Hizbullah-Miliz, teilte die Armee mit.
Insider: US-Regierung hatte keine Hinweise auf iranischen Erstschlag Der amerikanischen Regierung haben Insidern zufolge vor den Angriffen auf Iran keine Hinweise auf einen bevorstehenden Erstschlag Teherans vorgelegen. Dies räumten laut Insidern Vertreter der Regierung von US-Präsident Donald Trump bei einer Unterrichtung von Kongressmitarbeitern ein. Zuvor hatten Regierungsvertreter die Angriffe damit begründet, dass man einem iranischen Angriff zuvorkommen wollte.
Pressekonferenz im PentagonDas Pentagon hat für Montagnachmittag eine Pressekonferenz von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zu den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf Iran angekündigt. Hegseth werde am Montag um 8 Uhr (Ortszeit, 14 Uhr in Deutschland) vor die Presse treten, teilte das Pentagon im Onlinedienst X mit. US-Generalstabschef Dan Caine werde ebenfalls teilnehmen.Am Dienstag wird Hegseth außerdem gemeinsam mit Außenminister Marco Rubio die US-Kongressabgeordneten über den Fortschritt des Armeeeinsatzes informieren, wie das Weiße Haus bekannt gab. Die oppositionellen Demokraten werfen der US-Regierung vor, vor dem Beginn des Einsatzes nicht konsultiert worden zu sein.
London bestätigt mutmaßlichen Drohnenangriff auf Militärstützpunkt in ZypernDer britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern ist in der Nacht zum Montag mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Das bestätigte das Verteidigungsministerium in London laut der Nachrichtenagentur PA. Bei dem Vorfall nahe der Hafenstadt Limassol sei niemand verletzt worden.Es gebe Maßnahmen zum Schutz der Truppen in der Region. „Die Basis hat reagiert, um unsere Leute zu verteidigen“, hieß es demnach weiter. Zu einem späteren Zeitpunkt sollte es weitere Details geben. Wer die Drohne abgefeuert hatte, war zunächst nicht bekannt.Nach Informationen der zyprischen Regierung soll es sich um eine „unbemannte Drohne“ gehandelt haben, die nur geringen Schaden verursacht hat. In enger Zusammenarbeit mit der britischen Regierung und der Verwaltung der britischen Stützpunkte beobachte man die Lage genau. Der Nationale Sicherheitsrat tage weiterhin ununterbrochen.
Irans Sicherheitschef schließt Verhandlungen mit USA ausTeheran werde nicht mit Washington verhandeln, erklärte Ali Laridschani auf X. Er reagierte damit auf einen Bericht, wonach Iran versuche, die Verhandlungen wiederzubeleben.
Zypern: Britischer Luftwaffenstützpunkt soll von mutmaßlicher Drohne getroffen worden seinDas berichtet der Sender Sky News unter Berufung auf das britische Verteidigungsministerium. Bei dem Vorfall auf dem Stützpunkt Akrotiri in der Nähe von Limassol hat es laut dem Bericht keine Verletzten gegeben.
Mann erschießt zwei Barbesucher in TexasLaut der auf die Beobachtung islamistischer Online-Plattformen spezialisierten Organisation Site zeigte der Täter in der Vergangenheit online eine „pro-iranische Gesinnung“.
Australien schließt militärische Beteiligung ausMan habe sich nicht an den bisherigen Schlägen gegen Iran beteiligt und sehe auch künftig keine Beteiligung vor, sagte Außenministerin Penny Wong. Die Regierung bemühe sich um die Evakuierung von rund 115.000 Australiern aus der Region. Dies gestalte sich wegen der Luftraumsperrungen jedoch schwierig. Verteidigungsminister Richard Marles erklärte, die Regierung habe bereits Maßnahmen für die Sicherheit von etwa 100 australischen Soldatinnen und Soldaten ergriffen. Diese sind auf dem Luftwaffenstützpunkt Al Minhad in der Nähe von Dubai stationiert, der zur Unterstützung von UN-Missionen genutzt wird.
Trump: Drei „gute Optionen“ für künftige FührungNach der Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Khamenei hat Donald Trump erklärt, über eine Auswahlliste mit drei Kandidaten für dessen Nachfolge zu verfügen. Er habe „drei sehr gute Optionen“ für den zukünftigen Anführer Irans, sagte der US-Präsident am Sonntag der „New York Times“. Er werde die Kandidaten jedoch „jetzt nicht offenlegen“.Für die Übergangsphase in Iran wurde ein dreiköpfiges Führungsgremium bestimmt, das laut Staatsmedien noch am Sonntag die Arbeit aufnahm. Ihm gehören neben Präsident Massud Peseschkian auch Ajatollah Aliresa Arafi und Justizchef Gholamhossein Mohseni Edschei an. Präsident Peseschkian bezeichnete die Tötung Khameneis als „offene Kriegserklärung an die Muslime“. Der einflussreiche Sicherheitsratschef Ali Laridschani drohte mit beispiellosen Angriffen auf Israel und die US-Armee.
Tausende EU-Bürger noch in Iran Im angegriffenen Iran halten sich schätzungsweise noch ein paar Tausend Menschen auf, die die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates besitzen. Das sagte eine ranghohe EU-Beamtin in Brüssel. Viele von ihnen hätten allerdings auch die iranische Staatsangehörigkeit und wollten nicht zwingend das Land verlassen. Genaue Angaben zur Zahl der Menschen, die evakuiert werden wollen, machte sie nicht.Deutlich mehr Menschen mit Staatsangehörigkeit eines EU-Staates sitzen den Angaben zufolge unfreiwillig in Ländern rund um Iran fest, weil ihre Flüge wegen Luftraumsperrungen gestrichen wurden. Um ihnen bestmöglich zu helfen, wurde ein EU-Netzwerk für konsularische Zusammenarbeit aktiviert, das die Koordinierung von Evakuierungsbemühungen erleichtern soll.