FAZ 01.03.2026
07:06 Uhr

Militärschlag gegen Iran: Iranische Staatsmedien bestätigen Tod von Khamenei


Er sei als „Märtyrer“ getötet worden +++ Irans Staatsfernsehen meldet Tod des Generalstabschefs der Armee +++ Weltweiter Flugverkehr teilweise lahmgelegt +++ Revolutionsgarden kündigen Rache an +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Militärschlag gegen Iran: Iranische Staatsmedien bestätigen Tod von Khamenei

Mehrere Explosionen in GolfstaatenNach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Khamenei durch amerikanisch-israelische Angriffe sind in den arabischen Golfstaaten abermals Explosionen zu hören. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha.Auch in Manama, der Hauptstadt von Bahrain wurden Explosionen gemeldet. Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf Social Media wurden Bilder eines getroffenen und beschädigten Hotels in Manama verbreitet. Sie ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran hat Teheran gestern mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Die arabischen Golfstaaten beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen. 

In Israel heulen abermals die SirenenIran hat nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen abermals Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert. Die Abwehrsysteme seien aktiviert, um sie abzuwehren, teilte die Armee mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in die Schutzräume zurückzukehren. In mehreren Gebieten des Landes heulten abermals die Sirenen.In den vergangenen 24 Stunden mussten Millionen Menschen nach Armeeangaben bereits rund 20 Mal wegen Raketenangriffen des Erzfeindes Iran in die Schutzräume eilen. Iran hatte nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei bei den amerikanisch-israelischen Luftangriffen massive Vergeltungsschläge gegen Dutzende amerikanische Stützpunkte sowie Ziele in Israel angekündigt. 

Staatsfernsehen: Iranischer Generalstabschef getötetÖrtlichen Medien zufolge ist auch der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi, getötet worden. Im Staatsfernsehen wurde am Sonntag der Name Mussawis gemeinsam mit den Namen anderer getöteter hochrangiger Vertreter genannt. Zuvor war bereits der Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, und des Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, bekannt gegeben worden. 

Trump warnt Iran vor VergeltungsschlägenUS-Präsident Donald Trump hat Iran vor Vergeltungsschlägen gewarnt. „Das sollten sie besser nicht tun“, schrieb der Republikaner in Großbuchstaben auf der Plattform Truth Social. Sollte das passieren, werde man „mit einer noch nie zuvor gesehenen Stärke“ zurückschlagen.

Irans Revolutionsgarden melden VergeltungsschlägeDie iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben massive Vergeltungsschläge gegen Dutzende Stellungen der USA und Israel durchgeführt. Es seien 27 US-Stützpunkte in der Region sowie Israels Armeehauptquartier und ein Rüstungskomplex in Tel Aviv ins Visier genommen worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, ein Sprachrohr von Irans Elitestreitmacht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.In Israel gab es in den frühen Morgenstunden wiederholt Raketenalarm. Die Luftwaffe ist nach Armeeangaben im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren.

Khamenei-Berater: Ein Trio soll Iran vorübergehend führenIn Iran soll nach der Tötung von Ali Khamenei vorübergehend ein dreiköpfiger Rat das Land führen. Die Verantwortung für die Übergangsphase sollen Präsident Massud Peseschkian, Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi und ein Mitglied des Wächterrats übernehmen. Das erklärte ein Berater des getöteten Khameneis, Mohammed Mochber, der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Auch die iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete darüber. 

Trump: Chance für friedliche Lösung nun größerDie schweren Angriffe Israels und der USA auf Iran haben nach Meinung von US-Präsident Donald Trump die Chance auf eine diplomatische Lösung des Konflikts erhöht. Dieser Weg sei jetzt deutlich leichter als noch vor einem Tag, sagte Trump dem Sender CBS News zufolge in einem Telefoninterview. „Weil sie heftig verprügelt werden.“

EU-Außenminister beraten über Lage im Nahen OstenAngesichts der US-israelischen Luftangriffe auf Iran und zahlreicher Vergeltungsattacken Teherans kommen die Außenminister der EU-Mitgliedsstaaten am Sonntag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Nach Angaben der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas soll dabei über „über Iran und die sich rasch entwickelnden Ereignisse im Nahen Osten“ beraten werden.

Schah-Sohn bringt sich als Interimsführer ins SpielDer Sohn des 1979 gestürzten Schahs von Persien, Reza Pahlavi, hat sich nach der Tötung von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ali Khamenei abermals als Übergangsführer Irans ins Spiel gebracht. „Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten“, schrieb er in einem Meinungsbeitrag in der „Washington Post“. Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen. Diese solle zunächst in einem Referendum verabschiedet werden. Darauf sollten dann freie Wahlen unter internationaler Aufsicht folgen. „Mit der Abstimmung der Iraner löst sich die Übergangsregierung auf“, schrieb er weiter.Pahlavi betonte, dass Iran nicht die Fehler wiederholen wolle, die dem Irakkrieg gefolgt seien. „Es wird keine Auflösung von Institutionen, kein Machtvakuum, kein Chaos geben“, schrieb er weiter. „Ein demokratischer Iran würde den Nahen Osten grundlegend verändern und einen der beständigsten Krisenherde der Welt in eine Stütze regionaler Stabilität verwandeln“, zeigte sich Pahlavi zuversichtlich. Ferner stellte er in Aussicht, den Erzfeind Israel „sofort anzuerkennen“.

Israel meldet neue Angriffe auf Ziele in IranDie israelische Luftwaffe hat in Iran nach eigenen Angaben mehr als 30 weitere Ziele bombardiert. Dutzende Kampfflugzeuge hätten eine weitere Angriffswelle gegen ballistische Raketenstellungen und die Luftabwehrsysteme im Westen und im Zentrum Irans abgeschlossen. Ziele seien unter anderem Raketenabschussanlagen, Einrichtungen der Staatsführung und militärische Kommandozentren gewesen. Die Armee werde ihre Angriffe zur Schwächung der Militärkapazitäten Irans fortsetzen.

Irans Revolutionsgarden kündigen Rache anDie iranischen Revolutionsgarden haben eine entschlossene Antwort auf die massiven Luftangriffe der USA und Israels angekündigt. „Die heftigste Offensive in der Geschichte der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran wird jeden Moment beginnen“, teilten die Revolutionsgarden im Onlinedienst Telegram mit.Die Revolutionsgarden kündigten eine „strenge und entschlossene“ Bestrafung der „Mörder“ Khameneis an. 

Die Flughäfen im Nahen Osten sind wichtige Drehkreuze für den weltweiten Flugverkehr. Vielerorts musste nun der Betrieb gestoppt werden.

Iranische Medien melden Tod von Khameneis Tochter, Schwiegersohn und EnkelinÜbereinstimmenden Medienberichten zufolge sind bei den israelisch-amerikanischen Luftangriffen auf Iran auch mehrere Angehörige des obersten Führers Ali Khamenei getötet worden. Die Webseite Al-Arabiya berichtete unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Fars, eine Tochter Khameneis, ein Schwiegersohn, eine Schwiegertochter und ein Enkel seien ums Leben gekommen. Dem Sender Al-Jazeera zufolge berief sich Fars dabei auf Khamenei nahestehende Quellen. Aus Iran gab es dafür zunächst keine Bestätigung.