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01.03.2026
09:43 Uhr
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Explosionen in iranischer Hauptstadt +++ Khamenei sei als „Märtyrer“ getötet worden +++ Irans Staatsfernsehen meldet Tod des Generalstabschefs der Armee +++ Tote bei Protesten in Pakistan +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Juden in Amerika loben Angriff auf IranJüdische Organisationen in den Vereinigten Staaten haben mit Genugtuung auf die Tötung von Ajatollah Ali Khamenei reagiert und sie mit dem jüdischen Purim-Fest verbunden, das am Montag beginnt. Die in der Orthodox Union zusammengeschlossenen jüdischen Gemeinden wie auch die Republican Jewish Coalition, ein Verband innerhalb der Republikaner, zogen eine Parallele zur biblischen Geschichte des Esther-Buchs, das von der Errettung der Juden im persischen Reich vor ihrer Vernichtung durch den Hofbeamten Haman sowie dessen Sturz und Hinrichtung handelt. Die Erzählung ist Gegenstand des jüdischen Festes mit ausgelassen-karnevalesken Zügen.Die Orthodox Union erklärte, der Militärschlag der USA und Israels habe eine „moderne Bedrohung aus dem Land Hamans“ beseitigt. Seit Jahrzehnten verbreite das iranische Regime Tod und Zerstörung. Das Streben des Landes nach Atomwaffen sei nicht hinnehmbar. „Die heutige Tötung des Ajatollahs ist ein wichtiger Schritt, um dies zu verhindern“, hieß es.„Gott segne Präsident Trump. Gott segne die Vereinigten Staaten von Amerika und ihre tapferen Soldatinnen und Soldaten, die diese edle Mission erfüllen“, so die Leiter des Verbands, Mitch Aeder und Rabbi Josh Joseph.Ähnlich lobten die jüdischen Republikaner US-Präsident Donald Trump für die Entscheidung, den „modernen Haman ein für alle Mal zu eliminieren“. Die Militäroperation werde in die Geschichte eingehen. Während der frühere Präsident Barack Obama von den Demokraten das iranische Volk der „Barbarei der Mullahs“ überlassen habe, ergreife Trump entschlossen Maßnahmen, „um die Islamische Republik zu besiegen“, hieß es in einem Kurznachrichten-Post.
Trio soll Iran übergangsweise führenIn Iran soll nach der Tötung von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Khamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sowie das Mitglied des Wächterrats, Alireza Arafi, übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Khamenei, Muhammad Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber. Das Trio soll die Aufgaben Khameneis übernehmen, bis der sogenannte Expertenrat, ein Gremium aus 88 einflussreichen Geistlichen, einen Nachfolger benennt. Laut der Verfassung müsse der Expertenrat umgehend einen neuen Führer bestimmen und vorstellen, sagte Mochber.Wer Khamenei nachfolgen könnte, ist unklar. Öffentlich hatte sich der Religionsführer dazu nicht geäußert. In den vergangenen Jahren war immer wieder dessen Sohn Modschtaba genannt worden, der bislang kaum in der Öffentlichkeit stand. Dem Staatsapparat dürfte es zudem schwerfallen, mitten im Krieg das Machtgefüge neu zu ordnen.
Antisemitismusbeauftragter rechnet mit erhöhter Bedrohungslage für JudenNach dem Angriff der USA und Israel auf Iran rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer „gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland“. „Insbesondere nach der Tötung des iranischen Revolutionsführers Ali Khamenei ist damit zu rechnen, dass Iran seine Netzwerke hierzulande für Terroranschläge gegen jüdische und israelische Einrichtungen nutzen wird“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.Den Mechanismus zwischen erhöhten Spannungen im Nahen Osten und verstärkten Angriffen auf jüdisches Leben in Europa habe man in der Vergangenheit immer wieder gesehen, sagte Klein. „Ich begrüße es sehr, dass unsere Sicherheitskräfte Vorkehrungen getroffen haben, um einen verstärkten Schutz jüdischer und israelischer Einrichtungen zu ermöglichen.“
Tote bei Protesten in Pakistan und Irak
Israels Staatsflugzeug steht in BerlinIsraels Staatsflugzeug ist nach Beginn des Kriegs gegen Iran zum Berliner Flughafen BER gebracht worden – und damit außerhalb des Kampfgebiets. Es parkt dort auf dem Rollfeld, wie ein dpa-Reporter beobachtete.Nach Daten des Luftverkehr-Portals „Flightradar“ war das Flugzeug am frühen Samstagnachmittag in Israel gestartet und dann stundenlang über dem Mittelmeer gekreist, bevor es nach Deutschland flog und am Abend am BER landete. Der Flughafen BER äußerte sich auf Anfrage nicht zum Aufenthalt des Fliegers, auch die israelische Botschaft reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage. Bereits bei früheren Konflikten war das Flugzeug nach israelischen Medienberichten zum Schutz vor Raketenangriffen außer Landes gebracht worden.Israels Staatsflugzeug „Flügel Zions“ ist eine Boeing 767, die speziell für offizielle Regierungsreisen und diplomatische Missionen ausgestattet wurde. Es dient sowohl dem Präsidenten als auch dem Ministerpräsidenten Israels und ist mit modernster Kommunikationstechnik gesichert.
