Natürlich hat jedes Unternehmen das Recht, sich seine Geschäftspartner selbst auszusuchen. Das gilt auch für die Deutsche Lufthansa , die ihr Vielfliegerprogramm Miles & More mit einer Kreditkarte verbindet, die sie gar nicht eigenständig ausgeben kann, weil eine Airline eben über keine Banklizenz verfügt. Aber natürlich trägt die Fluggesellschaft auch die Konsequenzen einer solchen Entscheidung. Und so richtet sich der Unmut ihrer treusten Kunden auch gegen die Airline selbst, und das zu Recht. Natürlich muss die Deutsche Bank ihr nicht bekannte Kunden überprüfen. Täte sie dies nicht, und entpuppte sich nur ein Miles-&-More-Kreditkarten-Inhaber als russischer Oligarch, der auf einer Sanktionsliste steht: Das würde die Bank teuer zu stehen kommen. Doch vieles an dem von Airline und Bank gewählten Verfahren erweist sich als schlecht durchdacht. Der Lufthansa hätte klar sein müssen, dass sich unter den Vielfliegern auch politisch exponierte Personen befinden, die deutlich mehr offenlegen müssen, oder Stiftungen. Als „Dankeschön“ ein paar Meilen zu spendieren, sollte diesen Kundenkreis kaum besänftigen.