Hizbullah will sich der „Aggression entgegenstellen“Nach den Angriffen Israels und der USA auf Iran hat die Hizbullah-Miliz in Libanon geschworen, sich der „Aggression“ entgegenzustellen. „Wir werden unsere Pflicht wahrnehmen, uns der Aggression entgegenzustellen“, erklärte der Anführer der proiranischen Schiiten-Miliz, Naim Kassem, am Sonntag. „Was auch immer die Opfer sind, wir werden (...) das Feld der Ehre und des Widerstands nicht verlassen.“Die von Teheran unterstützte Miliz hat seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran am Samstag nicht eingegriffen. Für Sonntagnachmittag war im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut aber eine Unterstützungskundgebung geplant. Die Hizbullah will auch Trauerbekundungen für den bei den Angriffen getöteten obersten Führer Irans, Ajatollah Ali Khamenei, organisieren. Die Regierung in Beirut hatte am Samstag erklärt, Libanon wolle nicht in den Konflikt hineingezogen werden.
Tankerstau vor der Straße von HormusMindestens 150 Tanker, darunter Rohöl- und Flüssiggasschiffe, haben in den offenen Gewässern vor der Straße von Hormus den Anker geworfen. Dutzende weitere liegen auf der anderen Seite der Meerenge fest, wie aus einer Reuters-Auswertung von Daten der Plattform MarineTraffic hervorgeht. Die Schiffe stauen sich vor den Küsten der großen Ölproduzenten Irak und Saudi-Arabien sowie vor Qatar.
Papst appelliert an Beteiligte, „Spirale der Gewalt\" zu stoppenMit einem eindringlichen Appell hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, die „Spirale der Gewalt“ im Nahen Osten zu stoppen. Er verfolge mit großer Besorgnis die aktuellen Ereignisse im Nahen Osten und in Iran in diesen dramatischen Stunden, sagte der Papst am Sonntag auf dem Petersplatz. „Stabilität und Frieden lassen sich nicht durch gegenseitige Drohungen oder durch Waffen, die Zerstörung, Leid und Tod bringen, erreichen, sondern nur durch einen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog.“Angesichts der Möglichkeit einer Tragödie von enormem Ausmaß richte er seinen eindringlichen Appell an alle Beteiligten: Sie sollten die moralische Verantwortung übernehmen, die Spirale der Gewalt zu stoppen, bevor sie zu einem unüberwindbaren Abgrund werde. Die Diplomatie möge ihre Rolle wiederfinden und das Wohl der Völker fördern, die sich nach einem friedlichen Zusammenleben auf der Grundlage der Gerechtigkeit sehnten. Der Papst rief dazu auf, weiterhin für den Frieden zu beten.
Großajatollah ruft Muslime zu Rache aufEin einflussreicher iranischer Geistlicher hat Muslime weltweit zur Vergeltung für den Tod von Religionsführer Ali Khamenei aufgerufen. Großajatollah Nasser Makarem Schirasi erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim in einer religiösen Stellungnahme (Fatwa), die „Hauptverantwortlichen für dieses Verbrechen“ seien die USA und Israel. „Rache ist die religiöse Pflicht aller Muslime auf der Welt, damit das Böse dieser Verbrecher von der Erde getilgt wird“, hieß es weiter. Makarem Schirasi hatte bereits im Juni vergangenen Jahres US-Präsident Donald Trump indirekt mit dem Tod gedroht. Trump hatte zuvor gesagt, Khamenei sei ein leichtes Ziel. Der Großajatollah erklärte daraufhin in einer religiösen Stellungnahme, dass Drohungen gegen Khamenei im Islam mit dem Tod bestraft würden. Makarem Schirasi zählt als Mardscha zu den höchsten religiösen Autoritäten im Zwölfer-schiitischen Islam, der in Iran Staatsreligion ist. Die Schiiten bilden nach den Sunniten die zweitgrößte Glaubensrichtung im Islam.
China beklagt „eklatante Ermordung“Der chinesische Außenminister Wang Yi hat „die eklatante Ermordung eines souveränen Staatsoberhaupts und die Anstiftung zu einem Regimewechsel“ am Sonntagabend für „untragbar“ erklärt. Mit diesen schärfer als bisher vorgetragenen Worten zitiert Chinas Staatsnachrichtenagentur Xinhua Wang Yi nach einem Telefonat mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow, das diese am Sonntag geführt haben.Weiter sagte Wang Yi, die Angriffe der USA und Israels gegen Iran während der US-Iran-Verhandlungen seien inakzeptabel. Die Angriffe seien „ein Verstoß gegen das Völkerrecht und die grundlegenden Normen der internationalen Beziehungen“. Der Konflikt habe sich mittlerweile auf den gesamten Persischen Golf ausgeweitet, und die Lage im Nahen Osten drohe in eine „gefährliche Krise“ zu stürzen. China sei darüber „zutiefst besorgt“.Wang forderte eine unverzügliche Einstellung der Kampfhandlungen. „Es gilt, eine Ausbreitung des Krieges zu verhindern und eine Eskalation der Situation zu vermeiden. China misst der Sicherheit der Golfstaaten große Bedeutung bei und unterstützt sie in ihrem Bemühen um Zurückhaltung.“Zudem solle man sich „gemeinsam gegen einseitige Aktionen stellen. Groß angelegte Angriffe auf souveräne Staaten ohne die Genehmigung des UN-Sicherheitsrates untergraben die nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffene Friedensgrundlage.“ Die internationale Gemeinschaft solle sich „klar und unmissverständlich gegen die Rückkehr zum Recht des Stärkeren aussprechen“. Jenseits der Rhetorik hat Peking im Irankrieg bisher keine militärischen oder größeren politischen Schritte unternommen.
Freude in deutschen StädtenNach den Angriffen der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran haben in deutschen Städten Tausende Menschen gegen das Regime in Teheran und für Freiheit in dem Land demonstriert. Aufzüge am Samstag unter anderem in München und Berlin blieben nach Polizeiangaben weitgehend friedlich. Für Sonntag waren weitere Kundgebungen angekündigt.In Berlin versammelten sich einem Polizeisprecher zufolge am Samstag insgesamt rund 1800 Menschen zu einer Demonstration vom Potsdamer Platz zum Brandenburger Tor. Nach den Meldungen über den Tod des geistlichen Oberhaupts des Irans, Ajatollah Ali Khamenei, gab es am Abend weitere Versammlungen mit mehreren Dutzend Teilnehmern.Bis in die Nacht zum Sonntag hinein hätten Menschen größtenteils „ausgelassen und friedlich“ gefeiert, sagte ein Polizeisprecher. Die Polizei war mit rund 450 Beamten im Einsatz.
Israel: Prüfen Angriff auf MädchenschuleIsrael hat eine Verantwortung für einen Angriff auf eine Mädchenschule in Iran zurückgewiesen. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, bei einem Raketenangriff im Süden des Landes seien mehr als hundert Schülerinnen ums Leben gekommen. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan. „Zu diesem Zeitpunkt sind uns keine israelischen oder amerikanischen Angriffe dort bekannt“, sagte der israelische Militärsprecher Nadav Schoschani. „Ich weiß, dass die Amerikaner nachprüfen, ich weiß, dass wir nachprüfen“, ergänzte der Sprecher. „Und was ich weiß, ist, dass wir in der Lage waren – und das wird auch von den Amerikanern und den Iranern bestätigt –, 40 Personen auszuschalten, die sich vor uns versteckt hatten, auf sehr präzise Weise, mehr als tausend Meilen entfernt“, sagte Schoschani offenbar mit Blick auf die Tötung des iranischen Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Khamenei. Dies könnten nicht viele Armeen auf der Welt, und es bedeute, „dass wir extrem präzise operieren“. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nordkorea bezeichnet Angriff auf Iran als „illegale Aggression“Nordkorea verurteilt die Angriffe der USA und Israels auf Iran als „Verletzung der nationalen Souveränität“. Die Militäroperation sei eine „illegale Aggression“, meldet die amtliche Nachrichtenagentur KCNA.